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E-Autos boomen weltweit, was treibt den Trend?

19. Juni 2026

Bessere Batterien, mehr Reichweite, günstiger Strom: Schon ein Viertel der Neuwagen fährt elektrisch. China führt, Europa und andere Regionen ziehen nach. Die Energiekrise durch den Irankrieg verstärkt den E-Trend.

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E-Tankstelle, ein Auto wird mit einem Kabel geladen, über der Tankstelle sind Solarmodule und ein Sonnenstrahl zu sehen.
Weltweit wächst der Markt für E-Autos. Sie sind im Betrieb günstiger als Benziner und klimafreundlich.Bild: Jochen Tack/picture alliance

Weltweit wächst der Markt für E-Autos deutlich schneller als erwartet. Innerhalb von nur sechs Jahren hat sich der Absatz verzehnfacht: Im Jahr 2025 wurden weltweit rund 21 Millionen Elektro‑PKW verkauft. 

  • 2019: weltweit sind nur 1 Prozent der verkauften Neuwagen E-PKW
  • 2025: sind es schon 25 Prozent 
  • Mai 2026: 63 % der Neuwagen in China sind E-Autos.
  • Von 1,4 Milliarden PKW weltweit fahren etwa 85 Millionen elektrisch

Vor allem China und Europa treiben den Boom. Aber auch Lateinamerika und anderswo werden immer mehr E-Autos verkauft. 

China führt bei E-Mobilität 

China ist der größte Automarkt der Welt, elektrische Antriebe werden dort seit Jahren gefördert. Das Land investiert seit Jahren in Zukunftstechnologien wie Solar- und Windkraft und in Batterietechnik, den Schlüsselbaustein für die Elektromobilität.

Dank Spitzenforschung und Massenfertigung werden die Batterien für E-PKW immer billiger, sie kosten heute nur noch ein Viertel des Preises vor zehn Jahren. 

China Yantai 2025: Viele Elektrofahrzeuge stehen auf einem großen Parkplatz an Ladesäulen unter einem Dach mit Solarmodulen und laden Strom.
E-Auto Boom in China: Viele Ladestationen, niedrige E-Auto-Preise und günstiger Strom Bild: CFOTO/picture alliance

In China kosten E-Autos schon seit 2024 weniger als Diesel oder Benzin PKW. Zudem baut der Staat die Ladeinfrastruktur stark aus, und Strom ist dort sehr günstig. 2015 lag der Anteil von E-PKW bei den Neuverkäufen in China bei nur einem Prozent, im Mai 2026 waren es schon 63 Prozent. 

Elektroautos: reine Stromer und Hybride mit Zusatzantrieb 

Alle E-Autos werden mit einem Elektromotor angetrieben und per Stromkabel geladen. Neben rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen gibt es verschiedene Hybridformen, die einen zusätzlichen Benzin oder Dieselmotor mit dem E-Antrieb kombinieren: 

  • Battery Electric Vehicles (BEV)
    Rund zwei Drittel der Elektroautos weltweit gehören zu dieser Kategorie. Sie fahren ausschließlich mit Strom, der in einer Batterie gespeichert wird. Geladen werden sie per Kabel an Ladesäulen oder Steckdosen.
  • Plug-in-Hybride (PHEV)
    Etwa ein Drittel der elektrifizierten Fahrzeuge sind Hybride. Plug-in-Hybride verfügen sowohl über einen Elektromotor als auch über einen klassischen Benzinmotor. Beide Antriebe können die Räder direkt antreiben.
  • Extended Range Electric Vehicles (EREV)
    Bei dieser Bauart werden die Räder ausschließlich elektrisch angetrieben. Der Verbrennungsmotor arbeitet nur als Generator: Ist die Batterie leer, erzeugt er Strom für den Elektromotor und erhöht so die Reichweite des Fahrzeugs.

Dann gibt es noch sogenannte HEV (Hybrid Electric Vehicle), die in internationalen Statistiken nicht zu den E-Autos gerechnet werden. Sie fahren mit Benzin oder Diesel. Zusätzlich haben sie lediglich einen sehr kleinen Elektromotor ohne Stecker. Der Strom dafür wird aus der selbst erzeugten Bremsenergie gewonnen. Das senkt den Spritverbrauch auf sehr kurzen Strecken ein wenig. 

EU: Jeder dritte Neuwagen fährt elektrisch

2018 lag in der Europäischen Union der Anteil von E-PKW bei den Neuzulassungen bei nur einem Prozent. Im April 2026 war dort schon fast jeder dritte Neuwagen ein E-Auto. Besonders weit ist die E-Mobilität in Nordeuropa. In Norwegen fahren inzwischen fast alle neu verkauften Autos elektrisch (99 %), in Dänemark sind es 82 Prozent und in Schweden 65 Prozent. Die Regierungen fördern schon seit langem klimafreundliche Mobilität, die Ladeinfrastruktur ist schon sehr gut und wird weiter ausgebaut.

In Großbritannien waren im Mai 2026 etwa 40 Prozent der neuen PKW E-Autos, in Deutschland 37 Prozent und in Frankreich 34 Prozent. In den drei Ländern stieg der Absatz von E-Autos im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 30 Prozent.

USA: Stagnierender Markt für E-Autos 

In den USA stagniert in den letzten Jahren der Markt für Elektroautos. Zwischen 2023 und 2025 lag der Anteil von E‑PKW bei den Neuzulassungen bei nur zehn Prozent, im April 2026 sogar bei unter sechs Prozent. Steuererleichterungen für den Kauf von E-Neuwagen endeten dort letztes Jahr. 

Die vom US Unternehmen Tesla hergestellten Model Y und Model 3 sind die am besten verkauften E-Autos der Welt. Danach finden vor allem chinesische Modelle besonders viele Käufer.  

Weltweit werden die meisten E-Fahrzeuge in China gebaut (71 %), danach folgen Europa (17 %) vor den USA (5 %). In Südkorea und Japan werden jeweils zwei Prozent der E-Autos produziert, in Indien ein Prozent. 

E-Boom zieht in Asien und Lateinamerika an 

In vielen Staaten, auch in Entwicklungs- und Schwellenländern, liegt der Anteil von E-PKW bei den verkauften Neuwagen deutlich höher als in den USA.

Laut Ranking der internationalen Energieagentur (IEA) sind einige asiatische Länder schon sehr weit: Zum Beispiel Nepal mit 68 Prozent E-PKW bei den Neuzulassungen im Jahr 2025, gefolgt von Singapur (63 %), Vietnam (41 %) und Thailand (23 %). In der Türkei waren es im vergangenen Jahr 22 Prozent.

Auch in Lateinamerika steigt der Absatz von E-PKW stark: Innerhalb von nur zwei Jahren haben sich die Verkaufszahlen verdreifacht. Den höchsten Anteil von E-PKW bei den Neuverkäufen hatte im ersten Quartal 2026 Uruguay mit 31 Prozent, gefolgt von Costa Rica (16 %), Kolumbien (15 %) und Brasilien (10 %). Im US-Nachbarland Mexiko waren es sechs Prozent. 

Äthiopien: afrikanischer E-Pionier 

In Afrika setzt besonders Äthiopien auf E-Autos. Als erstes Land der Welt ist dort seit 2024 die Einfuhr von neuen und gebrauchten Autos mit Verbrennungsmotor verboten. Seitdem hat sich die Zahl von E-Fahrzeugen fast vervierfacht, inzwischen sind es über 100.000.  

Der Strom in Äthiopien kommt zu 96 Prozent aus der preiswerten Wasserkraft. Das macht das Fahren mit E-Autos rund achtmal günstiger als mit Benzinern. Die Regierung will durch den vermehrten Umstieg auf E-Mobilität den heimischen Strom nutzen und hohe Importkosten für Erdöl sparen. 

Ein Mann am Bildschirm einer Ladesäule in Addis Abeba. Rechts mehrere Fahrzeuge, im Hintergrund Hochhäuser.
Fahren mit Strom ist in Äthiopien sehr viel günstiger als mit Benzin. Ladestation in der Hauptstadt Addis Abeba Bild: DW

E-Autos werden preiswerter als Verbrenner

Die Kaufpreise für E-Fahrzeuge waren bisher meist höher als für Verbrenner. 2025 waren sie in den USA laut IEA rund 27 Prozent teurer, in Deutschland 19 Prozent, in Brasilien und Türkei elf Prozent.

Doch die Preise sinken schnell. In China gibt es neue E-PKW schon für unter 10.000 Euro. Dort waren E-Neuwagen 2025 im Schnitt 20 Prozent billiger als neue Verbrenner.

In Europa kosten die meisten E-Autos noch über 20.000 Euro. Jetzt kommen auch dort mehr günstige E-PKW auf den Markt und staatliche Zuschüsse senken die Preise für Käufer.

Mehr Reichweite mit starken Batterien und schnellen Ladesäulen

Früher schafften E-Autos der Oberklasse mit einer Batterieladung maximal 500 Kilometer. Dabei waren die Möglichkeiten für schnelles Nachladen meist begrenzt. 

Ein Mann schließt ein Ladekabel an einen E-LKW an. Rechts die Ladesäule mit 300 KW und links im Bild der E-LKW. Es ist die erste Ladestation (Juli 2022) von ARAL. Hier können LKW und PKW mit einer Leistung von 300 KW geladen werden.  Inzwischen werden immer mehr Ladestationen mit einer Leistung von 500 KW und sogar 1000 KW errichtet. Das ist vor allem für den E-Fernverkehr wichtig.
An modernen Schnellladestationen werden E-LKW schon innerhalb von 45 Minuten voll geladen Bild: ARAL

Heute haben einige E-PKW schon über 800 Kilometer Reichweite. Die Ladeinfrastruktur wird weiter ausgebaut, und es gibt auch immer mehr Schnellladestationen. Ein Premiummodell von BYD schafft es laut Hersteller bei einem sogenannten "Flash Charger" in 10 Minuten Ladezeit Strom für weitere 700 km bereitzustellen. Gängige Schnelladestationen etwa an Tankstellen laden je nach Modell in etwa 20 Minuten genug Strom für 300 km Reichweite. Eine Wallbox zu Hause braucht dafür mehrere Stunden.    

E-Autos fahren effizienter und günstiger

Elektrische Motoren sind deutlich effizienter als Benzin- oder Dieselantrieb, weil sie den Strom direkt in Bewegungsenergie umsetzen. Dabei wird 80 Prozent der Energie genutzt, 20 Prozent gehen als Abwärme verloren. Bei Benzinmotoren ist es umgekehrt: Beim Verbrennen des Kraftstoffs gehen 80 Prozent der Energie verloren, nur 20 Prozent können für den Antrieb genutzt werden, bei Dieselmotoren sind es etwa 40 Prozent. 

Ein E-PKW verbraucht darum weniger: ca. 15 Kilowattstunden (kWh) Energie pro 100 Kilometer. Bei einem vergleichbaren Verbrenner sind es 50 kWh, das entspricht rund 6 Litern Benzin.

Das Laden von Fahrzeugen zu Hause ist in der Regel am günstigsten. In Europa und den USA waren es 2024 über 40 Prozent weniger Kosten im Vergleich zur Tankstelle, im weltweiten Schnitt sogar 60 Prozent weniger.

Das Laden an öffentlichen Schnellladestationen ist zwar deutlich teurer. Trotzdem ist weltweit elektrisches Fahren auch ohne eigene Stromtankstelle zu Hause etwa 15 Prozent günstiger als das Fahren mit Verbrennern.

Der Irankrieg verstärkt den Trend zu E-Autos

Hohe Ölpreise durch den Irankrieg und sinkende Kosten für Batterien werden den Absatz von E-Fahrzeugen weiter beschleunigen, das prognostiziert die internationale Energieagentur IEA.

Die IEA schätzt, dass 2026 rund 23 Millionen Elektroautos verkauft werden, fast 30 Prozent aller Neuwagen weltweit, Tendenz weiter steigend. Laut Electric Vehicle Outlook von Bloomberg New Energy Finance könnte 2030 der Anteil von E-Autos bei den weltweiten Neuwagenverkäufen bei 38 Prozent liegen und 2035 bei 52 Prozent. 

Afrikanischer E-Truck Marke Eigenbau

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Gero Rueter Redakteur in der Umweltredaktion
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