Countdown in Irland bis zum Teil-Lockdown | Aktuell Europa | DW | 20.10.2020
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COVID-19

Countdown in Irland bis zum Teil-Lockdown

Als erstes EU-Land kehrt Irland in den Corona-Krisenmodus zurück: Von diesem Donnerstag an gilt eine Ausgangssperre. Derweil verschärft sich der Sinkflug der Wirtschaft.

Irland Lockdown im Oktober 2020

"Habt keine Angst": Straßenszene in Dublin am Montag

Wieder wird das öffentliche Leben in Irland wegen der Corona-Pandemie heruntergefahren: In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag treten sechswöchige Ausgangsbeschränkungen in Kraft. Nur unverzichtbare Geschäfte wie Supermärkte dürfen noch Kunden einlassen. Wer kann, muss bis Anfang Dezember von zu Hause aus arbeiten. Treffen mit anderen Haushalten zu Hause oder selbst im heimischen Garten sind untersagt.

Ein kompletter Lockdown ist das jedoch nicht. Schulen und Kindergärten bleiben geöffnet - "weil wir nicht zulassen können und wollen, dass die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen ein Opfer dieser Krankheit wird", wie Premier Micheál Martin in einer Fernsehansprache sagte. Die Menschen dürfen weiterhin Sport im Freien treiben, allerdings nur in einem Radius von fünf Kilometern um ihren Wohnort.

"Nicht dasselbe Weihnachten"

Der Winter werde hart, warnte der Regierungschef. "Es wird nicht dasselbe Weihnachten sein, das wir in den vergangenen Jahren genossen haben", sagte er. Zugleich versuchte Martin, der Situation etwas Positives abzugewinnen: Wenn alle an einem Strang zögen, könne dies auch "eine Atempause von den Härten der vergangenen sieben Monate" bedeuten.

Irland Lockdown im Oktober 2020

"Harter Winter": Premier Micheál Martin schwört die Bevölkerung auf schwierige Zeiten ein

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hatten sich in Irland zuletzt mehr als 1000 Personen innerhalb eines Tages mit dem Virus infiziert. Insgesamt wurden in dem EU-Staat mit knapp fünf Millionen Einwohnern bislang rund 51.000 Ansteckungen registriert. Experten sorgen sich vor allem, dass das irische Gesundheitssystem einem Ansturm von COVID-19-Patienten nicht gewachsen sein könnte.

In der Wirtschaft zeigen sich die Auswirkungen der Pandemie schon jetzt sehr deutlich. Das Bruttoinlandsprodukt wird nach einer Prognose des Finanzministeriums in diesem Jahr um 3,5 Prozent sinken. Das ist ein deutlich stärkerer Rückgang als erwartet: Kürzlich war noch mit einem Minus von 2,4 Prozent gerechnet worden. Der neuerliche Teil-Lockdown machte diese Vorhersage aber zunichte.

jj/kle (dpa, afp, rtr)

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