China droht USA mit eigenen Zöllen | Wirtschaft | DW | 03.08.2018
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Handelsstreit

China droht USA mit eigenen Zöllen

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China könnte weiter eskalieren. Am Freitag gab die Führung in Peking bekannt, dass auf mögliche Zölle seitens der USA mit Gegenmaßnahmen reagiert werden würde.

Das Finanzministerium in Peking veröffentlichte eine Liste mit rund 5200 US-Gütern im Gesamtwert von 60 Milliarden US-Dollar. Je nach Produkt gehe es um neue Zollsätze von fünf, zehn, 20 und 25 Prozent.

Die Regierung in Peking nannte die von ihr angedrohten Maßnahmen "rational", zugleich aber zurückhaltend. Sie behielt sich vor, gegebenenfalls noch nachzulegen.

Die Zölle sollen erhoben werden, falls die USA ihre Drohung wahrmachen und ihrerseits Zusatzgebühren auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar verhängen. Die USA erheben bereits Zölle auf chinesische Güter im Wert von 34 Milliarden Dollar. Weitere Zölle auf Güter im Wert von 16 Milliarden Dollar sollen bald folgen.

USA beklagen gewaltiges Defizit

China ist für die USA der wichtigste Handelspartner. Umgekehrt ist es genauso. Das gesamte bilaterale Handelsvolumen mit Waren belief sich im vergangenen Jahr auf 636 Milliarden Dollar. Damit entfällt jeder sechste Dollar im US-amerikanischen Handelsgeschäft mit anderen Ländern auf China.

Dabei ergab sich für die USA 2017 allerdings ein riesiges Defizit. Die Waren-Exporte der USA blieben mit rund 130 Milliarden Dollar sehr deutlich hinter den Importen aus der Volksrepublik von gut 505 Milliarden Dollar zurück - per saldo ein Minus von 375 Milliarden. Bezieht man Dienstleistungen ein, ergibt sich immer noch ein US-Defizit gegenüber China von 335,7 Milliarden Dollar.

Konsumgüter beim größten Gläubiger kaufen ...

Bei amerikanischen Einfuhren aus China dominieren Konsumgüter. Importe von Autos und Autoteilen spielen keine entscheidende Rolle. Das gilt auch für die Exportseite der USA. Hier geht es vor allem um Anlagen, Industrieprodukte, langlebige Gebrauchsgüter sowie Reise-Dienstleistungen.

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China wächst trotz Handelsstreit

Einen erheblichen Anteil der Einnahmen aus dem Handel mit den USA verwendet China darauf, amerikanische Staatsanleihen zu kaufen. Damit finanziert die Volksrepublik einen großen Teil des Konsums in den Vereinigten Staaten.

Zuletzt entfiel rund ein Drittel der chinesischen Fremdwährungs-Anlagen von über drei Billionen Dollar auf die USA. Die Chinesen sind mit einem Bestand von 1,144 Billionen Dollar der größte Gläubiger der Vereinigten Staaten, knapp vor Japan.

Wo Elefanten streiten, leidet das Gras

Für die deutsche Wirtschaft sind die USA das Exportland Nummer eins. China wiederum ist der wichtigste Lieferant für Produkte und insgesamt der wichtigste Handelspartner.

Neben den Handelsbeziehungen sind deutsche Unternehmen in beiden Ländern große Investoren. Rund 400 Milliarden Euro haben sie in den Vereinigten Staaten, über 80 Milliarden im Reich der Mitte investiert. Damit beschäftigen deutsche Betriebe in den USA mehr als 850.000 Menschen, in China sind es über 700.000.

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Deutsche Landmaschinen im Handelsstreit

"Die  Volkswirtschaften sind eng miteinander verbunden, Lieferketten und Produktionsstätten sind verstrickt und lassen sich nur schwer auseinanderhalten", analysiert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Damit treffen die wechselseitigen Zölle im Handelsstreit auch deutsche Firmen in beiden Ländern.

dk/uh (rtr, dpa)

 

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