Coronavirus erreicht Afrika | Aktuell Welt | DW | 15.02.2020
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Infektionen

Coronavirus erreicht Afrika

Der tückische Erreger Sars-CoV-2 ist auf dem afrikanischen Kontinent angekommen: Ägypten meldete die erste Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Chinas Regierung betont derweil, sie habe die Epidemie im Griff.

Eine aus dem Ausland stammende Person sei mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, teilte das ägyptische Gesundheitsministerium mit. Sie zeige keine Symptome der Atemwegserkrankung, sei aber in einem Krankenhaus isoliert worden, hieß es aus Kairo. Bei ihren Kontaktpersonen seien Tests negativ ausgefallen. Bisher war in Afrika nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch keine Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 bekannt geworden.

Experten in Sorge

Viele Fachleute weisen darauf hin, dass das Virus in Ländern mit einem schlechten Gesundheitssystem - etwa in Afrika - wohl nur schwer zu kontrollieren wäre. Dann drohe sich die Krankheit COVID-19 dauerhaft auf der Welt einzunisten, befürchten die Experten.

In China war die Zahl der Infektionen - begünstigt durch eine neue Zählweise - zuletzt stark angestiegen. Landesweit sind in der offiziellen Statistik rund 66.500 Infektionen (Stand: 15. Februar) erfasst, 1523 Menschen starben demnach. Die Dunkelziffer dürfte aber noch deutlich höher liegen. Betroffen sind zunehmend auch gegen das Virus kämpfende Ärzte und Pfleger. Es seien mehr als 1700 Angehörige des medizinischen Personals erkrankt, berichtete die staatliche Gesundheitskommission.

China Shanghai | Coronavirus | Produktion von Schutzmasken (picture-alliance/dpa/Maxppp/Kyodo)

Produktion von Atemschutzmasken in China: Engpässe bringen auch Ärzte in Gefahr

Außerhalb von Festland-China waren am Freitag in mehr als zwei Dutzend Ländern rund 580 Coronavirus-Fälle bestätigt. In Deutschland wurden bisher 16 Infektionen festgestellt, die meisten davon in Bayern.

"Unter Kontrolle"

China selbst hat nach eigener Darstellung die Epidemie inzwischen "im Großen und Ganzen unter Kontrolle". Die Regierung in Peking habe rigorose und entschiedene Maßnahmen ergriffen, sagte Außenminister Wang Yi während eines Deutschland-Besuchs. Viele gingen sogar über die Empfehlungen der WHO hinaus.

Deutschland Berlin | Wang Yi, Außenminister China & Angela Merkel, Bundeskanzlerin (picture-alliance/Xinhua News Agency/W. Qing)

Traf in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel: Chinas Außenminister Wang Yi

Ein potenzielles Problem sei allerdings, dass die US-Regierung Reisen zwischen den Vereinigten Staaten und China verboten habe, meinte Wang. Dadurch gerieten die Abmachungen zur Beilegung des Handelsstreits in Gefahr. Chinas Regierung hat sich verpflichtet, in den kommenden zwei Jahren zusätzliche Waren und Dienstleistungen im Volumen von 200 Milliarden Dollar aus den USA zu beziehen. "Ich hoffe, dass die USA dieses Problem berücksichtigen werden", sagte Wang. Es gehe zwar darum, die Ausbreitung der Seuche zu verhindern, aber nicht mit unnötigen Begrenzungen von Handel und Reisen.

wa/ml (afp, dpa, rtr)

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