Corona-Live-Ticker vom 17. März: Deutschland setzt Einreiseverbot umgehend um | Aktuell Welt | DW | 17.03.2020
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COVID-19

Corona-Live-Ticker vom 17. März: Deutschland setzt Einreiseverbot umgehend um

Die Grenzen sind dicht, die Menschen haben Angst - nicht nur vor dem Virus, sondern auch vor Lebensmittelknappheit und der verordneten Isolation. Die Lage in Kliniken wird kritischer; die Kanzlerin ist im Krisenmodus.

Dieser Ticker ist nun geschlossen. Hier noch einmal die Ereignisse vom Dienstag zum Nachlesen:

Alle Zeiten in MEZ

23.18 Uhr - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet schließt eine Ausgangssperre für die Zukunft nicht aus. Noch habe jeder allerdings die Chance, eine Ausgangssperre zu verhindern, indem er zuhause bleibe und Abstand zu anderen Menschen halte, sagte er dem ZDF. NRW hat die meisten Virus-Infizierten in Deutschland.

22.54 Uhr - In der Corona-Krise ist die Verfügbarkeit von Geld nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel gewährleistet. Merkel sagte am Abend, man solle nicht den vielen Gerüchten Glauben schenken, die im Umlauf seien. Zuvor hatte auch die Bundesbank erklärt, die Versorgung der Menschen mit Scheinen und Münzen sei gesichert.

22.01 Uhr - Die gesamte Handball-Nationalmannschaft wird wegen eines mit dem Coronavirus infizierten Nationalspielers unter Quarantäne gestellt. Kreisläufer Jannik Kohlbacher von den Rhein-Neckar Löwen ist positiv auf das Virus getestet worden.

21.40 Uhr - Wegen der Coronavirus-Pandemie hat nun auch Belgien eine Ausgangssperre verhängt. Die Regelung gelte ab Mittwochmittag und mindestens bis zum 5. April, sagte Regierungschefin Sophie Wilmès in Brüssel. Erlaubt sind nur noch zwingend erforderliche Wege zur Arbeit, Arztbesuche, Lebensmitteleinkäufe und Bewegung an der frischen Luft. 

Belgien Grand Place Zentrum von Brüssel (DW/B. Riegert)

Ein Paar macht auf dem verwaisten Grand Place im Zentrum von Brüssel ein Selfie

21.30 Uhr - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hofft, dass es bis zum Herbst einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus gibt. Sie stehe in Kontakt mit dem deutschen Pharmaunternehmen CureVac, das an einer "vielversprechenden Technologie" arbeite, sagte von der Leyen in einer Videobotschaft auf Twitter. 

19.55 Uhr - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bestätigt, dass Deutschland das geplante EU-weite Einreiseverbot umgehend umsetzt. Die Kanzlerin äußerte sich in Berlin nach den Beratungen mit ihren EU-Kollegen per Videokonferenz. Die Beschränkung gelte zunächst für 30 Tage. 

Deutschland Berlin | Coronavirus | Pressekonferenz Angela Merkel, Bundeskanzlerin (Reuters/AFP/J. MacDougall)

Die Kanzlerin bei ihrer Pressekonferenz am Abend

19.35 Uhr - Auch Russland schließt an diesem Mittwoch wegen der Pandemie seine Grenzen. Die Maßnahme gelte bis zum 1. Mai für alle Ausländer mit Ausnahme derer, die einen ständigen Wohnsitz im Land haben, wie in Moskau mitgeteilt wurde. 

19.30 Uhr - Deutschland will das weitgehende Einreiseverbot in die Europäische Union nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur unverzüglich umsetzen. Dies habe die Bundesregierung mitgeteilt, hieß es aus EU-Kreisen. 

19.15 Uhr - Auch in Israel gilt jetzt eine Ausgangssperre. Außerdem soll der öffentliche Nahverkehr in der Nacht eingestellt werden.

18.48 Uhr - Die brasilianische Fluglinie GOL stellt ihren internationalen Flugbetrieb vom 23. März bis zum 30. Juni ein. 

18.35 Uhr - Auch der israelische Botschafter in Berlin, Jemery Issacharoff, und ein weiterer Diplomat seines Landes in der deutschen Hauptstadt haben sich angesteckt.  

18.10 Uhr - In Deutschland wollen Bund und Länder die Zahl der Intensivbetten verdoppeln. Das geht aus einem Beschluss hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Politiker hätten einen Krankenhaus-Notfallplan beschlossen. 

18.00 Uhr - US-Präsident Donald Trump erklärte, er glaube nicht, dass man auch in den Vereinigten Staaten einen "nationalen Lockdown" anordnen müsse. Unterdessen ist die Zahl der Infizierten der Statistik der Johns Hopkins University zufolge auf mehr als 5.200 Menschen angestiegen. 92 Patienten seien bislang gestorben. 

17.30 Uhr - Der Welt-Fußballverband FIFA reagiert auf die Verschiebung der EM ins Jahr 2021: Die Klub-Weltmeisterschaft, die im kommenden Jahr eigentlich stattfinden sollte, wird nach den Worten von FIFA-Präsident Gianni Infantino verschoben. 

17.10 Uhr - Auch der Autohersteller Daimler stellt - wie auch Volkswagen - einen Großteil seiner Produktion in Europa aus. 

17.00 Uhr - US-Finanzminister Steve Mnuchin verwies auf die prekäre Lage der Fluggesellschaften. Ihr Betrieb sei praktisch zum Erliegen gekommen. Die Situation sei schlimmer als nach den Anschlägen vom 11. September. 

16.50 Uhr - Die traditionsreichen Tennismeisterschaften in Paris, die French Open, wurden verlegt. Der neue geplante Start: 20. September. 

16.40 Uhr - Frankreich schränkt auch den rezeptfreien Verkauf des Schmerzmittels Paracetamol ein: nur noch eine Packung pro Patient ohne Symptome wie Fieber oder Schmerzen, zwei Packungen bei Symptomen. 

16.40 Uhr - In Ägypten wird verfügt, dass alle Theater und Kinos geschlossen werden. 

16.10 Uhr - Auch Finnland bereitet sich inzwischen auf die Schließung seiner Grenzen vor. Innenministerin Maria Ohisalo kündigte in Helsinki an, der Grenzverkehr zu den Nachbarländern werde von Donnerstag Mitternacht an stark eingeschränkt. 

15.35 Uhr - In Großbritannien hat Königin Elisabeth ihre Gartenparties im Buckingham-Palast abgesagt, die traditionell zwischen Mai und Juli stattfinden. Zuvor waren bereits Reisen der Monarchin in England und andere Verpflichtungen des 93-jährigen Staatsoberhaupts abgesagt worden. Die Queen wird sich früher als geplant in ihren Osterurlaub nach Windsor Castle zurückziehen. 

15.20 Uhr - Die Uefa bestätigt die Entscheidung, die Fußball-EM zu verschieben. 

15.15 Uhr - In der Bundeshauptstadt Berlin wird kurzfristig eine eigene Klinik für Covid-19-Patienten geplant. Sie soll auf dem Messegelände der Stadt entstehen und Platz für bis zu 1000 Patienten bieten, wie Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) mitteilte. 

14.50 Uhr - Die für den 12. April vorgesehene Parlamentswahl in Nordmazedonien wird angesichts der Krise verschoben. Dies teilte Zoran Zaev, der Chef der regierenden Sozialdemokraten, nach Gesprächen mit Vertretern anderer Parteien in Skopje mit. 

14.35 Uhr - Die Bundesregierung hat versichert, dass sich die Deutschen keine Sorge um die Versorgung mit Lebensmitteln machen müssen. Dies sei gesichert, erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in Berlin. "Hamsterkäufe sind nicht nur unnötig, sie schaden auch", fügte die CDU-Politikerin hinzu. 

14.09 Uhr - Der CDU-Politiker Friedrich Merz, Kandidat für den Vorsitz der Christdemokraten, teilt mit, dass er sich mit dem Virus infiziert habe. "Ein am Sonntag bei mir durchgeführter Corona-Test ist positiv. Ich werde bis Ende nächster Woche zuhause unter Quarantäne stehen", sagte Merz in Berlin. 

13.45 Uhr - Die Europäische Fußball-Union (UEFA) will wegen der Coronavirus-Pandemie die für diesen Sommer geplante EM auf kommendes Jahr verschieben. Nach SID-Informationen haben dem entsprechenden Vorschlag am Dienstag bereits die nationalen Ligen sowie die Europäische Clubvereinigung ECA zugestimmt. Nun müssen in einer weiteren Videokonferenz noch die 55 Nationalverbände zustimmen, ehe das Exekutivkomitee die endgültige Entscheidung trifft.

13.21 UhrDie Regionalregierungder Balearischen Inseln, darunter Mallorca, ruft alle rund 25.000 verbliebenen Touristen dazu auf, schnellstmöglich in ihre Heimat zurückzukehren. Es mache keinen Sinn, dass die Menschen in den Hotels eingesperrt blieben, sagte Regionalpräsidentin Francina Armengol dem Radiosender "Cadena Ser". Man arbeite an einer "Operation Rückkehr" für alle ausländischen und spanischen Besucher der Inseln, sagte sie. Wie andere Regionen Spaniens erwägen auch die Balearen, einige Hotels zu Krankenhäusern umzufunktionieren.

 

13.12 Uhr - Mehrere südostasiatische Länder haben das öffentliche Leben und den Reiseverkehr drastisch eingeschränkt. Indonesienvergibt einen Monat lang keine Visa mehr bei Ankunft, sondern nur in den Heimatländern der Besucher. Deutsche dürfen derzeit nicht einreisen.

Im Großraum der thailändischen Hauptstadt Bangkok sollen Universitäten, Schulen, sowie viele Freizeiteinrichtungen zwei Wochen lang schließen. Größere Veranstaltungen sollen abgesagt werden. Das große thailändische Neujahrsfest Songkran im April mit Wasserschlachten und viel Reiseverkehr wurde abgesagt. Die Feiertage sollen später nachgeholt werden. Besucher aus Risikoländern - darunter Deutschland - müssen eine App installieren, mit der die Regierung sie ausfindig machen kann. Außerdem sollen sie zwei Wochen in heimische Quarantäne.  

In Malaysia müssen die meisten Geschäfte ab Mittwoch bis 31. März schließen. Malaysier dürfen das Land nicht verlassen, Ausländer nur beschränkt einreisen.

Philippinen Coronavirus (Reuters/E. Lopez)

Desinfektionsmasnahmen in Makati City in der Metropolregion der philippinischen Hauptstadt Manila

12.47 Uhr - Der Iranhat den Zugang zu den vier heiligsten Stätten des Landes gesperrt. Damit soll eine mögliche Ansteckung der Pilger verhindert werden. Die Schließung der Mausoleen führte bei streng gläubigen Muslimen zu heftigen Protesten. Das Tor eines Mausoleums in Ghom wurde aufgebrochen. Ähnliche Proteste gab es auch in Maschad vor dem Imam-Resa-Mausoleum, das die heiligste der vier Stätten ist. Gläubige Muslime sind der Auffassung, dass ein Besuch in diesen Mausoleen auch die schlimmsten Krankheiten heilen könne. Daher meinen auch viele Pilger, dass sie dort nicht mit dem Coronavirus infiziert würden. Kleriker versuchten im Staatsfernsehen die Gläubigen vom Gegenteil zu überzeugen.

Iran Coronavirus Fatima Masumeh Schrein (Getty Images/AFP/M. Marizad)

Glaubige vor dem Fatima-Massumeh-Schrein, dessen Tor noch aufgebrochen wurde

12.37 Uhr - Die EU-Kommission will trotz der COVID-19-Pandemie an ihren Klimaschutzplänen festhalten. Die Klimakrise sei nach wie vor Realität und erfordere "unsere ständige Aufmerksamkeit und Bemühungen", sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP. Der tschechische Regierungschef Andrej Babis hatte die EU-Kommission zuvor aufgefordert, ihre Klimaschutzpläne zurückzustellen: Europa solle den Green Deal "vergessen" und sich stattdessen auf die Bekämpfung der Pandemie konzentrieren.

12.27 Uhr - Auch Spanien meldet einen massiven Anstieg der Infektionen. In den vergangenen 24 Stunden gab es fast 2000 neue Fälle der Lungenkrankheit COVID-19, sagte der Nothilfekoordinator Fernando Simon. Damit steigt die Zahl auf insgesamt knapp 11.200 Infizierte. Fast 1100 Personen sind inzwischen schon wieder genesen. Spanien steht in der Liste mit den meisten Fällen an vierter Stelle. Seit Sonntag gilt eine Ausgangssperre.

12.10 Uhr - Im Iran ist die Zahl derTodesopfer binnen 24 Stunden um 135 auf 988 gestiegen. Im selben Zeitraum hätten sich 1178 Menschen neu angesteckt, sagt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums im staatlichen Fernsehen. Die Zahl der Infektionsfälle sei damit auf 16.169 angestiegen. Fast 5400 Patienten seien inzwischen wieder genesen.

12.08 Uhr - Kasachstan wird seine Hauptstadt Nur-Sultan und die größte Stadt Almaty abriegeln. Dies gelte von Donnerstag an, teilen die Behörden mit. Der Verkehr werde begrenzt, Restaurants dürften nur noch Gerichte ausliefern, der öffentliche Personenverkehr werde möglicherweise stillgelegt. In jeder Stadt leben mehr als eine Million Menschen.

12.07 Uhr - Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus rät die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Menschen davon ab, ohne ärztlichen Rat das Medikament Ibuprofen einzunehmen. Es gebe zwar keine neuen Studien, aus denen hervorgehe, dass Ibuprofen mit höher Sterblichkeit verbunden sei, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier in Genf. Aber die Experten prüften die Lage zurzeit. "Wir raten, im Verdachtsfall Paracetamol und nicht Ibuprofen einzunehmen", sagte Lindmeier. Der französische Gesundheitsminister hatte am Wochenende mit einem Tweet Aufsehen erregt, in dem er vor Entzündungshemmern wie Ibuprofen warnte.

Frankreich Coronavirus (Reuters/P. Rossignol)

Supermärkte bleiben während der Ausgangssperre geöffnet - trotzdem stehen Franzosen kurz vor dem Lockdown noch Schlange

12.00 Uhr - Wer in Frankreich  ab sofort das Haus verlassen will, kann dies in den nächsten 15 Tagen nur noch mit einem Formular der Regierung tun. Erlaubt ist: Lebensmittel einkaufen, zur Arbeit fahren, zum Arzt gehen, Kinder zur Betreuung bringen, Hilfsbedürftigen helfen oder allein Sport machen. Den Grund müssen die Menschen auf einem Formular ankreuzen sowie ihren Namen, ihr Geburtsdatum und den Wohnort eintragen. Wer keinen Drucker hat, muss ein selbst geschriebenes Formular mit sich führen. Menschen, die sich nicht an die Vorgaben halten, müssen bis zu 135 Euro Strafe zahlen. 

Derweil fährt der staatliche Bahnbetreiber SNCF sein Angebot drastisch herunter. In dieser Woche würden noch etwa 50 Prozent der normalen Kapazität bereitgestellt, erklärt die Regierung. In der kommenden Woche werde dies weiter eingeschränkt. 

11.50 Uhr - EU-Ratspräsident Charles Michel hat von den Mitgliedstaaten mehr Abstimmung untereinander bei Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie gefordert. Auch bei Grenzschließungen "müssen wir die Maßnahmen so weit wie möglich harmonisieren", sagte Michel im französischen Radio France Inter. In vielen europäischen Ländern erließen die Regierungen zuletzt Grenzschließungen und weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Michel begrüßte dies grundsätzlich. Die EU verfolge den Ansatz, "nicht notwendige Reisen so weit wie möglich einzuschränken, aber gleichzeitig die Bewegung von Waren und Gütern zu ermöglichen, um Engpässe zu vermeiden". Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten am Dienstagnachmittag über weitere Maßnahmen gegen die Pandemie.

11.35 Uhr - In Italien rechnen Experten bald mit einem Höhepunkt der Ansteckungswelle. Der für die norditalienische Region Lombardei zuständige Koordinator Giulio Gallera sagte, in den kommenden Tagen bis Sonntag, zeige sich, ob sich die Entwicklung verlangsamt. Der Virologe Roberto Burioni rechnete laut der Zeitung "Corriere della Sera" vor, dass ein Verlangsamungseffekt in der Statistik noch etwas länger auf sich warten lassen werde. Ähnlich äußerten sich Experten der Universität von Genua in der "Repubblica". Ihre Fachleute hätten den 25. März als möglichen Höhepunkt der Fallkurve ermittelt. Das alles gelte aber nur, wenn die Italiener sich strikt an die Vorgaben der Regierung zur sozialen Distanz halten würden. Das ganze Land war vorige Woche zum Sperrgebiet erklärt worden. Auch nach einem sogenannten "Peak" wird die Gesamtzahl der Infizierten zwar weiter steigen, aber nicht mehr so schnell.

Italien Coronavirus (Reuters/Policlinico Gemelli)

Ein Patient kommt in ein Krankenhaus in Rom, das speziell für die Behandlung von COVID-19-Fällen ausgewählt wurde

11.21 Uhr - Nun schließt auch Lettlandseine Grenze für den internationalen Personenverkehr. Ausgenommen sind lediglich heimkehrende lettische Staatsbürger und Ausländer mit dauerhaftem Wohnsitz in dem baltischen EU-Land. Umgekehrt können auch Ausländer, die in ihre Heimat zurückkehren wollen, die Grenze weiterhin passieren. Die lettische Fluggesellschaft Air Baltic stellt den Flugbetrieb bis zum 14. April ein.

11.09 Uhr - Neben VW fahren auch andere Autohersteller ihre Produktion herunter. In den Opel-Werken in Eisenach und Rüsselsheim wird die Arbeit ab diesem Dienstag ausgesetzt. Die Opel-Mutter PSA schloss wegen der Pandemie alle Werke in Europa bis zum 27. März. Auch Fiat-Chrysler, Ford und Renault schließen vorübergehend Werke wie auch der Reifenhersteller Michelin.

10.48 Uhr - Auch in Schwedenwerden die Schulen im Zuge der Coronakrise nun teilweise geschlossen. Ministerpräsident Stefan Löfven empfahl bei einer Pressekonferenz, dass alle Gymnasien, Universitäten und Berufsschulen ab Mittwoch auf Fernunterricht umstellen. Die Vor- und Grundschulen würden eventuell zu einem späteren Zeitpunkt geschlossen. Deshalb bereite man vor, die Betreuung der Kinder sicherzustellen, damit Eltern in gesellschaftlich wichtigen Positionen zur Arbeit gehen könnten. Eine ähnliche Regelung gibt es in Island, wo öffentliche Schulen für Schüler im Alter von sechs bis 15 Jahren sowie Kindergärten vorerst mit Einschränkungen weiter geöffnet sind. In Norwegen, Dänemarkund Finnland sind alle Schulen geschlossen.

Dänemark Coronavirus Schulschließung (Imago Images/Ritzau Scanpix)

Notbetreuung in Dänemark - die Eltern der beiden Kinder arbeiten im Krankenhaus von Odense

10.20 Uhr - Das Robert-Koch-Institut sieht erheblich gestiegene Gefahren für die Deutschen. Die Gefährdungslage werde ab heute auf "Hoch" eingestuft, sagt RKI-Chef Lothar Wieler. Grund sei die Dynamik der Pandemie. Es gebe vermehrt Alarmsignale selbst von gut ausgestatteten Kliniken. Die Zahl der schweren Erkrankungen steige. Die Meisten zeigten zwar nur milde Symptome, doch einer von fünf Infizierten habe einen schweren Krankheitsverlauf. Wieler verlangte, dass alle Krankenhäuser ihre Intensivkapazitäten mindestens verdoppeln. "Wir wissen noch nicht, wie die Sterberate am Ende aussieht." Klar sei, dass Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen besonders gefährdet seien.

Wieler betonte außerdem, die Zahl der Infizierten sei weltweit inzwischen größer als in China: "Zur Zeit ist Europa im Fokus der Pandemie." In China seien es insgesamt 81.000 offiziell gemeldete Infektionen, im Rest der Welt 86.000.

Infografik Covid-19 Selbstschutz DE

10.17 Uhr - In Polen sind alle bei der letzten Kabinettssitzung anwesenden Regierungsmitglieder auf das Coronavirus getestet worden. Zuvor war ein Test von Umweltminister Michal Wos positiv ausgefallen. Die Untersuchungsergebnisse würden am Dienstag erwartet, sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur PAP. Bis dahin würden die betroffenen Minister unter Quarantäne arbeiten. Dem infizierten Umweltminister geht es den Angaben zufolge gut. Regierungschef Mateusz Morawiecki und acht weitere Minister seien bei der fraglichen Kabinettssitzung nicht dabei gewesen, so der Regierungssprecher.

10.05 Uhr - In Ungarn sind die Grenzen für den Personenverkehr geschlossen. Ausgenommen sind lediglich Tagespendler in den grenznahen Regionen und heimkehrende ungarische Staatsbürger. Auch Lastwagen sollen die Grenzen weiterhin passieren können. Veranstaltungen sind grundsätzlich verboten. Viele Läden und Gastronomie-Betriebe sind geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet. Experten kritisieren, dass in Ungarn zu wenige Coronavirus-Tests durchgeführt würden. Bis zum Dienstagmorgen war bei 50 Menschen das Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden.

Griechenland Coronavirus Athen (Getty Images/AFP/L. Gouliamaki)

Wucher oder absolutes Schnäppchen? - einen Euro pro Gesichtsmaske verlangt ein Verkäufer auf einem Flohmarkt in Athen

10.00 Uhr - Auch die Türkei hat angekündigt, seine Staatsbürger bei der Rückkehr zu unterstützen. Nachdem die Türkei mehrere Flugverbindungen gestrichen hatte, sollen nun mehr als 3600 Türken, die in neun europäischen Ländern festsitzen, ausgeflogen werden, sagte Außenminister Mevlut Cavusoglu. Die Rückkehrer werden für 14 Tage unter Quarantäne gestellt.

09.33 Uhr - Der Iran hat vorübergehend rund 85.000 Gefangene freigelassen. Darunter seien auch politische Häftlinge, teilte ein Justizsprecher mit. In den Gefängnissen würden zudem Vorkehrungen getroffen, um den Ausbruch des Coronavirus einzudämmen. Der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Menschenrechte im Iran, Javaid Rehman, sagte bereits vor einer Woche, er habe Teheran gebeten, alle politischen Gefangene vorübergehend freizulassen. Im Iran sind die Gefängnisse massiv überbelegt. Nach China und Italien verzeichnet die Islamische Republik die drittmeisten Infektionsfälle weltweit.

Deutschland Coronavirus - Pk Außenminister Heiko Maas (picture-alliance/dpa/B. von Jutrczenka)

Bundesaußenminister Heiko Maas setzt eine "Luftbrücke" für im Ausland festsitzende Deutsche ein

09.15 Uhr - Bundesaußenminister Heiko Maas hat eine Rückholaktion für tausende Deutsche gestartet, die wegen Reisebeschränkungen in der Corona-Krise im Ausland festsitzen. Er kündigte in Berlin an, bis zu 50 Millionen Euro dafür zur Verfügung zu stellen. Zunächst sollen Deutsche aus besonders betroffenen Gebieten zurückgeholt werden. Dazu zählen Marokko, Ägypten, die Dominikanische Republik, die Philippinen und die Malediven. Zudem sprach Maas von einer formellen Reisewarnung für touristische Reisen weltweit. Bisher hatte das Auswärtige Amt nur von nicht notwendigen Reisen ins Ausland abgeraten.

09.07 Uhr - Der Volkswagen-Konzern will wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus seine Produktion in den meisten Werken in Deutschland und Europa stilllegen. In einem Brief des Betriebsrats in Wolfsburg an die Mitarbeiter heißt es, dass an den meisten Standorten am Freitag die letzte Schicht laufen soll. Die Produktion soll für zwei bis drei Wochen unterbrochen werden. Auch Audi-Werke sind davon betroffen.

09.03 Uhr - Auch die Ukraine wird das öffentliche Leben massiv einschränken. Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj sagte in einer Ansprache, ab Mittwoch um 12 Uhr werde landesweit der Zug- und Flugverkehr sowie der Transport mit U-Bahnen verboten. Im öffentlichen Personennahverkehr dürften nur noch wenige Personen gleichzeitig in einem Bus oder einer Straßenbahn fahren. Bereits seit diesem Dienstagmorgen müssten viele Geschäfte und Cafés sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen geschlossen bleiben, so Selenskyj. Auch Gottesdienste dürften nicht stattfinden. Bereits vorige Woche waren Bildungseinrichtungen geschlossen und größere Veranstaltungen verboten worden.

08.52 Uhr - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erwartet kein schnelles Ende der Corona-Krise. "Ich gehe davon aus, dass wir sicherlich den ganzen Monat April und den ganzen Monat Mai mit den Folgen zu tun haben", sagte er den Sendern RTL und ntv. Es werde in der Zeit noch eine "erhebliche Zahl von Neuinfektionen" geben. "Deshalb würde ich niemandem raten, darauf zu setzen, dass das in acht Tagen wieder vorbei ist." Gelder, Bürgschaften und Kredite müssten jetzt schnell bereitgestellt werden. 

Dies fordert auch der Handelsverband Deutschland (HDE) angesichts der bevorstehenden Schließungen von Geschäften. Es brauche "sofort Direktzahlungen", um eine Welle von Insolvenzen abzuwenden sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die bisher angekündigten Hilfspakete reichen seiner Meinung nach nicht aus.

Video ansehen 02:15

Corona-Krise trifft deutsche Wirtschaft

08.43 Uhr - In Frankreich stellt die Regierung den Unternehmen und Beschäftigten 45 Milliarden Euro für Krisenmaßnahmen bereit. "Wir wollen keine Pleiten", sagt Finanzminister Bruno Le Maire dem Hörfunksender RTL. Die Wirtschaft werde in diesem Jahr voraussichtlich um ein Prozent schrumpfen. Die Börse werde nicht dichtgemacht. Bevor man die Märkte schließe, solle man erst Leerverkäufe untersagen. Wie schon Präsident Emmanuel Macron, sprach auch Le Maire von einem Krieg gegen das Coronavirus.

08.35 Uhr - Der Flugzeugbauer Airbus unterbricht in seinen Werken in Spanien und Frankreich für vier Tage die Produktion. In dieser Zeit sollten die Arbeitsplätze auf die neuen Vorgaben zur Hygiene, Reinigung und dem nötigen Abstand zwischen den Mitarbeitern umgerüstet werden, teilte das Unternehmen mit. Wo immer möglich, sollten die Mitarbeiter in diesen Ländern von zu Hause arbeiten.

08.25 Uhr - Wegen der Pandemie kündigten Chile, Peru und Kolumbien an, ihre Grenzen abzuriegeln. "Wir haben entschieden, alle Land-, See- und Luftgrenzen unseres Landes für Ausländer zu schließen", erklärte der chilenische Präsident Sebastián Piñera. Perus Präsident Martin Vizcarra kündigte eine zweiwöchige Grenzschließung an. Kolumbien will die Grenzen bis zum 30. Mai sperren. Schon zuvor hatten mehrere lateinamerikanische Staaten die Ein- und Ausreise reglementiert.

Brasilien Coronavirus (Getty Images/AFP/C. de Souza)

Ein Straßenverkäufer bietet am berühmten Strand Copacabana in Rio de Janeiro Atemschutzmasken an

08.18 Uhr - Härtere Auflagen für Häftlinge wegen der Coronavirus-Pandemie haben in Brasilien zu einem Gefangenen-Aufstand und zu einer Massenflucht geführt. Zuvor war den Gefangenen im halboffenen Vollzug der Freigang untersagt worden. Das Argument war, dass die mehr als 34.000 Betroffenen bei ihrer Rückkehr in die Gefängnisse das Coronavirus einschleppen und andere Insassen anstecken könnten. Medien berichteten, insgesamt mehr als 1300 Gefangenen seien geflohen. Gefangene im halboffenen Vollzug dürfen normalerweise tagsüber das Gefängnis verlassen, etwa um zur Arbeit oder zur Schule zu gehen.

07.59 Uhr - Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat eine landesweite Quarantäne verhängt. Dies sei eine "drastische und notwendige Maßnahme". Zuvor waren bereits die Bewohner in einigen Landesteilen aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Die sechs Millionen Bewohner der Hauptstadt Caracas dürfen beispielsweise ihre Häuser nur noch in Ausnahmefällen verlassen - etwa, um ins Krankenhaus zu gehen oder Lebensmittel zu kaufen. Venezuela hatte seine ersten beiden offiziellen Fälle am Freitag gemeldet. Wie Maduro sagte, ist die Zahl inzwischen auf 33 gestiegen. Experten halten das venezolanische Gesundheitssystem für unzureichend gerüstet, um einer Pandemie zu begegnen.

07.43 Uhr - Nach Angaben der John-Hopkins-Universität in Baltimore, USA, gibt es weltweit inzwischen mehr als 182.400 bestätigte Infektionsfälle. Knapp 44 Prozent dieser Menschen  - mehr als 79.400 - sind inzwischen wieder gesund. Weltweit starben mehr als 7150 Personen an einer Infektion mit Sars-CoV-2.

Gesamte Fallzahlen weltweit - wenn die Karte nicht angezeigt wird, klicken Sie hier.

07.29 Uhr - Nachdem bereits mehrere Fluggesellschaften ihr Angebot deutlich zurückgefahren haben, werden auch die australische Fluggesellschaft Qantas und ihr Billigflieger Jetstar ihre internationalen Flüge um 90 Prozent reduzieren. Das gilt bis mindestens Ende Mai. Damit reagiert das Unternehmen auf die sinkende Nachfrage. Weltweit gelten in vielen Ländern Reisebeschränkungen. Am Sonntag hatte die australische Regierung verkündet, dass sich alle Reisende nach ihrer Ankunft 14 Tage in heimische Quarantäne begeben müssen.

07.18 Uhr - Auch Kirgistan schließt seine Grenze. Ausländer dürfen nicht mehr einreisen, sagte Vize-Ministerpräsidentin Altynai Omurbekowa. In dem zentralasiatischen Land gibt es offiziell keine Infektionen mit dem Coronavirus.

Philippinen Coronavirus (Reuters/E. Lopez)

Selten so leer: Das Hauptgeschäftszentrum in Manila

06.53 Uhr - Die Philippinen haben ihren Börsenhandel eingestellt. Zuvor hatte die Regierung für den nördlichen Teil des Landes - darunter auch die Hauptstadt Manila - Maßnahmen verschärft, um die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zu verlangsamen. Wie der Präsident und Geschäftsführer der Börse, Ramon Monzon, mitteilte, bleibt der Handel "bis auf Weiteres" ausgesetzt. Tausende Menschen waren in der Metropolregion Manila und anderen Teilen der Hauptinsel Luzon zu Fuß unterwegs, da der öffentliche Nahverkehr ausgesetzt wurde. Die Fluggesellschaft Philippine Airlines streicht alle seine Inlandsflüge. Internationale Flüge gibt es ab Donnerstag nicht mehr.

06.20 Uhr - Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten zwar erst am Dienstagnachmittag über weitere Maßnahmen gegen die Pandemie - nach Darstellung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron ist der Einreisestopp in die Europäische Union aber bereits ausgemacht. Macron sagte in einer Fernsehansprache, die EU schließe ab Dienstagmittag ihre Außengrenzen für 30 Tage. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte vorgeschlagen, alle "nicht notwendigen Reisen" in die EU zunächst zu verbieten. Ihr Konzept sieht aber Ausnahmen für bestimmte Gruppen vor. Dazu gehören Ausländer, die schon lange in der EU leben und ausländische Familienmitglieder von EU-Bürgern.

06.13 Uhr - Wer nach Griechenland einreist, muss sich nun für 14 Tage in Quarantäne begeben. Die Auflage gilt für alle Einreisenden unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft. Wer sich nach der Einreise nicht in Isolation halte, müsse mit einer Geldstrafe rechnen, sagte Regierungssprecherin Aristotelia Peloni in Athen. Was sie für den Umgang mit neu ins Land gelangenden Flüchtlingen bedeutet, blieb zunächst unklar. Griechenland hatte zuvor bereits den Betrieb von Schulen, Universitäten, Gerichten und Kinos eingestellt. Ab diesem Mittwoch sollen nach Angaben der Sprecherin auch die meisten Geschäfte schließen.

05.58 Uhr - Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius fordert ein härteres Vorgehen gegen Falschnachrichten und Halbwahrheiten in der Coronakrise. Der SPD-Politiker sagte dem Nachrichtenmagazin "Spiegel": "Fake News zur Versorgungslage in Zeiten der Coronakrise sind brandgefährlich." Er verlangte, mit Bußgeldern "oder sogar Strafandrohungen" abzuschrecken. Er forderte, bestehende Gesetze entsprechend zu interpretieren oder anzupassen.

Spanien, Madrid: Ausnahmezustand wegen COVID-19 (Reuters/J. Medina)

Wird die Ausgangssperre eingehalten? - Patrouille in Madrid, Spanien

05.42 Uhr - Der Einreisestopp in die USA aus Großbritannien und Irland ist in Kraft. US-Amerikaner und Personen mit einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis sowie deren Angehörige dürfen aus den beiden Ländern in die USA zurückkehren, müssen sich aber einer Gesundheitskontrolle unterziehen. Sie sind außerdem aufgerufen, sich in eine 14-tägige Selbstquarantäne zu begeben. Bereits in der Nacht zu Samstag war ein 30-tägiger Einreisestopp in die USA für Ausländer aus dem Schengen-Raum in Kraft getreten.

Einen Überblick zur Situation in den USA können Sie hier nachlesen.

05.30 Uhr - Der weltgrößte Online-Händler Amazon will mehr Menschen einstellen. Grund ist der Anstieg der Bestellungen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus. Das Unternehmen kündigte an, in den USA 100.000 zusätzliche Voll- und Teilzeitkräfte für Lager und Auslieferung anzuheuern, um die gestiegene Nachfrage bewältigen zu können. Zudem will Amazon die Stundenlöhne für Beschäftigte in den USA, Kanada und Europa erhöhen.

ust/as (rtr, dpa, afp, ap, John-Hopkins-Universität, Phoenix, faz)

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