Christen aus aller Welt feiern im Heiligen Land Weihnachten | Aktuell Nahost | DW | 24.12.2017
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Weihnachten

Christen aus aller Welt feiern im Heiligen Land Weihnachten

Seit mehr als zwei Wochen steht Jerusalem im Zentrum einer Krise. Doch viele Touristen haben sich von gewaltsamen Unruhen nicht abschrecken lassen - sie feiern Weihnachten am Ort der biblischen Geschichte.

Erzbischof Pizzaballa (M.) während der Messe (Getty Images/H.Bader)

Erzbischof Pizzaballa (M.) während der Messe

Tausende Christen aus aller Welt feiern im Heiligen Land Weihnachten. Die Feiern werden in diesem Jahr überschattet von der Krise um die umstrittene Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA. In der Altstadt waren viele bewaffnete Sicherheitskräfte unterwegs.

In Bethlehem kritisierte der Leiter des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, die einseitige Entscheidung der USA, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen. Pizzaballa wich von seiner vorbereiteten Rede ab, um auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump einzugehen, die US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen.

"Jerusalem ist eine Stadt des Friedens, doch kann es keinen Frieden geben, wenn einer ausgeschlossen ist", mahnte Pizzaballa bei der Mitternachtsmesse in der Geburtsstadt Jesu. "Jerusalem ist unsere Mutter" fügte er hinzu, doch wenn die Mutter eines seiner Kinder verliere, könne sie "keinen Frieden finden - also beten wir für Jerusalem". An dem Gottesdienst in Bethlehem nahm auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, ein Muslim, teil. Starker Regen und kalter Wind verstärkten unterdessen die gedrückte Stimmung auf dem Platz vor der Geburtskirche.

Gedrückte Stimmung

Der Andrang vor der Geburtskirche war angesichts der gewaltsamen Proteste in den Palästinensergebieten gegen Trumps Jerusalem-Entscheidung vergleichsweise gering. Die Christin Nahil Banura aus Beit Sahur im Westjordanland sagte, es sei "traurig", dass die Spannungen nach Trumps Entscheidung viele Palästinenser und Pilger abgeschreckt hätten. "Die Leute gehen kaum noch nach draußen."

Weniger Touristen

Bereits in den vergangenen Tagen hatte Erzbischof Pizzaballa beklagt, die Spannungen in Jerusalem und den Palästinensergebieten hätten "die Aufmerksamkeit von Weihnachten abgelenkt". Nach seinen Angaben haben seit Trumps Ankündigung vom 6. Dezember "dutzende" Touristengruppen ihre Pilgerfahrten ins Heilige Land aufgrund der Sicherheitslage abgesagt.

Trump hatte im Alleingang Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkannt. Die Palästinenser reagierten mit heftigen Protesten - bei Unruhen und israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sind bisher zwölf Palästinenser getötet und hunderte verletzt worden.

In den engen Gassen der Altstadt Jerusalems waren einige Touristen zu sehen, es gab allerdings kein dichtes Gedränge. Ein palästinensischer Händler, der christliche Andenken verkauft, beschwerte sich über schlechte Geschäfte in den letzten Wochen. "Das ist der Trump-Effekt", schimpfte er.

cr/sam (dpa, afp, kna)