Corona-Ticker vom 29. April: Grund zur Hoffnung in Spanien | Aktuell Welt | DW | 29.04.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

COVID-19

Corona-Ticker vom 29. April: Grund zur Hoffnung in Spanien

In fast allen spanischen Regionen liegt die Reproduktionszahl inzwischen unter 1,0. Deutschland verlängert seine weltweite Reisewarnung bis mindestens Mitte Juni. Mehr im DW-Live-Blog.

Der Live-Ticker ist jetzt geschlossen. Sie können die Ereignisse vom Mittwoch rund um die Coronavirus-Pandemie hier nachlesen.

Zunächst das Wichtigste in Schlagzeilen:

  • Internationale Arbeitsorganisation erwartet Wegfall von mehr als 300 Millionen Jobs - Milliarden Existenzen bedroht
  • US-Wirtschaft schrumpft um 4,8 Prozent
  • Deutschland verlängert seine weltweite Reisewarnung bis Mitte Juni

Die Meldungen im Einzelnen - Alle Angaben in MESZ:

19.40 Uhr - Ab kommender Woche wird Polen seine Anti-Corona-Maßnahmen weiter lockern. Hotels, Einkaufszentren und einige Museen dürften ab dem 4. Mai wieder öffnen, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki in Warschau. Kindertagesstätten sollen zwei Tage später den Betrieb wieder aufnehmen. Die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit bleibt jedoch weiter bestehen. Auch die geltenden Abstandsregeln müssen eingehalten werden. In Geschäften ist weiterhin nur ein Kunde pro 15 Quadratmeter zugelassen. "Wir öffnen die Wirtschaft erheblich, aber wir rücken nicht einen Zoll von den Sicherheitsregeln ab", sagte Morawiecki.

19.25 Uhr - Zur Bewältigung der Corona-Krise und ihrer Folgen in den Balkan-Staaten hat die Europäische Union zusammen mit der Europäischen Investitionsbank insgesamt 3,3 Milliarden Euro mobilisiert. Das Geld soll sowohl zur gesundheitlichen Versorgung eingesetzt werden als auch bei der sozialen und wirtschaftlichen Erholung helfen, teilte die EU-Kommission mit. "Wir haben eine besondere Verantwortung, unsere Partner auf dem westlichen Balkan zu unterstützen, denn ihre Zukunft liegt eindeutig in der Europäischen Union", sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen.

19.10 Uhr - Die offizielle Zahl der Corona-Toten in Großbritannien ist deutlich nach oben korrigiert worden auf 26 097. Enthalten waren darin erstmals auch Todesfälle in Pflegeheimen und Privathaushalten aus England und Wales. Die Regierung von Premierminister Boris Johnson steht seit Wochen wegen ihrer Reaktion auf die Pandemie in der Kritik. Ihr wird vorgeworfen, viel zu lange mit den Maßnahmen zur Eindämmung gewartet zu haben. Zudem fehlt es an Schutzkleidung für das medizinische Personal. Auch das Ziel, bis Ende April jeden Tag 100.000 Menschen zu testen, dürfte nicht mehr zu schaffen sein. Experten gehen inzwischen davon aus, dass das Land den Höhepunkt der Epidemie überschritten hat.

18.44 Uhr - Nach monatelanger Schließung wegen der Corona-Krise öffnet mit der Verbotenen Stadt eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Pekings wieder ihre Pforten. Unter strengen Sicherheitsauflagen können Besucher die Palastanlage auf dem Tiananmen-Platz im Herzen der chinesischen Hauptstadt von Freitag an wieder besichtigen, wie das Palast-Museum mitteilte. China hatte Ende Januar wegen der Corona-Pandemie sämtliche Touristenstätten des Landes geschlossen. Zunächst sollten maximal 5000 Besucher pro Tag eingelassen werden, erklärte das Palast-Museum. Vor Beginn der Corona-Pandemie zog die Verbotene Stadt täglich rund 80.000 Gäste an.

18.12 Uhr - Lockerungen der Corona-Maßnahmen haben eine Debatte über die medizinische Versorgung von Senioren ausgelöst. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und der evangelische rheinische Präses Manfred Rekowski warnten jedoch vor solchen Diskussionen. "Jedes Leben ist schützenswert, das des alten und schwachen Menschen genauso wie das des jungen und gesunden, das des ungeborenen Kindes genauso wie das des Kranken auf der Intensivstation", schreibt Woelki auf Twitter. Rekowski sprach von einer abstrusen Debatte. "Da wird etwa die Frage gestellt, ob medizinische Hilfe überhaupt noch nötig ist bei Menschen, die eine Lebenserwartung haben, die man nicht mehr in Jahren messen kann." Kirche und Gesellschaft müssten darauf achten, dass die Corona-Krise nicht für Tabubrüche genutzt werde.

17.46 Uhr - Die Regierung in Rom hat in der Corona-Krise ausländische Touristen dazu aufgerufen, ihren Sommerurlaub in Italien zu verbringen. Kulturminister Dario Franceschini warb in einem Zeitungsinterview auch bei den Italienern dafür, die Ferien in der Heimat zu verbringen. Franceschini will sich dafür einsetzen, dass Restaurants zumindest im Freien mehr Gäste empfangen können als bisher geplant. Rom arbeite zudem an der schrittweisen Wiedereröffnung etwa von Schwimmbädern, Theatern, Museen und Kinos. Ziel sei es, dass ab dem 18. Mai Museen und Archäologiestätten wieder öffnen könnten.

17.23 Uhr - Das südspanische Küstendorf Zahara de los Atunes hat seinen Strand mit einer Wasser-Bleichmittellösung gesäubert. Der Hintergrund: Nach mehr als sechs Wochen Ausgangssperre durften Spaniens Kinder am Sonntag erstmals wieder die Wohnung verlassen. Da die Lokalbehörden davon ausgingen, dass die meisten Familien an den Strand gehen werden, versuchte man diesen mit dem aggressiven Desinfektionsmittel "coronafrei" zu machen. Mehrere Umweltschutzorganisationen wollen Anzeige erstatten, Andalusiens Regionalregierung leitete eine Untersuchung ein. Der Gemeinde droht eine Geldstrafe.

Spainien Flüchtlingsboot erreicht Badeort (picture alliance/dpa/ROPI)

Der Strand von Zahara de los Atunes (Archivbild)

17.03 Uhr - Italien registrierte während der Corona-Ausgangsbeschränkungen deutlich weniger Straftaten als üblich. Laut Innenministerin Luciana Lamorgese sank die Zahl der im März 2020 gemeldeten Delikte gegenüber dem Vorjahresmonat um knapp 67 Prozent auf 68.069.

17.01 Uhr - Die Schweizer Regierung hat laut Lufthansa eine Milliardenbürgschaft für deren schweizerische Tochtergesellschaften Swiss und Edelweiss beschlossen. Auf eine Kreditsumme von insgesamt 1,5 Milliarden Franken (rund 1,4 Milliarden Euro) gelten Garantien von 85 Prozent. Die Kredite sollen streng für die Schweizer Gesellschaften verwandt werden und nicht in andere Konzernbereiche außerhalb der Schweiz abfließen dürfen.

16.57 Uhr - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet nicht damit, dass eine Corona-Impfpflicht erforderlich werden könnte. Sein Eindruck sei, dass die allermeisten Bürger sich eine solche Impfung wünschen würden, sagte Spahn. Bislang ist noch nicht absehbar, wann ein Impfstoff überhaupt zur Verfügung steht; Experten zufolge dürfte das noch etwa ein Jahr dauern.

16.52 Uhr - Der US-Flugzeugträger Theodore Roosevelt soll nach wochenlanger Corona-Zwangspause wieder in See stechen. Insgesamt waren 969 der rund 4000 Besatzungsmitglieder positiv getestet worden. Das atomgetriebene und schwer bewaffnete Schiff ankert zurzeit vor einem Marine-Stützpunkt auf der Pazifikinsel Guam. Bis auf eine Rumpfbesetzung von 700 Männern und Frauen mussten alle das Schiff verlassen - weil er diesen Schritt zuvor öffentlich gefordert hatte, war ein befehlshabender Offizier aus seiner Position enthoben worden und hatte seinen Dienst quittiert.

16.52 UhrTunesien hat das Schuljahr vorzeitig beendet, verkündete Bildungsminister Mohamed Hamdi. Nur die Abschlussklassen sollen ab Ende Mai zurück an die Schulen, um Anfang Juli ihr Abitur zu schreiben. Wegen der Corona-Pandemie gilt in dem nordafrikanischen Land harte Ausgangsbeschränkungen und eine rigide nächtliche Ausgangssperre.

16.39 Uhr - Weil in Corona-Zeiten kaum geflogen wird, soll der Flughafen Berlin-Tegel vorübergehend den Betrieb komplett einstellen. Der Aufsichtsrat hat den Plänen bereits zugestimmt, die Gesellschafter - also Berlin, Brandenburg und der Bund - müssen im Laufe des Tages endgültig entscheiden. Dadurch will die Betreibergesellschaft täglich 200.000 Euro einsparen - sieben Millionen Euro im Monat. Zeitweilig soll die deutsche Hauptstadt allein über Schönefeld im Süden versorgt werden. Am 31. Oktober soll zudem der neue Hauptstadtflughafen BER nach neunjähriger Verzögerung öffnen.

16.10 Uhr - Japan will den Notzustand um einen Monat verlängern. Laut der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" sollen finale Beratungen am Freitag erfolgen. Gegenwärtig soll der Notstand am 6. Mai enden.

15.45 Uhr - Als erstes deutsches Bundesland hat Rheinland-Pfalz angekündigt, auch große Geschäfte wieder zu öffnen. Die am 3. Mai in Kraft tretenden neuen Regeln gälten "unabhängig von Sortiment und Verkaufsfläche unter Einhaltung von Auflagen und einer strengen Kundenbegrenzung", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Bislang galt in Rheinland-Pfalz, wie in den übrigen Bundesländern, die 800-Quadratmeter-Regel, die nur Läden mit kleinerer Verkaufsfläche die Öffnung erlaubte. Ausgenommen sind Buchhandlungen, Fahrradläden und Autohäuser, die seit dem 20. April unabhängig von ihrer Größe betreten werden dürfen.

15.17 Uhr - In Guinea-Bissau hat das Coronavirus die Spitze der Regierung erreicht: Premierminister Nuno Gomes Nabiam, Innenminister Botche Cande und zwei weitere Minister seien positiv getestet und in einem Hotel unter Quarantäne gestellt worden, sagte Gesundheitsminister Antonio Deuna. Die Kabinettsmitglieder eingerechnet, zählt das kleine westafrikanische Land bislang 70 bestätigte Fälle.

15.03 Uhr - Italien hat seine Intensivplätze annähernd verdoppelt. Von 5200 wurde die Zahl landesweit auf 9000 erhöht. Derzeit stünden in den Regionen doppelt so viele Beatmungsgeräte zur Verfügung wie benötigt, sagte Krisenkoordinator Domenico Arcuri. Nun bereite man sich darauf vor, dass es nach den Lockerungen, die ab dem 4. Mai gelten sollen, zu einer zweiten Infektionswelle kommen könnte, die "noch größer als die erste" ausfallen könne.

14.48 Uhr - Die Schweiz hat weitergehende Lockerungen als bisher bekannt angekündigt: Ab 11. Mai können Läden, Restaurants, Märkte, Museen und Bibliotheken wieder öffnen, wie die Regierung mitteilte. Primar- und Sekundarschulen sollen den Lehrbetrieb wieder aufnehmen, Sporttrainings sind wieder erlaubt, öffentliche Verkehrsmittel sollen zum normalen Fahrplan zurückkehren. Profi-Fußballspiele soll es in der Schweiz ab dem 8. Juni wieder geben - ohne Publikum. Die Lockerungen sind an strenge Hygieneauflagen und Abstandsregeln geknüpft.

Schweiz Wiedereröffnung nach dem Lockdown ab Montag, 27. April (picture-alliance/KEYSTONE/A. Anex)

Bereits seit Montag dürfen etwa Baumärkte, Gartencenter und Friseursalons in der Schweiz wieder öffnen

14.43 Uhr - Lufthansa-Passagiere müssen ab sofort Mund-Nasen-Schutz an Bord tragen. Die Regelung soll zunächst bis 31. August in allen Maschinen der Airline und ihrer Tochtergesellschaften gelten, teilte der Konzern mit. Mindestens bis Ende Mai gilt ein stark eingeschränkter Sonderflugplan.

14.42 Uhr - In Sierra Leones Hauptstadt Freetown hat die Furcht vor dem Virus Häftlinge zu einer Gefängnisrevolte motiviert. Ein Wärter wurde getötet, Dutzende Gefangene und Bedienstete verletzt. Das Gebäude wurde in Brand gesetzt, Häftlinge hätten um Hilfe gerufen, sagte ein Sprecher des Pademba Road Prison. Die Gefängnisse in dem westafrikanischen Staat gelten als chronisch überfüllt und unhygienisch - im Pademba Road Prison sind bei einer Kapazität von 300 Personen mehr als 1000 inhaftiert.

14.41 Uhr - Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal wegen der Corona-Pandemie geschrumpft.  Auf das Jahr hochgerechnet vermeldete das US-Handelsministerium einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 4,8 Prozent im Vergleich zum letzten Quartal 2019. In den USA werden Konjunkturdaten immer in dieser Form angegeben, was die Vergleichbarkeit zu Europa erschwert. US-Analysten rechnen damit, dass der Einbruch erst ein Vorgeschmack ist: Seit März haben 26 Millionen Menschen in den USA ihren Job verloren, ein Ende der Talfahrt ist trotz Hilfspaketen der Regierung bisher nicht in Sicht.

14.13 Uhr - Die Bundesregierung erwartet, dass die deutsche Wirtschaft um 6,3 Prozent einbricht.  Im kommenden Jahr rechne man jedoch "im Zuge des Aufholprozesses" mit einem Zuwachs um 5,2 Prozent, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Das Niveau von vor der Krise werde erst Anfang 2022 wieder erreicht.

14.09 Uhr - In entwickelten Staaten gibt es, gemessen an der Bevölkerung, fast acht mal so viele Krankenhausbetten wie in schlecht ausgebildeten Entwicklungsländern. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der UN-Entwicklungsorganisation UNDP. In den am höchsten entwickelten Ländern gibt es im Schnitt 55 Krankenhausbetten pro 10.000 Einwohnern, während es am anderen Ende der Skala nur sieben sind. Deutschland kommt demnach sogar auf 83 Betten. Dieselben Unterschiede treffen laut Studie auch bei Ärzten und Pflegern zu.

13.52 Uhr - Der US-Flugzeugbauer Boeing entlässt zehn Prozent seiner Angestellten. Dabei baut der neue Chef Dave Calhoun auf "eine Kombination aus Fluktuation, freiwilligen Abschieden und wenn nötig auch Kündigungen", wie es in einer Mail Calhouns hieß. Insgesamt hat Boeing weltweit 160.000 Beschäftigte. Der Konzern war wegen schweren Mängeln an der wirtschaftlich wichtigen Baureihe 737 MAX schon vor der Corona-Krise angeschlagen.

Boeing 737 MAX am Boden (Reuters/L. Wasson)

Problem schon vor Corona: bereits fertige 737-MAX-Maschinen dürfen weiter nicht ausgeliefert werden

13.45 Uhr - Nach dem Oktoberfest ist auch das zweitgrößte deutsche Volksfest Deutschlands, der Cannstatter Wasen, abgesagt. Das Stuttgarter Volksfest hätte am 25. September beginnen sollen. Im vergangenen Jahr hatten dreieinhalb Millionen Menschen den Wasen besucht.

13.38 Uhr - Inzwischen zählen die USA mehr Tote durch die Corona-Pandemie als US-Opfer im Vietnamkrieg. Laut Johns-Hopkins-Universität liegt die Zahl der Corona-Toten im Land bei 58.365 - also um gut hundert höher als die US-amerikanischen Verluste während des Vietnamkriegs.

13.32 Uhr - Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) sieht durch die Folgen der Pandemie die wirtschaftliche Existenz von weltweit 1,6 Milliarden Menschen bedroht, die im informellen Sektor arbeiten - also von ungefähr jedem zweiten Arbeitenden weltweit. Ihr Einkommen habe sich im Schnitt bereits um 60 Prozent verringert, warnte die UN-Organisation. "Für Millionen Arbeiter bedeutet kein Einkommen auch kein Essen, keine Sicherheit und keine Zukunft", sagte ILO-Chef Guy Ryder. Allein in diesem Quartal könnten 305 Millionen Jobs wegbrechen.

Seiten 1 | 2 | 3 | vollständiger Artikel