Britische Neonazis zu Haftstrafen verurteilt | Aktuell Europa | DW | 18.12.2018
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Rechtsextremismus

Britische Neonazis zu Haftstrafen verurteilt

Ein Neonazi-Paar muss in Großbritannien wegen Mitgliedschaft in der rechtsextremen Gruppe National Action für mehrere Jahre in Haft. Das Gericht wirft ihm vor, "grauenvolle" Ziele zu verfolgen.

Großbritanien, Rechtsextreme - Wohnung von Adam Thomas und Claudia Patatas (picture-alliance)

Das Wohnzimmer des Paares inklusive Ku-Klux-Klan-Flagge

Ein fanatisches Neonazi-Paar sowie weitere vier Mitglieder der mittlerweile verbotenen Gruppe National Action müssen in Großbritannien mehrjährige Haftstrafen absitzen. Der 22-jährige ehemalige Wachmann Adam Thomas wurde von einem Gericht in Birmingham zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, seine 38-jährige portugiesische Freundin Claudia Patatas zu fünf Jahren. Vier weitere Männer, zum Teil mit dem Paar befreundet, müssen ebenfalls für bis zu sechs Jahre und vier Monate ins Gefängnis. Zumindest das Paar hatte sich auch nach dem Verbot im Jahr 2016 weiterhin zu der als Terrororganisation eingestuften National Action bekannt.

Paar benannte Sohn nach Hitler

Richter Melbourne Inman warf Thomas und Patatas vor, in Wort und Tat brutalen rassistischen Überzeugungen anzuhängen und "grauenvolle" Ziele zu verfolgen. Sie hatten sich etwa für die Wiedereinführung von Konzentrationslagern und die Einführung eines Nazi-Staats ausgesprochen. Ihrem Sohn gaben sie den Vornamen Adolf. Auf Fotos war Thomas zu sehen, wie er im Gewand des rassistischen Ku Klux Klan das Baby im Arm wiegte. Der im zentralenglischen Banbury lebende Mann sagte, die Fotos seien "nur Spielerei". Zugleich bezeichnete er sich aber selbst als Rassisten. Die Staatsanwaltschaft attestierte ihm einen "fanatischen Glauben an die Vorherrschaft der Weißen". Auf Thomas' Computer fanden die Ermittler Anleitungen zum Bombenbau.

National Action war 2013 gegründet worden. Die Neonazi-Gruppe fiel durch rassistische, homophobe und antisemitische Äußerungen sowie durch aggressives Verhalten bei Demonstrationen auf. Im Jahr ihres Verbots feierte die Neonazi-Organisation die Ermordung der Labour-Abgeordneten Jo Cox durch einen Rechtsextremisten. Richter Inman betonte, Ziel der Gruppe sei es, mit "schwerer Gewalt und Mord die Demokratie zu stürzen" und "ganze Teile der Gesellschaft durch Gewalt und Massenmord auszulöschen".

ie/fab (afp, dpa)

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