500 Millionen Liter Bier weniger | Wirtschaft | DW | 01.02.2021
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

Corona-Pandemie

500 Millionen Liter Bier weniger

Nun sagt es auch der Deutsche Brauer-Bund: Die Lage sei "dramatisch und in der Nachkriegszeit ohne Beispiel". Die Deutschen trinken weniger Bier. Im vergangenen Jahr ließ Corona den Absatz um gut fünf Prozent absacken.

Was wurde im vergangenen Jahr wegen der Corona-Gefahren nicht alles abgesagt und geschlossen: Oktober-Fest, Firmenparty, große Biergärten und kleine Geburtstagsfeiern. Alles Gelegenheiten, zu denen Deutsche gern Bier trinken. Das zeigt sich nun in der Bilanz: Genau 508,2 Millionen Liter Bier weniger wurden 2020 im Land abgesetzt.

"Je größer das Gastronomie- und Veranstaltungsgeschäft einer Brauerei, desto verheerender die finanziellen Verluste", heißt es in einer Mitteilung des Branchenverbands. Nur Brauereien, die überwiegend im Handel verkaufen, kamen etwas besser davon. Insgesamt lag der Bierabsatz noch bei 8,7 Milliarden Liter. Das gilt in Deutschland als historisch niedriger Wert.

"Die merken jedes ausgefallene Volksfest"

Der Deutsche Brauer-Bund zählt mehr als 1.400 Unternehmen bundesweit, die meisten verkaufen ihr Bier ausschließlich im engen Umkreis um die Brauerei. "Die merken jedes ausgefallene Volksfest", so Verbandspräsident Holger Eichele am Montag. Vor allem kleinere Betriebe müssten längst ums Überleben kämpfen, während wenige große Brauereien von dem gestiegenen Flaschenbierverkauf im Einzelhandel profitierten.

Deutschland Oktoberfest München Bierkrug

Auch das Oktoberfest in München musste 2020 wegen Corona ausfallen

Allerdings ist es nicht ganz neu, dass der Bierabsatz in Deutschland sinkt - rückläufig ist er bereits seit Jahrzehnten. Seit 1993, dem Jahr des Inkrafttretens eines neugefassten Biersteuergesetzes, hat sich die Menge des abgesetzten Bieres insgesamt um gut 22 Prozent oder 2,5 Milliarden Liter verringert.

Das Ausmaß des aktuellen Corona-Effekts sei aber, so der Brauer-Bund, noch "weitaus tiefer als die jüngsten Absatzzahlen auf den ersten Blick vielleicht vermuten lassen". Die Brauereien selbst hätten einer Umfrage des Branchenverbands zufolge 2020 ein Umsatzminus von im Mittel 23 Prozent erlitten. Bei den staatlichen Corona-Hilfen für die Gastronomie seien die Brauereien als indirekt Betroffene "bis auf wenige Ausnahmen leer ausgegangen".

ar/bea (dpa, afp, rtr)

 

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema