Chinas Exporte gehen deutlich zurück | Aktuell Asien | DW | 14.01.2019
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Wirtschaft

Chinas Exporte gehen deutlich zurück

Pekings Außenhandel bricht ein. Dagegen steigt der chinesische Überschuss im US-Handel deutlich - trotz der Strafzölle der Vereinigten Staaten. Die Finanzmärkte reagieren besorgt.

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Chinas Exporte brechen ein

Der Zollstreit mit den USA und das langsamere Wirtschaftswachstum haben den chinesischen Außenhandel am Jahresende stark belastet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gingen die Exporte im Dezember um 4,4 Prozent zurück. Die Importe lagen sogar um 7,6 Prozent niedriger. Beide Werte fielen so schlecht aus wie seit 2016 nicht mehr.

Die Bilanz für das Gesamtjahr 2018 liest sich etwas besser: Verglichen mit 2017 stiegen die Ausfuhren nach Regierungsangaben um knapp zehn Prozent, die Einfuhren erhöhten sich um fast 16 Prozent. Gleichwohl war der Überschuss im weltweiten Handel der geringste seit fünf Jahren.

Ausfuhren nach Amerika steigen weiter

Pekings Überschuss im US-Handel wuchs dagegen deutlich - ungeachtet des Zollstreits mit den Vereinigten Staaten: Im Verhältnis zum Vorjahr stieg der Wert um 17,2 Prozent auf 323,3 Milliarden Dollar (knapp 282 Milliarden Euro). Die Exporte in die USA nahmen um 11,3 Prozent zu, die Importe in umgekehrter Richtung nur um 0,7 Prozent.

Der Handelsbilanz-Defizit seines Landes gegenüber China ist US-Präsident Donald Trump seit langem ein Dorn im Auge. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt überzogen sich 2018 wechselseitig mit Strafzöllen. In der vergangenen Woche hielt sich eine US-Delegation zu dreitägigen Gesprächen in Peking auf, um weiter über eine Entschärfung des Handelsstreits zu beraten.

Handel mit Nordkorea bricht ein

Für den Rückgang der chinesischen Exporte gibt es mehrere Gründe. So sorgte die Abkühlung der Weltwirtschaft zuletzt für geringere Auslandsnachfrage nach Waren aus der Volksrepublik. Ein kleinerer Effekt geht auf UN-Sanktionen gegen Nordkorea zurück. Diese haben Chinas Handel mit dem weitgehend abgeschotteten Staat um rund die Hälfte einbrechen lassen. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die nordkoreanischen Einfuhren um 88 Prozent auf 1,42 Milliarden Yuan (184 Millionen Euro). Die Ausfuhren fielen um 33,3 Prozent auf 14,7 Milliarden Yuan (1,9 Milliarden Euro). Der UN-Sicherheitsrat hatte wegen des nordkoreanischen Atomprogramms 2017 harte Strafmaßnahmen gegen das Land verhängt.

An den Finanzmärkten wurden bestehende Konjunkturängste durch die jüngsten Zahlen aus Peking verstärkt. In Asien reagierten die meisten Börsen mit Kursverlusten. Zusätzlich belastet wurde die Stimmung durch schwache Zahlen zu den Autoverkäufen in China: Nach offiziellen Angaben schrumpfte der Absatz 2018 zum ersten Mal seit 28 Jahren. Beobachter rechnen daher mit weiteren Konjunkturmaßnahmen der chinesischen Regierung. Die Führung versucht bereits, mit Investitionen in die Infrastruktur und mit Steuersenkungen die Binnennachfrage anzukurbeln.

jj/ww (dpa, afp, rtr)

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