BSE: Ein Fall von Rinderwahnsinn | Wissen & Umwelt | DW | 18.10.2018
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Wissen & Umwelt

BSE: Ein Fall von Rinderwahnsinn

Lange Zeit dachten wir, BSE gehöre der Vergangenheit an. Jetzt ist die Erkrankung im schottischen Aberdeenshire wieder aufgetaucht. Da werden böse Erinnerungen wach.

Eine mit BSE infizierte Kuh wird abtransportiert, nachdem sie mit einer Giftspritze getötet wurde (picture-alliance/dpa/dpaweb/W. Grubitzsch)

Nach der BSE-Epidemie in den 1990er Jahren mussten viele Rinder getötet und verbrannt werden

Umgangssprachlich ist BSE (Bovine Spongiforme Encephalopathie) als Rinderwahnsinn bekannt. Die betroffenen Tiere sind ungewöhnlich aggressiv, sie können ihre Beine nicht mehr kontrollieren, torkeln und stürzen ständig.

Die Bilder kranker Tiere gingen bei der letzten großen BSE-Epidemie in den 1990er Jahren weltweit durch die Medien. 

Die Krankheit soll durch sogenannte Prionen übertragen werden, durch infektiöse Eiweiße. Die Rinder nehmen sie über das Futter auf, oftmals über Tiermehl. Es wurde früher sehr häufig verfüttert, obwohl Rinder Pflanzenfresser sind.

Das Tiermehl, wiederum, stammte aus Abfallprodukten von der Schlachtung von Rindern und Schafen. Zwar kann der Erreger, der für die Erkrankung verantwortlich ist, nach wie vor nicht eindeutig identifiziert werden, klar aber ist: Fehlgefaltete Prionen spielen eine zentrale Rolle bei der Verbreitung von BSE. Sie können vom Körper nicht abgebaut werden. Vielmehr sammeln sie sich im Gewebe des Zentralen Nervensystems und schädigen es nachhaltig. Es kommt zur kompletten Degeneration der Nervenzellen. 

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MRT-Bilder von einer an Creutzfeldt-Jakob erkrankten Patientin (picture-alliance/OKAPIA)

Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit zerstört Nervenzellen im Gehirn und ist unheilbar

Keine Chance für Infizierte

Auch auf den Menschen kann diese Krankheit übertragen werden, vermutlich durch den Verzehr von infiziertem Fleisch. Beim Menschen nennt sich diese Form der Gehirnerkrankung Creutzfeldt Jakob-Krankheit. Sie trat früher besonders häufig in bestimmten Regionen auf, wo auch viel Schaffleisch verzehrt wurde und wo auch die Gehirne, sowie andere Fleischbestandteile mit Nervenzellen als Delikatesse galten. 

Es kommt innerhalb kürzester Zeit zum kompletten Verlust aller Hirnfunktionen. Die Erkrankung entwickelt sich sehr schnell und ist nicht heilbar. Die Betroffenen werden pflegebedürftig, und schließlich führt Creutzfeldt-Jakob unweigerlich zum Tod.

Erste Symptome

Die ersten Anzeichen dafür, dass es sich bei einem Menschen um die Creutzfeld-Jakob-Krankheit handeln könnte, sind Gedächtnis- und Koordinationsstörungen. Oft kommt es zu Persönlichkeitsveränderungen. Die Symptome lassen sich nicht behandeln – weder beim Menschen noch beim Tier. 

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