Dänemarks Notelf verliert | Sport | DW | 05.09.2018
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Vor Beginn der Nations League

Dänemarks Notelf verliert

Halbprofis und Hallenfußballer im Nationaltrikot: Dänemark kommt mit seiner Notelf beim 0:3 gegen die Slowakei glimpflich davon. Der Streit mit den streikenden Nationalspielern geht weiter.

Dänemark hat sich mit einem Team aus Halbprofis und Hallenfußballern im Länderspiel in der Slowakei achtbar geschlagen. Die Mannschaft von Interimstrainer John Jensen, der einst für den Hamburger SV in der Bundesliga spielte, kam beim 0:3 (0:2) in Trnava glimpflich davon. Schließlich spielte beispielsweise im Tor der 31-jährige Christoffer Haagh, der in seiner Karriere mehr als 50 Futsal-Länderspiele bestritt. Dazu bestand die Mannschaft vor allem aus Zweitliga-Spielern, die mitunter nebenbei studieren oder einem Job nachgehen.

Die Treffer für die Slowakei erzielten Adam Nemec (11.) und Albert Rusnak (37.). Außerdem traf der Däne Adam Fogt ins eigene Tor (79.). Der dänische A-Kader ist nicht zum Spiel angetreten, weil die Spieler im Streit mit dem Verband DBU über die Ausgestaltung von Werbeverträge stehen. Auch Nationaltrainer Age Hareide und sein Assistent Jon Dahl Tomasson, einst für den VfB Stuttgart aktiv, standen deshalb nicht zur Verfügung. Dänemark wollte das Spiel aber nicht absagen, um einer Strafe durch die Europäische Fußball-Union (UEFA) zu entgehen. Eine hohe Geldstrafe bis hin zum EM-Ausschluss hätte Dänemark gedroht.

Die DBU will die Slowaken für das Chaos finanziell entschädigen. Dem slowakischen Fußballverband soll nach DBU-Angaben eine Kompensation für die Einnahmeverluste beim Testspiel an diesem Mittwoch in der Slowakei gezahlt werden. Nachdem bekannt wurde, dass bei dem Testspiel in Bratislava nur eine Notelf antritt, wurden die Tickets mit nur einem Euro gehandelt.

Streit um Werbeerlöse

Fußball WM 2018 Kroatien vs Dänemark (Getty Images/AFP/J. Eisele)

Dänemarks Chefcoach Age Hareide

Grund für die Situation sind kommerzielle Streitigkeiten zwischen den Nationalspielern um Mittelfeldstar Christian Eriksen auf der einen Seite sowie dem Verband auf der anderen. Die Spieler weigern sich demnach, eine neue Vereinbarung mit dem Verband zu unterschreiben. Knackpunkt sind die Werbeverträge und der finanzielle Erlös daraus. Zuletzt hatten die Verhandlungen mit der Spielergewerkschaft keinen Abschluss gefunden.

Den schwarzen Peter schiebt Bretton-Meyer den Spielern zu. "Wir hatten gehofft, die Spieler würden zusagen, wenn wir ihnen dieselbe Gage bezahlen, einen Bonus, die Versicherung und zudem bessere Bedingungen bei den Flügen, im Bereich der Ernährung und der Behandlung bieten. Nun müssen wir schauen, dass wir für die zwei Spiele die bestmöglichen Spieler finden", sagte er.

Gegen diese Darstellung wehren sich die Profis aber entschieden. "Die DBU erzählt eine Geschichte, in der wir als gierig erscheinen und so, als hätten wir nichts anderes als unseren Geldbeutel im Sinn", sagte Tottenham-Profi Eriksen dem Ekstrabladet. Dänemarks Kapitän Simon Kjaer ergänzte: "Wir spüren, dass die DBU uns wütend machen will. Sie wollen es so hinstellen, als wollten wir Spieler nicht international spielen. Aber genau das Gegenteil ist der Fall."

Der langjährige Nationalcoach Morten Olsen zeigte sich angesichts der Farce entsetzt. "Unverantwortlich gegenüber allen Fans und Fußball Liebhabern" sei die Aktion gewesen. Der ganze Streit sei unnötig, da genug Zeit bestanden habe, um eine Lösung zu finden.

jk,jst/jhr (sid,dpa)