Chef von Korean Air im Alter von 70 Jahren gestorben | Aktuell Asien | DW | 08.04.2019
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Luftfahrt

Chef von Korean Air im Alter von 70 Jahren gestorben

Der zuletzt juristisch in Bedrängnis geratene Vorsitzende der südkoreanischen Fluggesellschaft, Cho Yang Ho, ist tot. Gegen den Luftfahrtmanager wurde zuletzt unter anderem wegen Korruption ermittelt.

Cho Yang Ho sei an den Folgen einer Lungenerkrankung in einer Klinik in Los Angeles "friedlich" eingeschlafen, teilte Korean Air (KAL) mit. Er wurde 70 Jahre alt. Gegen Cho lief ein Verfahren wegen des Vorwurfs der Untreue und illegaler Geschäftstätigkeiten. Er soll 20 Milliarden Won (16 Millionen Euro) unterschlagen und Aufträge an von Verwandten kontrollierte Unternehmen vergeben haben.

Nach einer Reihe von Skandalen um seine Familie und einem zunehmenden Vertrauensverlust unter den Anteilseignern in seine Führung verlor er Ende des vergangenen Monats seinen Posten im Verwaltungsrat von KAL. Er blieb jedoch Chef der größten südkoreanischen Fluglinie.

Der Firmen-Patriarch stand an der Spitze des Großkonzerns und KAL-Muttergesellschaft Hanjin Group und kontrollierte 30 Prozent der Anteile von Korean Air. Bisher sei noch kein Nachfolger ernannt worden, sagte eine Sprecherin. Bereits im Jahr 2000 wurde Cho wegen Steuerbetrugs zu vier Jahren Haft verurteilt. Er konnte sich jedoch mit Hilfe von Anwälten der Haftstrafe entziehen.

Unerzogene Kinder

Chos Familie geriet in den vergangenen Jahren mehrmals in die Negativschlagzeilen. Unter anderem wurde gegen sie wegen des Verdachts ermittelt, Luxusartikel ins Land geschmuggelt zu haben. Für einen großen Skandal hatte Chos älteste Tochter, Cho Hyun Ah, gesorgt, als sie vor etwa fünf Jahren in einem Flugzeug von Korean Air über die Art und Weise, wie ihr eine Tüte Nüsse gereicht wurde, in Wut geraten war.

Südkorea Haft für Cho Hyun Ah wegen Nuss-Affäre bei Korean Airlines (picture-alliance/AP Photo/Lee Jin-man)

Bewährungsstrafe für Cho Hyun Ah

Als Folge des Streits mit dem Flugpersonal wurde das Flugzeug von der Startbahn auf einem Flughafen in New York wieder zum Gate gezogen. Cho wurde dafür im Februar 2015 wegen Gefährdung der Luftfahrtsicherheit zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt. In einem Berufungsprozess erhielt sie später eine Bewährungsstrafe.

Auch ihre Schwester, Korean Air Vize-Präsidentin Cho Hyun Min, hatte Probleme mit der Polizei. Sie hatte im vergangenen Jahr bei einem Geschäftstreffen einen Wasserbecher auf den Vertreter einer Werbeagentur geworfen.

Auch die Mutter ist Visier der Ermittler

Lee Myung Hee, die Mutter der beiden Schwestern, geriet ebenfalls bereits mit der Justiz aneinander. So berichtete die Süddeutsche Zeitung im vergangenen Jahr, dass Lee Myung Hee nur knapp der Untersuchungshaft entging. Nach 13 Stunden Verhör wollte der Staatsanwalt sie verhaften lassen. Doch der Richter hatte ein Nachsehen, die 69-Jährige wurde dazu verpflichtet, das Land nicht zu verlassen.

 Korean Air Lines Proteste Korea (Reuters/K. Hong-Ji)

Protest gegen Korean-Air-Lines-Chef Cho Yang Ho und seine Töchter Cho Hyun Min und Cho Hyun Ah (im Mai in Seoul)

Sie soll Angestellte gequält und geschlagen haben, auch mit einer Gartenschere. Privat habe sie Philippinas beschäftigt, die sie illegal ins Land holen ließ. In einem weiteren Verfahren stellte der Zoll bei einer Hausdurchsuchung 2,5 Tonnen Luxusgüter sicher, die die ganze Familie als angebliche Flugzeug-Ersatzteile nach Korea geschmuggelt haben soll. 

Airline ist erfolgreich

Die Airline würdigte Cho offiziell als einen "Pionier des Luftverkehrs". Unter seiner Führung sei die Gesellschaft, die 124 Städte und 44 Länder anfliegt, zu einer "globalen Macht" in der Branche geworden. Cho war auch zeitweise Vorsitzender des Organisationskomitees für die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang.

cgn/sti (afpe, ap, dpa, rtre, sueddeutsche.de)