Brand von Notre-Dame bleibt rätselhaft | Aktuell Europa | DW | 26.06.2019
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Frankreich

Brand von Notre-Dame bleibt rätselhaft

Gut zwei Monate nach dem Großbrand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame sieht Chefermittler Heitz keinen kriminellen Hintergrund. Doch auch nach hundert Zeugenbefragungen bleiben viele Fragen offen. 

Eine weggeworfene Zigarette oder ein Kurzschluss gehören zu den möglichen Ursachen für den Großbrand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame vor zweieinhalb Monaten. Das teilte die Staatsanwaltschaft der französischen Hauptstadt zum Abschluss der vorläufigen Ermittlungen mit. Auf Brandstiftung gebe es "keine Hinweise", betonte sie. 

Blick auf eine Querhausfassade während des Brandes

Blick auf eine Querhausfassade während des Brandes

Nun sollen sich drei Untersuchungsrichter mit dem Fall befassen. Ermittelt wird wegen "mutwilliger Sachbeschädigung" und Verletzung der Sicherheitsvorschriften gegen Unbekannt. Alle möglichen Ursachen seien bisher aber nur "Hypothesen", betonte Staatsanwalt Rémy Heitz nach rund hundert Zeugen-Anhörungen. Eine klare Brandursache gebe es bisher nicht, weitere Ermittlungen seien nötig. Wie lange diese dauern werden, blieb offen.

Rauchverbot missachtet

Die französische Gerüstbaufirma Le Bras Frères hatte bereits kurz nach dem Brand vom 15. April eingeräumt, dass Arbeiter auf dem Dach der Kathedrale das strikte Rauchverbot missachtet hätten. Das Unternehmen bestritt aber einen Zusammenhang mit dem verheerenden Feuer, das den hölzernen Dachstuhl zerstört und den Spitzturm der Kathedrale zum Einsturz gebracht hatte.

Zerstörungen im Inneren des Gebäudes

Zerstörungen im Inneren des Gebäudes

Zudem gehen die Ermittler der Hypothese eines Kurzschlusses nach. Laut Medienberichten könnte er sich bei den Elektromotoren der Aufzüge zu den Gerüsten ereignet haben.

Der Brand in dem Gotteshaus hatte Mitte April das Dach zerstört, der Vierungsturm auf dem Mittelschiff fiel in sich zusammen. Der Brand löste weltweit Bestürzung aus. Präsident Emmanuel Macron gab das Ziel vor, den Wiederaufbau innerhalb von fünf Jahren zu schaffen. Experten sind skeptisch, ob das machbar ist.

stu/rb (afp, dpa)

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