Corona: Spanien überschreitet traurige Schwelle | Aktuell Europa | DW | 21.10.2020
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COVID-19

Corona: Spanien überschreitet traurige Schwelle

Mehr als eine Million Menschen haben sich in dem südeuropäischen Land seit Ausbruch der Pandemie mit dem Erreger SARS-CoV-2 infiziert. Kein anderer Staat in Westeuropa verzeichnet so viele Betroffene wie Spanien.

Einlieferung eines Corona-Patienten in einer Madrider Klini

Einlieferung eines Corona-Patienten in einer Madrider Klinik

Die Marke von einer Million Corona-Infektionen wurde am Mittwoch durchbrochen. Seit dem Beginn der Pandemie sind 1.005.295 Menschen in dem Land mit 47 Millionen Einwohnern positiv auf das Virus getestet worden, so die Zahlen, die das Gesundheitsministerium in Madrid mit Stand 21.Oktober veröffentlichte. Das waren 16.973 mehr als am Vortag, ein neuer Tageshöchststand. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus sei seit dem Vortag um 156 auf nun 34.366 gestiegen. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, wurde mit gut 178 angegeben. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts zurzeit 51,3.

Mehr als eine Million Infektionen in Spanien, das ist der höchste Wert aller westeuropäischen Länder und weltweit Platz sechs. Nur die USA, Indien, Brasilien, Russland und Argentinien haben noch mehr Infizierte gemeldet.

Spanien Burgos Coronavirus

Passanten in Burgos in der Region Kastilien und León, auch hier sollen die Maßnahmen gegen Corona verschärft werden

Politik und Gesundheitswesen des Landes auf der iberischen Halbinsel überlegen hektisch, wie sie die rasante Ausbreitung des Virus eindämmen können. Immer mehr Gemeinden, Städte und ganze Regionen in Spanien haben sich mehr oder weniger abgeschottet oder dies für die nächsten Tage angekündigt. Die Regionalregierungen von Navarra und der Weinregion La Rioja im Norden des Landes ordneten sogar eine weitgehende Absperrung des gesamten Gebietes für zwei Wochen an. Ab Freitag sollen Geschäfte, Bars und Restaurants ab 21 Uhr geschlossen werden. Auch die Region Kastilien und León kündigte verschärfte Einschränkungen des öffentlichen Lebens an.

Abriegelung ganz Spaniens eine Option?

In der Hauptstadt Madrid, seit Wochen der spanische Corona-Hotspot mit immer noch hohen Infektionszahlen, und umliegenden Städten endet hingegen am Freitag die von der Zentralregierung gegen den Willen der Regionalregierung angeordnete zweiwöchige Abriegelung. Die Menschen durften ihre Wohnung nur noch mit triftigem Grund verlassen - etwa für den Weg zur Arbeit oder für Arztbesuche. Die Stadt erwägt ab dem Wochenende die Abschottung einzelner besonders betroffener Stadtgebiete sowie eine nächtliche Ausgangssperre.

Diese Möglichkeit wurde auch für ganz Spanien diskutiert. Allerdings müsste das Parlament in Madrid dafür der Ausrufung des Notstandes zustimmen, was als unwahrscheinlich gilt.

qu/rb (dpa, afp, rtr)

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