Corona: Greift Madrid in Madrid durch? | Aktuell Europa | DW | 26.09.2020
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Spanien

Corona: Greift Madrid in Madrid durch?

Angesichts der Flut neuer Corona-Fälle im Großraum Madrid prüft die spanische Zentralregierung, die Hauptstadt weitgehend abzuriegeln - auch gegen den Willen der Regionalregierung.

Spanien Coronakrise PK Coronamaßnahmen Salvador Illa Gesundheitsminister (Juan Carlos Rojas/dpa/picture-alliance)

Gesundheitsminister Salvador Illa: "Es kommen schwere Wochen auf uns zu"

"Es besteht ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko für die Madrider Bevölkerung", erklärte Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa mit Blick auf die Corona-Pandemie. Die Hauptstadtregion mit 6,5 Millionen Einwohnern müsse dringend striktere Schutzmaßnahmen und Ausgangssperren umsetzen. Es gehe nun darum, eine epidemiologische, keine ideologische Schlacht zu schlagen, betonte der Sozialist Illa.

Streit um Lockdown

Zwischen der sozialistischen Zentralregierung in Madrid und der konservativen Madrider Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso herrscht bereits seit Wochen eine heftige politische Auseinandersetzung über das Thema. Unter Hinweis auf die Folgen für die Wirtschaft weigert sich Díaz Ayuso bisher, die Hauptstadt weitgehend abzuriegeln. Entgegen des dringenden Rates der Zentralregierung hatte sie am Freitag lediglich einige weitere Gebiete Madrids mit besonders hohen Corona-Werten unter eine Teilabriegelung gestellt.

Spanien Madrid Coronakrise PK Coronamaßnahmen Isabel Diaz Ayuso (J. Hellín/Europa Press/picture-alliance )

Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso: Sie will keinen flächendeckenden Lockdown wie im Frühjahr

Gesundheitsexperten kritisieren die bisher ergriffenen Maßnahmen als unzureichend und unwirksam. Diese seien "unverantwortlich im Hinblick auf die öffentliche Gesundheit und werden Leiden bereiten sowie Leben kosten", meinte etwa der frühere Krisendirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Daniel Lopez Acuna.

Die Zentralregierung erwäge inzwischen eine weitgehende Abriegelung Madrids auch gegen den Willen der Regionalregierung, berichten spanische Medien unter Berufung auf informierte Kreise. Das würden die Gesetze für den Fall einer akuten Gesundheitskrise erlauben, hieß es. Ein Durchgreifen der Zentralregierung gegen die Regionalregierung dürfte allerdings den ohnehin sehr aggressiven Dauerstreit zwischen beiden Lagern noch einmal erheblich verschärfen.

Extreme Fallzahlen

Madrid ist inzwischen das Zentrum der Corona-Pandemie in Westeuropa. Binnen 14 Tagen wurden dort nach Zahlen vom Freitag 721 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner registriert. Für ganz Spanien liegt dieser Wert bei 282, in Deutschland - auf sieben Tage gerechnet - nur bei 13.

wa/ack (dpa, kna)

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