Corona-Massentests in Wuhan | Aktuell Asien | DW | 13.05.2020
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COVID-19

Corona-Massentests in Wuhan

Die Millionenmetropole Wuhan war absoluter Corona-Hotspot in China. Nach kurzer Pause treten wieder erste Fälle dort auf. Die Behörden greifen zu einer radikalen Maßnahme. Eine weitere Millionenstadt wird abgeriegelt.

China COVID-19 Test (Getty Images/AFP/H. Retamal)

In Wuhan wird ein Einwohner auf das Coronavirus getestet

Sämtliche elf Millionen Einwohner der zentralchinesischen Stadt Wuhan sollen in Rekordzeit auf das Coronavirus getestet werden. Nationale Medien berichten, die Behörden hätten sich zu dem Schritt entschlossen, nachdem Anfang der Woche - nach einer längeren Phase ohne Erkrankungen - in einem Wohngebiet sechs neue Infektionen festgestellt worden seien. Laut dem Wirtschaftsmagazin "Caixin" sollen die Menschen in Wuhan innerhalb von zehn Tagen getestet werden.

China Coronavirus Schulen öffnen in Wuhan (Reuters/China Daily)

Vor einer Woche ging für die älteren Schüler in Wuhan der Unterricht wieder los

Seit Beginn der Pandemie hatte das Pflegepersonal in der Stadt, wo das Virus möglicherweise bereits im November ausgebrochen war, rund eine Million Menschen getestet.

Nirgendwo in China sind bislang so viele Infektionen und Todesfälle gemeldet worden wie in Wuhan, dessen Krankenhäuser Ende Januar und im Februar völlig überfordert waren. Wuhan war die weltweit erste Stadt, die wegen der Seuche über Wochen komplett abgeschottet war.

China Internationaler Tag der Krankenschwestern in Wuhan (picture-alliance/YFC/Costfoto)

Krankenschwestern in Wuhan gedachten am Dienstag zum Internationalen Tag der Pflege Florence Nightingale

Von den mehr als 80.000 offiziell gemeldeten Infektionen in China traten 50.000 allein in der Metropole auf. Von den landesweit mehr als 4000 offiziellen COVID-19-Todesopfern wurden mehr als 2500 in Wuhan registriert. Allerdings wird davon ausgegangen, dass bei weitem nicht alle Fälle in der offiziellen Statistik auftauchen.

China hat das Virus nach eigenen Angaben weitgehend unter Kontrolle, kämpft jedoch mit lokalen Ausbruchsherden. Eine zweistellige Zahl neuer Infektionen wurde kürzlich auch aus der nordostchinesischen Provinz Jilin gemeldet, die an Russland und Nordkorea grenzt.

Millionenstadt Jilin wird abgeriegelt 

In der gleichnamigen Stadt Jilin ergriffen die Behörden drastische Maßnahmen. Die gut vier Millionen Einwohner dürfen Jilin nur verlassen, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen können und sich in Quarantäne begeben, wie die Verwaltung mitteilte. Die Bus- und Zugverbindungen der Industriestadt gut tausend Kilometer von Peking entfernt sind ausgesetzt, auch Kinos und Fitnessstudios mussten wieder schließen.

In einem Vorort von Jilin war am Wochenende ein neuer Infektionsherd mit inzwischen 21 Fällen bekannt geworden. "Die aktuelle COVID-19-Lage ist recht komplex und ernst und es besteht das gewaltige Risiko, dass das Virus sich weiter ausbreiten wird", warnte Vize-Bürgermeisterin Gai Dongping.

Einige Infektionen konnten direkt zurückverfolgt werden zu einem Fall in dem nahe gelegenen Shulan, wo am Wochenende die Corona-Warnstufe nach Angaben von Ärzten wieder von "mittel" auf "hoch" heraufgesetzt werden musste.

se/sti (dpa, rtr, afp)

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