Britney Spears′ Vater will als Vormund abtreten | Musik | DW | 08.09.2021
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Gerichtsverfahren

Britney Spears' Vater will als Vormund abtreten

Die Lebensumstände der Sängerin hätten sich so geändert, dass ein Leben ohne Vormundschaft nun möglich sei, heißt es in Jamie Spears Antrag bei Gericht.

Jamie Spears und Britney Spears

Rückt für Britney Spears nach 13 Jahren die Freiheit in greifbare Nähe?

Wenn alles gut läuft, könnte Britney Spears bald die Kontrolle über ihr Leben zurückerhalten, berichteten US-amerikanische Medien am Dienstag (7.9.2021) .

Die Finanzen und das Leben des Popstars wurden in den letzten 13 Jahren von ihrem Vater und Vormund Jamie Spears kontrolliert. Erst Mitte Juni 2021 war sie vor Gericht zum ersten Mal selbst in der Angelegenheit angehört worden. Am Telefon hatte sie ein mit heftigen Vorwürfen gegen ihre Familie und ihre Betreuer gespicktes Statement abgelesen.

"Ich bin traumatisiert, ich kann nicht schlafen. Und ich bin deprimiert - ich weine jeden Tag", so Britney Spears. Ihren Eltern würden sie ausbeuten,  von ihrem Einkommen profitieren und ihr Privatleben kontrollieren. Außerdem habe ihr Vater ihr verwehrt, eine empfängnisverhütende Spirale entfernen zu lassen, obwohl sie sich mehr Kinder wünschte. 

Langwieriger Rechtsstreit 

Damals hatte ein Gericht den Antrag der Sängerin auf Aufhebung der Vormundschaft zunächst abgelehnt. Nach einem zweiten Anlauf erzielte sie einen Etappensieg: Die Anwälte ihres Vaters erklärten, Jamie Spears glaube nicht, "dass ein öffentlicher Streit mit seiner Tochter über seinen weiteren Dienst als Vormund in ihrem besten Interesse wäre".  

Im jetzt beim Los Angeles Superior Court eingereichten Dokument, in dem er die Aufhebung der Vormundschaft beantragt heißt es, er wolle "nur das Beste" für seine Tochter. Und weiter: "Wenn Frau Spears die Vormundschaft beenden möchte und glaubt, dass sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen kann, ist Herr Spears der Meinung, dass sie diese Chance bekommen sollte."

Jamie Spears war 2008 als Vormund für seine Tochter berufen worden, nachdem psychische Probleme des Pop-Stars öffentlich geworden waren. Anfang September diesen Jahres hatte Britneys neuer Anwalt Mathew Rosengart auf einen sofortigen Abtritt ihres Vaters als Vormund gedrängt. Er warf ihm vor, sich an seiner Tochter zu bereichern.  

Noch unter Obhut 

Derzeit steht Britney Spears unter der Obhut der vom Gericht bestellten Fachkraft Jodi Montgomery, die sich um ihre persönlichen und medizinischen Angelegenheiten kümmert. Im Februar wurde eine Vermögensverwaltungsgesellschaft, Bessemer Trust, als Mitbetreuer für den finanziellen Teil des Arrangements zugelassen. Wie US-Medien berichten, heißt es in den Gerichtsdokumenten, sie wolle den Trust zum "alleinigen Vormund" ernennen. Der habe seitdem versucht, sich aus der Vereinbarung zurückzuziehen. 

Eine Frau hält ein Plakat hoch. Darauf steht: Free Britney

#Free Britney: Die Fans protestierten öffentlich für ihr Idol


Britney Spears Fans jubelten nach der Ankündigung ihres Vaters, die Vormundschaft abzugeben. Unter dem Hashtag #FreeBritney setzten sie sich schon lange für die Freiheit der Sängerin ein. Reality-Star Paris Hilton, seit langem mit Spears befreundet, twitterte: "Das war so lange überfällig, aber ich bin so froh, dass Britney endlich auf dem Weg ist, frei zu sein."

st/suc (dpa/afp) 

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