Corona-Pandemie: Unter den Verstorbenen sind auch Stars
Corona macht auch vor Künstlern nicht Halt. Einige berühmte Persönlichkeiten sind bereits an COVID-19 erkrankt. Andere wie der chilenische Schriftsteller Luis Sepúlveda sind sogar an den Folgen der Krankheit gestorben.

Schriftsteller Luis Sepúlveda
Der berühmte chilenische Schriftsteller Luis Sepúlveda starb mit 70 Jahren an dem Virus im besonders von Corona betroffenen Spanien, wie sein Verlag Tusquets mitteilte. Sepúlveda wurde durch Romane wie "Tagebuch eines sentimentalen Killers" oder Kinderbücher wie "Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte" international bekannt.
Alt-Saxofonist Lee Konitz
92 Jahre alt wurde der Miterfinder des Cool Jazz, jetzt starb er in New York an den Folgen einer COVID-19-Erkrankung. Lee Konitz spielte zunächst Klarinette und wechselte dann zum Saxofon. Er war Wegbegleiter von Jazzlegenden wie Charles Mingus, Ornette Coleman und Dizzy Gillespie. Miles Davis schätzte seinen harmonischen und innovativen Stil. Bis zuletzt stand Konitz noch auf der Bühne.
Musiker Adam Schlesinger
Der auch als Filmkomponist bekannte Schlesinger ist eines der jüngeren COVID-19-Opfer. Im Alter von 52 Jahren starb der gebürtige New Yorker laut seinem Anwalt an der Infektion. Der Bestsellerautor Stephen King und der Schauspieler Tom Hanks drückten ihre Trauer über den Tod Schlesingers aus. Dessen gleichnamiger Song für Hanks Komödie "That Thing You Do!" (1996) war für den Oscar nominiert.
Jazz-Saxofonist Manu Dibango
Der kamerunische Musiker ist eines der prominentesten Opfer der Corona-Pandemie. Mit 86 Jahren ist er nach einer Infektion mit dem Coronavirus in Paris gestorben, wie französische Medien am 31.03.2020 berichteten. Im Alter von 15 Jahren kam er nach Frankreich, wo er mit seinem Afro-Jazz-Stil Bekanntheit erlangte. Sein Stück "Soul Makossa" von 1972 wurde auch in den USA ein Erfolg.
Arrows-Bandgründer Alan Merrill
An einer Infektion mit dem Coronavirus ist auch der Frontman der US-amerikanischen Rockband Arrows gestorben. Er wurde 69 Jahre alt. Seine Tochter Laura schrieb auf Facebook, er habe friedlich gewirkt, als sie ihn das letzte Mal in der Klinik sah. Er sei gestorben, bevor sie wieder ihr Appartement erreicht habe. Alan Merrill kennt man auch als Songwriter des legendären Hits "I Love Rock 'n' Roll".
Jazztrompeter Wallace Roney
Als junger Musiker wurde er von seinem Vorbild Miles Davis persönlich gefördert. Auch eines seiner Instrumente überließ der dem Zögling. Doch Roney gilt auch als Wegbereiter neuer Jazzströmungen, die vom Hip Hop und von afro-karibischen Klängen beeinflusst waren. 1994 erhielt er einen Grammy für das Album "A Tribute For Miles". Roney starb im März 2020 mit 59 Jahren an den Folgen von COVID-19.
Jazzpianist Ellis Louis Marsalis Jr.
Mit 85 Jahren ist mit Ellis Marsalis in einem Krankenhaus von New Orleans ein weiterer US-amerikanischer Jazzmusiker im Zuge einer COVID19-Infektion gestorben. Sein Instrument war das Piano. Noch im Dezember 2019 trat er regelmäßig auf. Ende der 60er Jahre wurde Marsalis zudem Dozent für afroamerikanische Musik und Improvisation. Vier seiner sechs Kinder sind heute ebenfalls bekannte Jazzmusiker.
Schauspieler Mark Blum
Unter den Opfern der Corona-Pandemie ist auch der US-amerikanische Schauspieler Mark Blum. Er spielte sowohl in Kinofilmen wie "Susan ... verzweifelt gesucht" (1985) an der Seite von Rosanna Arquette, in verschiedenen Serien und auch in Theaterstücken am Broadway. 1992 wirkte er in einem Film mit, dessen Titel jetzt traurige Realität wurde. Er hieß: "Tödlicher Virus". Blum starb mit 69 Ende März.
Architekt Vittorio Gregotti
In Italien starb Vittorio Gregotti mit 92 Jahren am Coronavirus. Die italienischen Zeitungen bekundeten ihre Bestürzung über den Tod des "Vaters des Ferraris-Stadions" von Genua. Gregotti plante mit seinem Büro außerdem das Olympiastadion von Barcelona, das Arcimboldi-Theater von Mailand und ein Kulturzentrum in Lissabons Stadtviertel Belém - laut FAZ die "modernen Tempel" unserer Gesellschaft.
Dramaturg Terrence McNally
Sein bekanntestes Theaterstück dürfte "Corpus Cristi" (2001) sein. Doch McNally war auch für das Musical tätig. Seine Vorlage zu "Ragtime" (1996) brachte ihm einen Tony Award ein - den Oscar der US-Theater- und Musicalszene. McNally gehörte wegen seines Alters und der Lungenkrankheit COPD zur Corona-Risikogruppe. Mit 81 Jahren starb er nun an den Folgen von COVID-19. Autorin: Verena Greb