Daniel Libeskind wird 80: Seine einzigartigen Bauwerke
Erinnerung und Hoffnung, mit diesen Themen setzt sich der jüdische Architekt Daniel Libeskind auseinander. Seine markanten Gebäude mit den scharfkantigen Linien prägen an vielen Orten der Welt das Stadtbild.

Leuphana-Universität in Lüneburg
Es war ein großer Wurf oder wie andere vielleicht sagen würden: wieder einmal ein Ufo von Daniel Libeskind. 2017 eröffnete das neue Wahrzeichen auf dem Campus der Leuphana Universität im norddeutschen Lüneburg. Das Großprojekt mit der futuristischen Zink-Glas-Fassade war umstritten, weil es rund 100 Millionen Euro gekostet hatte, mehr als doppelt so viel wie vorher veranschlagt.
Das Jüdische Museum in Berlin
Dieser Bau machte ihn berühmt: 2001 eröffnete das Jüdische Museum Berlin, heute gehört es zu den markantesten Bauten der Stadt. Auch hier das Markenzeichen von Libeskind: Ein zinkverkleidetes Gebäude mit zackigem Grundriss. Es ist ein Symbol für die Auseinandersetzung mit dem Bruch, der Lücke, die der Holocaust in die deutsch-jüdische Geschichte gerissen hat.
Dresden: Das Militärhistorische Museum
Auch dieses Gebäude trägt Libeskinds unverkennbare Handschrift. Es ist ebenfalls eine Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr will keine glanzvolle Repräsentation der nationalen Armee sein, sondern es thematisiert die Gewalt, die von ihr in der Vergangenheit ausging - und konfrontiert auch den Besucher mit dem eigenen Gewaltpotential.
Bruch mit dem Alten
Wie ein Keil scheint der Erweiterungsbau von Daniel Libeskind das Arsenalhauptgebäude aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu spalten. Der umfangreiche Umbau wurde 2011 eröffnet. Hier ist der Keil das Symbol für den Bruch mit der Vergangenheit, mit althergebrachter Geschichtsdarstellung. Zudem ist es eine deutliche Anspielung auf die Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945.
Imperial War Museum North in Manchester
Fester Bestandteil der Skyline von Manchester: 2002 baute Libeskind diese Außenstelle des Imperial War Museum London. Der aluminiumverkleidete Bau weist zugleich über den Ersten Weltkrieg hinaus: An diesem Ort schlugen die deutschen Bomben des "Manchester Blitz" im Zweiten Weltkrieg ein. Bewusst werden Besucher dem Gefühl der Orientierungslosigkeit ausgesetzt. Ein Markenzeichen des Architekten.
Denver Art Museum
Das rasante Wachstum Denvers wurde für Libeskind zur Inspiration für dieses Gebäude, das tatsächlich wirkt, als würde es sich weiter ausbreiten. Umgeben von den atemberaubenden Rocky Mountains sollen Besucher des Kunstmuseums das Zusammenspiel von Kultur und Natur wahrnehmen. 2006 eröffnet, ist das Museum - wie häufig bei Libeskind-Bauten - schnell zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden.
Villa in Datteln
Ursprünglich hat Libeskind dieses Gebäude als privates Wohnhaus geplant. Seit 2011 dient es einem Unternehmen als extravagantes Empfangsgebäude. In nur sechs Monaten wurde die Villa im nordrheinwestfälischen Datteln errichtet. Libeskind wollte ein Gebäude bauen, das wie ein Kristall aus dem Boden wächst. So wird passenderweise auch Erdwärme dafür nutzbar gemacht.
Belgien: Kongresshalle Mons
Vertikale Öffnungen in der Fassade der Kongresshalle im belgischen Mons ermöglichen den Blick nach draußen. Ausnahmsweise verwendete der Architekt hier nicht allein Aluminium, sondern auch das extrem haltbare Robinienholz. Einen exklusiven Ausblick auf die Stadt gibt es von mehreren begrünten Dachterrassen. Entstanden war das Gebäude für die Kulturhauptstadt 2015.
Keppel Bay in Singapur
Libeskind kann auch puren Luxus gestalten. Das Wohnprojekt "Reflections" in Keppel Bay in Singapur besteht aus sechs Türmen und elf "Villa-Apartment-Blöcke" mit 1129 einzelnen Apartments. Hier lebt es sich exklusiv mit Meeres- und Stadtblick für jede Wohnung - und mit gutem Gewissen: Solaranlagen, Wasserfilter und vieles mehr sorgen für Nachhaltigkeit.
Złota 44 in Warschau
Złota 44 ist ein luxuriöser Wohnturm im Zentrum Warschaus, dessen geschwungene Glasfassade an ein aufgespanntes Segel erinnert. Die dynamische Form reflektiert Licht und Stadt zugleich. Libeskind, selbst in Polen geboren, setzt hier ein persönliches architektonisches Statement zwischen Erinnerung und modernem urbanem Leben.