Corona-Live-Ticker vom 18. März: ″Größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg″ | Aktuell Welt | DW | 18.03.2020
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COVID-19

Corona-Live-Ticker vom 18. März: "Größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg"

In einer Fernsehansprache fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bürger in Deutschland eindringlich dazu auf, Sozialkontakte zu meiden, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Mehr dazu in unserem Live-Blog.

Video ansehen 12:46

Merkel zur Corona-Krise: "Es kommt auf jeden Einzelnen an"

In einer Fernsehansprache hat Bundeskanzlerin Angela Merkel an die Bürger in Deutschland appelliert, zur Eindämmung des Coronavirus Sozialkontakte zu meiden. Es sei existenziell, auf eines zu setzen: "das öffentliche Leben soweit es geht herunterzufahren", sagte Merkel in der Ansprache, die auf mehreren Sendern ausgestrahlt wurde. Es gehe darum, das Virus auf seinem Weg durch Deutschland zu verlangsamen, erklärte sie.

Es komme auf jeden an, appellierte die Kanzlerin. Der Rat der Virologen sei eindeutig: "Kein Handschlag mehr, gründlich und oft die Hände waschen, mindestens eineinhalb Meter Abstand zum Nächsten und am besten kaum noch Kontakte zu den ganz Alten, weil sie eben besonders gefährdet sind." Im Moment sei nur Abstand Ausdruck von Fürsorge, sagte Merkel.

Sie räumte ein, dass die Maßnahmen einschneidend und schwer seien, bezeichnete sie aber als notwendig. "Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst", sagte Merkel. Seit dem Zweiten Weltkrieg habe es keine Herausforderung gegeben, "bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankommt".

Dass es noch drastischere Maßnahmen gegen die Virusausbreitung geben könnte, schloss Merkel nicht aus. "Wir werden als Regierung stets neu prüfen, was sich wieder korrigieren lässt, aber auch: was womöglich noch nötig ist", sagte sie. Es sei eine dynamische Situation. Man werde "lernfähig bleiben, um jederzeit umdenken und mit anderen Instrumenten reagieren zu können".

Beim Robert-Koch-Institut wurden bis Mittwochvormittag mehr als 8000 Corona-Infizierte in Deutschland gemeldet. Zwölf Menschen sind hierzulande an den Folgen einer Erkrankung mit dem neuartigen Virus gestorben.

Die gesamte Ansprache der Bundeskanzlerin können Sie sich weiter oben ansehen.

Deutschland Berlin | Coronavirus | Ansprache Angela Merkel, Bundeskanzlerin (Imago Images/R. Wölk)

Zum ersten Mal in ihrer Amtszeit hielt Merkel eine spontane Fernsehansprache

Dieser Ticker ist nun geschlossen. Die aktuellen Nachrichten zur Pandemie finden Sie hier:

Alle Zeiten in MEZ

20.35 Uhr - Mit einem Online-Festival wollen sieben deutsche Popstars ihre Fans in der Coronakrise unterhalten. Beim "#Wirbleibenzuhause-Festival" werden die Künstler jeweils eine halbe Stunde lang von zuhause aus spielen. Die Gigs sollen am Sonntag auf den jeweiligen Instagram-Konten gestreamt werden. Viele Musiker haben ihre Konzerte verschieben oder absagen müssen.  

20.00 Uhr - Die EU-Kommission ist in Sorge um die Funktionsfähigkeit des Internets durch die verstärkte Nutzung von Video-Streamingdiensten in der Corona-Krise. EU-Kommissar Thierry Breton hat deshalb mit Netflix-Chef Reed Hastings über Wege gesprochen, die Belastung des Netzes zu senken. Eine Möglichkeit sei, heißt es aus Brüssel, die Bildqualität bei starker Auslastung automatisch von HD- auf Standard-Auflösung runterzuschrauben. Ein reibungslos funktionierendes Internet ist für die Millionen Arbeitnehmer wichtig, die nun von zu Hause aus arbeiten.

19.45 Uhr - Am zweiten Tag der Ausgangssperre in Frankreich ist die Zahl der Corona-Toten um 89 auf 264 gestiegen. Das sind im Vergleich zum Vortag fast 51 Prozent mehr. Auch die Infektionsfälle nahmen binnen 24 Stunden zu - um 18 Prozent. Mehr als 900 Patienten befänden sich zudem in einem ernsten Zustand und bräuchten lebenserhaltende Maßnahmen, so der Direktor der Gesundheitsbehörde, Jerome Salomon.

19.39 Uhr - Deutschland weitet die bereits an den Landesgrenzen zu fünf Nachbarländern geltenden Einreisebeschränkungen auch auf den Luft- und Schiffsverkehr aus. Wie das Bundesinnenministerium mitteilt, dürfen ab sofort nur noch Deutsche oder Reisende mit "einem dringenden Reisegrund" per Flugzeug oder Schiff aus Österreich, Spanien, Italien, der Schweiz, Luxemburg und Dänemark nach Deutschland kommen. Wer aus einem EU-Staat kommt, darf nur noch auf einem deutschen Flughafen landen, wenn er von dort aus weiter in sein Heimatland reist.

Deutschland Rostock | Fähre Scandlines nach Dänemark (picture-alliance/dpa/B. Wüstneck)

Fähre nach Gedser im Hafen von Rostock

19.32 Uhr - In Luxemburg sind eine Reihe von Notverordnungen in Kraft getreten. Bei Verstößen gegen strenge Ausgangsbeschränkungen drohten Geldstrafen, kündigte Regierungschef Xavier Bettel an. Cafés oder Restaurants, die in Zukunft noch geöffnet seien, müssten eine Geldstrafe von 4000 Euro zahlen. Im Wiederholungsfall werde sie verdoppelt. Wer auf den Straßen unterwegs sei, ohne dafür einen guten Grund zu haben, werde mit einer Geldbuße von 145 Euro verwarnt.

19.23 Uhr - Großbritannien setzt jetzt doch auf Schulschließungen. Die Regelung tritt landesweit am Freitagnachmittag in Kraft. Die Maßnahme gelte für unbestimmte Zeit, teilte Bildungsminister Gavin Williamson mit. Premierminister Boris Johnson hatte am Montag noch erklärt, auf Schulschließungen verzichten zu wollen. Britische Supermärkte kündigten an, ab Donnerstag eigene Öffnungszeiten nur für Ältere, Schwangere und Gebrechliche anzubieten. Zudem sollen Hamsterkäufe unterbunden werden.

18.16 UhrChiles Präsident Sebastian Piñera hat für 90 Tage den Ausnahmezustand über das südamerikanische Land verhängt. Damit können die Behörden unter anderem Versammlungen verbieten, Lebensmittelreserven anlegen, die Bewegungsfreiheit der Bürger einschränken und Ausgangssperren verhängen. Die Streitkräfte sollen in bestimmten Gegenden die Polizei unterstützen und auch im Gesundheitsbereich helfen. Militärs übernehmen die Kontrolle der öffentlichen Sicherheit in den verschiedenen chilenischen Regionen.

18.14 Uhr - Innerhalb von 24 Stunden sind in Italien weitere 475 Patienten an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben - ein Anstieg um 19 Prozent. Seit Beginn der Viruskrise im vergangenen Dezember ist dies die höchste Zahl an Todesfällen in einem Land an nur einem Tag. Die Zahl der Infektionen erhöhte sich in Italien auf mehr als 35.700. Insgesamt starben nach offiziellen Angaben bislang 2978 Menschen in dem südeuropäischen Land an COVID-19. Damit machen die Todesfälle in Italien mehr als die Hälfte aller Corona-Toten außerhalb Chinas aus.

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