Corona-Live-Ticker vom 17. April: ″Einschränkungen bis Ende des Jahres″ | Aktuell Welt | DW | 17.04.2020
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COVID-19

Corona-Live-Ticker vom 17. April: "Einschränkungen bis Ende des Jahres"

NRW-Landeschef Laschet rechnet nicht mit einer baldigen Normalität. Als erstes Bundesland führt Sachsen eine Mundschutz-Pflicht ein. Der Kreml genehmigt den Einsatz eines Malaria-Mittels. Mehr im Live-Blog.

Noch sind Fußgängerzonen vielerorts wie hier in Speyer verwaist

Noch sind Fußgängerzonen vielerorts wie hier in Speyer verwaist

Dieser Ticker ist nun geschlossen - hier noch einmal das Wichtigste in Kürze:

  • In Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern gilt bald eine Maskenpflicht im ÖPNV 
  • In Deutschland sollen ab Mitte August Millionen Masken pro Woche produziert werden
  • In China korrigieren die Behörden die Zahl der Toten nach oben

Die Meldungen im Einzelnen - alle Zeiten in MESZ

22.18 Uhr - Italien hat am Freitag eine Rekordzahl von Menschen gemeldet, die eine Coronavirus-Infektion überstanden haben. Binnen 24 Stunden seien 2563 Personen genesen, teilte der Zivilschutz mit. Allerdings seien seit Donnerstagabend auch 575 Menschen gestorben. 

21.13 Uhr - Afrika kann nach Angaben eines hochrangigen WHO-Mitarbeiters der Pandemie noch Einhalt gebieten. "Wir glauben nicht, dass die Krankheit über den Punkt hinaus ist, wo sie nicht mehr eingedämmt werden kann", sagt der Leiter des Notfallprogramms der Weltgesundheitsorganisation, Mike Ryan. Die UN-Wirtschaftskommission für Afrika hatte zuvor von vermutlich mindestens 300.000 Toten auf dem Kontinent gesprochen. 

20.58 Uhr - Die Weltbank fürchtet, dass die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie alle Fortschritte der ärmeren Länder zunichte machen. Es müsse schnell gehandelt werden, sagte Weltbank-Chef David Malpass am Freitag bei der Frühjahrstagung per Videokonferenz. Die Weltbank will in den kommenden 15 Monaten armen Ländern in Asien, Afrika und Lateinamerika 160 Milliarden Dollar (147 Milliarden Euro) zur Verfügung stellen, um die Folgen der Pandemie abzufedern.
 "Es ist klar, dass das nicht genug sein wird", räumte Malpass ein. Die Hilfen richten sich an Länder wie Äthiopien, Afghanistan, Haiti, Ecuador, Indien, die Mongolei und Tadschikistan.

20.28 Uhr - Infolge des dramatischen Anstiegs der Arbeitslosigkeit in den USA haben einer Studie zufolge innerhalb eines Monats Millionen Menschen ihre Krankenversicherung verloren. Weil fast die Hälfte der Arbeitnehmer in den USA über den Arbeitgeber krankenversichert sind, haben bis zu 9,2 Millionen Menschen ihren Schutz verloren oder könnten sich die neuen Beiträge wohl nicht mehr leisten. Das geht aus der Studie des Instituts für Wirtschaftspolitik (EPI) hervor. Wegen der Corona-Krise haben in den Vereinigten Staaten seit Mitte März rund 22 Millionen Menschen Arbeitslosenhilfe beantragt.

19.57 Uhr - New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hat sich mit US-Präsident Donald Trump einen hitzigen verbalen Schlagabtausch über die Zuständigkeiten beim Kampf gegen die Corona-Pandemie geliefert. Cuomo hielt am Freitag seine tägliche Pressekonferenz und forderte unter anderem mehr Geld aus Washington, als Trump twitterte: "Gouverneur Cuomo sollte mehr Zeit auf das 'Machen' und weniger Zeit auf das 'sich Beschweren' verwenden. Geh raus und erledige die Arbeit. Hör auf zu reden!" Noch während der Pressekonferenz darauf angesprochen, wurde Cuomo - der sich in der Krise zuletzt national profilierte hatte - sichtlich wütend: "Wenn er Zuhause sitzt und Fernsehen schaut, sollte er vielleicht aufstehen und zur Arbeit gehen."

19.32 Uhr - Der polnische Gesundheitsminister Lukasz Szumowski kann bis zur Verfügbarkeit eines Impfstoffes "in eineinhalb bis zwei Jahren" nur Briefwahlen empfehlen. Damit werde der Kontakt zwischen den Menschen möglichst gering gehalten. In Polen soll eigentlich am 10. Mai die Präsidentenwahl stattfinden.

19.27 Uhr - Die Lage in Italien ist den zwölften Tag in Folge etwa unverändert geblieben. Das Katastrophenschutzamt gibt die Zahl der neuen Toten mit 575 an. Am Donnerstag waren es 525. Insgesamt sind an dem Virus 22.745 Personen gestorben. Die Zahl der neuen bekannten Infektionen ging um 3493 zurück.

19.20 Uhr - Ebenso wie Sachsen führt auch Mecklenburg-Vorpommern eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr ein. Wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag in Schwerin sagte, müssen Nutzer von Straßenbahn, Bus oder Taxi im Kampf gegen das Coronavirus künftig einen Mund- und Nasenschutz tragen. Alternativ könne auch ein Tuch als Schutz getragen werden. Für Einkäufe in Geschäften des Einzelhandels gelte hingegen weiterhin die dringende Empfehlung, eine sogenannte Alltagsmaske zu tragen, nicht aber eine Pflicht.

Manuela Schwesig gibt Amt bei der Bundes-SPD auf (picture-alliance/dpa/J. Büttner)

Manuela Schwesig, die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern

19.15 Uhr - Serbien hat seiner ehemaligen Provinz Kosovo 1000 Test-Kits für die Corona-Diagnose gespendet. Die Lieferung traf in der Republik Kosovo ein, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Pristina bestätigte. Die Schenkung sei Teil der regionalen Zusammenarbeit, die zur Zurückdrängung des Sars-CoV-2-Virus vereinbart wurde. Die humanitäre Geste aus Belgrad ist umso bemerkenswerte, als Serbien sich seit Jahren weigert, die Unabhängigkeitserklärung der ehemaligen Provinz anzuerkennen.

18.54 Uhr -  Fast 17.000 Mitarbeiter des Gesundheitswesens in Italien haben sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Sie machen damit rund ein Zehntel der landesweiten Corona-Fälle aus, wie das nationale Institut für Gesundheit mitteilte. Gut 43 Prozent der 16.991 Infizierten sind demnach Krankenpfleger und Hebammen. Knapp ein Fünftel der Erkrankten sind Krankenhausärzte.

18.25 Uhr - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin, Marcel Fratzscher, hat mehr europäische Solidarität Deutschlands in der Corona-Krise angemahnt. Mit Blick auf die Diskussion über sogenannte Corona-Bonds sagte er der Deutschen Welle: "Deutschland muss noch mehr Solidarität zeigen, nicht nur was jetzt die kurzfristige Hilfe angeht, sondern auch langfristig." Es gehe nicht um einen Ideologischen Streit darüber, wie das genau finanziert werden soll - über Eurobonds ja oder nein - sondern das Ziel sei wichtig, "dass konkret Geld von den reicheren Ländern zu den schwächeren Länder fließt." Fratzscher fügte hinzu: "Der deutsche Staat und auch viele anderen europäischen Länder können es sich auch leisten, für Europa geradezustehen."

17.52 Uhr - Der Vorschlag von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zur Verkürzung der Sommerferien stößt in mehreren Bundesländern auf Ablehnung. Die Zeitung "Welt" zitiert in einem Vorabbericht Kultusminister und Schulsenatoren aus Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Niedersachsen, die die Idee ablehnen.

17.48 Uhr - Im US-Bundesstaat New York werden weniger Infizierte als zuletzt im Krankenhaus behandelt. Die Zahl sei auf 17.316 gesunken nach 17.735 am Vortag und damit auf den niedrigsten Stand seit dem 5. April. Allerdings sei die Zahl der neuen Todesfälle um 630 gestiegen nach zuletzt 606.

Mitarbeiter eines Krankenhauses in New York freuen sich über Applaus von Polizisten und weiteren New Yorkern

Mitarbeiter eines Krankenhauses in New York freuen sich über Applaus von Polizisten und weiteren New Yorkern

17.46 Uhr - Der Anwalt des umstrittenen US-Baptistenpastors Tony Spell, Jeff Wittenbrink, hat sich mit Corona infiziert. Spell hatte seine Gemeinde im Bundesstaat Louisina zuletzt aufgerufen, die Auflagen zur Ausbreitung des Virus zu missachten und den Gottesdienst zu besuchen. Der Anwalt hatte den Angaben zufolge Anfang April zwei Gottesdienste besucht und dort Spell und anderen die Hand geschüttelt. Derzeit liege er im Baton Rouge Medical Center, nachdem sich sein Zustand in den vergangenen Tagen verschlechtert habe.
"Wahre Christen stört es nicht, am Coronavirus zu sterben", hatte Spell in der vergangenen Woche erklärt. Gegen ihn liegen mehrere Anklagen wegen Missachtung der Versammlungsverbote vor. 

17.35 Uhr - Kleinere Läden dürfen in Brandenburg ab Mittwoch nächster Woche wieder öffnen - auch in Einkaufszentren. Das gilt für einzelne Geschäfte mit bis zu 800 Quadratmeter Verkaufsfläche oder für die Geschäfte, die sie auf diese Fläche verkleinern, wie das Kabinett in Potsdam beschließt. Unabhängig von der Größe dürfen dann auch Auto-, Fahrrad- und Buchhändler wieder aufmachen. Brandenburg hat sich dafür mit dem Nachbarland Berlin abgestimmt. Dort sollen Geschäfte bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche am Mittwoch oder Donnerstag öffnen. 

16.58 Uhr - Die Gesundheitsbehörden in der EU und den USA sowie 16 große Pharmakonzerne kooperieren im Kampf gegen die Epidemie. "Wir müssen die ganze Macht der biomedizinischen Forschung in diese Krise einbringen", erklärt der Leiter der Nationalen Gesundheitsinstitute der USA (NIH), Francis Collins. Neben der US-Aufsicht FDA sind demnach auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und Unternehmen wie Pfizer, Johnson & Johnson, Novartis, Sanofi und Roche an dem "Activ" getauften Programm beteiligt.

16.48 Uhr - Thailands Ministerpräsident Prayuth Chan-ocha bittet die 20 reichsten Bürger des Landes um Hilfe. Er werde in der kommenden Woche einen offenen Brief an sie schicken, sagt er in einer Fernsehansprache, ohne Namen zu nennen. Thailands Tourismusindustrie leidet stark unter den Reisebeschränkungen.

Armin Laschet Ende März bei einem Pressetermin

Armin Laschet Ende März bei einem Pressetermin

16.47 Uhr -  Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) geht davon aus, dass Deutschland in der Corona-Krise noch eine lange Phase des Verzichts bevorsteht."Es wird weiterhin Einschränkungen geben müssen - sicher bis zum Ende des Jahres, wahrscheinlich darüber hinaus", sagt er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Wir werden unser altes Leben noch lange nicht leben können. Abstand und Schutz werden Regel und Maßstab unseres Alltags bleiben." Der CDU-Bundesvize, der Parteichef und womöglich Kanzlerkandidat werden möchte, wies den Vorwurf zurück, er liefere sich mit dem bayerischen Landeschef Markus Söder (CSU) ein Fernduell um die klügsten Corona-Strategien. 

16.20 Uhr - In Deutschland ist die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus einer Umfrage im Auftrag das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zufolge zuletzt stark gesunken. Laut dem "BfR-Corona-Monitor" sank der Anteil der Befragten, die sich vor einer Infektion fürchten, in dieser Woche auf 26 Prozent. In der Vorwoche waren es demnach noch 40 Prozent gewesen. Befragt wurden rund 500 Menschen. Insbesondere die jüngeren Menschen schätzten die gesundheitlichen Folgen des neuartigen Virus "als nicht mehr so groß ein", erklärte BfR-Präsident Andreas Hensel. Demnach sank auch die Zustimmung zu Restriktionen wie Ausgangsbeschränkungen oder Ladenschließungen

16.20 Uhr - In Deutschland sind mehr als 136.900 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: Mehr als 133.200 Infektionen). Mindestens 4020 (Vortag Stand 16.15 Uhr: 3740) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt

16.15 Uhr - Auf dem französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" sind 1081 Besatzungsmitglieder infiziert, sagt Verteidigungsminister Florence Parly vor dem Parlament. Das ist fast die halbe Mannschaft. Symptome seien bei 545 Matrosen nachgewiesen worden, 24 würden im Krankenhaus behandelt. Wie sich die Besatzung angesteckt hat, sei derzeit unklar. 

Der französische Präsident Emmanuel Macron während einer Videokonferenz

Der französische Präsident Emmanuel Macron während einer Videokonferenz

16.14 Uhr - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und sein russischer Kollege Wladimir Putin haben sich nach Kremlangaben über die Lage in der Coronavirus-Pandemie ausgetauscht. Macron habe dafür gedankt, dass Russland bei der Rückführung von Franzosen in ihre Heimat geholfen und auch den Transport von medizinischer Ausrüstung ermöglicht habe, teilt der Kreml mit. Informiert hätten sich die beiden Staatschefs zudem über die jeweiligen Schritte in ihren Ländern, um die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Krise zu minimieren.

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