Campino für Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen | Musik | DW | 07.05.2018
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Musik

Campino für Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen

Bringt der abgeschaffte Musikpreis Echo doch noch einen Preisträger hervor? Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung möchte Tote-Hosen-Sänger Campino mit dem Bundesverdienstkreuz ehren.

Campino hatte sich bei der umstrittenen Echo-Verleihung am 12. April als einziger Künstler auf der Bühne zur Debatte über die antisemitischen Texte der nominierten Rapper Kollegah und Farid Bang geäußert. "Campino sollte für sein Engagement auf der Echo-Verleihung unbedingt gewürdigt werden, am besten mit dem Bundesverdienstkreuz", sagte nun der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Felix Klein - Antisemitismus-Beauftragter der Bundesregierung (picture-alliance/dpa/B. Pedersen)

Felix Klein meint, Campino habe Grenzen gesetzt

Campinos Würdigung sei angemessen, "weil er vielleicht sogar langfristig unsere Gesellschaft verändert hat". Durch die Rede seien dem Antisemitismus "im Pop, in der Kunst, in der Gesellschaft neue Grenzen gesetzt" worden. Die Echo-Verleihung bezeichnete Klein als "gemeinschaftliches Versagen". Kollegah und Farid Bang waren aufgrund der Verkaufszahlen ihres Albums für den Musikpreis nominiert worden. "Aber wenn die Gefühle von Holocaust-Überlebenden verletzt werden, muss Schluss sein mit dem Geschäftemachen", sagte Klein.

Wegen der Texte hatte sich der Ethikrat des Musikpreises mit der Nominierung befasst, ihr aber mit einem Verweis auf die Kunstfreiheit zugestimmt. Nachdem die Rapper den Echo auch noch gewonnen hatten, kündigten zahlreiche frühere Preisträger an, den Echo zurückzugeben. Zwei Wochen nach der Echo-Gala gab der Bundesverband Musikindustrie bekannt, den Preis, der seit 1992 jährlich vergeben worden ist, abzuschaffen.

tla/rey (dpa, kna)

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