Der BVB und die Kraft der zweiten Hälfte | Sport | DW | 03.10.2018
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Gruppe A

Der BVB und die Kraft der zweiten Hälfte

Kaum ein Team kann sich nach der Halbzeitpause auf solch beeindruckende Weise steigern wie Borussia Dortmund. In der Champions League gegen Monaco zeigen die Schwarz-Gelben ein weiteres Mal ihre Qualität.

Eigentlich hätte man bei der AS Monaco spätestens seit der vergangenen Bundesliga-Partie des BVB bei Bayer 04 Leverkusen gewarnt sein müssen. Auch am vergangenen Samstag kamen die Dortmunder, damals sogar nach einem 0:2-Halbzeitrückstand, mit der zweiten Luft aus der Kabine, drehten erst mächtig auf und dann das Spiel. Diesmal, beim ersten Heimauftritt in der Champions League gegen Monaco, war es ähnlich. Im ersten Durchgang waren eigentlich die Gäste das bessere Team. Immer wieder setzten die Monegassen Nadelstiche in Form schneller Gegenstöße.

Besonders der ehemalige Leverkusener Benjamin Henrichs fiel als sehr offensiver Linksverteidiger positiv auf. Dortmund wirkte dagegen im Spielaufbau über Axel Witsel manches Mal zu behäbig, zudem wurde zu selten über außen gespielt, wo die BVB-Profis in Sachen Tempo eigentlich Vorteile besaßen. Zwei Schüsse aus dem Hinterhalt von Paco Alcacer und Marius Wolf hätten fast den Erfolg gebracht, waren aber auch die einzigen hochwertigen Chancen in der ersten Hälfte.

Favres "goldenes Händchen"

Dann reagierte BVB-Trainer Lucien Favre - und wie so oft bewies er dabei ein "goldenes Händchen". In Leverkusen am Samstag war es Jaden Sancho, der nach der Pause hereinkam und dem BVB-Spiel fortan den Stempel aufdrückte. Diesmal brachte Favre den jungen Dänen Jacob Bruun Larsen und hatte auch damit wieder recht. Keine 400 Sekunden später versetzte der 20-jährige Larsen das Stadion in Ekstase. Eine tolle Vorarbeit von Sancho verwertete er in seinem ersten Champions-League-Spiel mit seiner ersten Ballberührung zum 1:0. Besser geht es nicht!

UEFA Champions League | Borussia Dortmund vs. AS Monaco (Getty Images/AFP/O. Andersen)

Mehr Joker geht niocht: Jacob Bruun Larsen macht mit seiner ersten Ballberührung das 1:0 für den BVB

Danach war der BVB wie entfesselt, spielte selbstbewusster und deutlich zielstrebiger als in Halbzeit eins. Reus, Alcacer per Elfmeter und Sancho hätten wenige Minuten nach der Führung erhöhen müssen. Schließlich sorgten Alcacer (72.) und Reus (90.+2) doch noch für den verdienten Endstand und den ersten Dortmunder Heimsieg in der Champions League seit 574 Tagen.

Technik, Tempo, Taktik - alles stimmt

"Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel wird. Wir haben Geduld bewahrt", sagte Torhüter Roman Bürki bei Sky. Was der bescheidene Schweizer dabei verschwieg, war die Tatsache, dass sein Team mal wieder dank einer überragenden zweiten Halbzeit ein Spiel gewonnen hatte. Technisch sind die Dortmunder ohnehin auf höchstem Niveau. Was das Tempo angeht, sind viele Spieler in ihren Reihen, die viele Spieler der Konkurrenz - national wie international - locker abhängen. Uns schließlich scheint es auch konditionell und nicht zuletzt mental bei den BVB-Profis zu stimmen.

Ganz sicher macht sich hier der Einfluss des Trainers bemerkbar, der seinem Vorgänger Peter Stöger nicht nur taktisch vieles voraushat. Der Schweizer, sonst eher ein ruhiger und zurückhaltender Typ, stand die gesamte zweite Halbzeit über an der Seitenlinie, dirigierte und rief seinem Team - gut hörbar über die Außenmikrofone - ständig Befehle und Anweisungen zu. Bislang gibt der Erfolg ihm recht: Der BVB ist auch nach dem neunten Pflichtspiel unter Favre noch ungeschlagen. In der Bundesliga empfängt Dortmund am Samstag den FC Augsburg. Kein leichtes Spiel, aber sollte der BVB zur Halbzeit nicht schon 0:3 zurückliegen, ist ein weiterer Erfolg dank starker zweiter Hälfte zumindest nicht unwahrscheinlich.

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