Botschafter Richard Grenell bemüht sich um Entspannung | Aktuell Deutschland | DW | 06.06.2018
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Deutsch-amerikanisches Verhältnis

Botschafter Richard Grenell bemüht sich um Entspannung

US-Botschafter Richard Grenell ist offenbar unglücklich über die heftige Kritik nach seinem Interview mit der ultrarechten Website Breitbart. Wird der Vertraute von US-Präsident Trump jetzt diplomatischer?

Deutschland, Berlin: Antrittsbesuch US-Botschafter Grenell im Auswärtigen Amt (picture-alliance/dpa/B. Pedersen)

Ankunft am Auswärtigen Amt in Berlin

Ein Rapport war es nicht, aber ein klärendes Gespräch, das Staatssekretär Andreas Michaelis mit dem amerikanischen Botschafter Richard Grenell im Auswärtigen Amt führte. Er habe sich unglücklich über die Reaktionen gezeigt, die sein Interview ausgelöst habe, hieß es anschließend aus Regierungskreisen. Grenell wolle "nicht als Parteigänger rechtsgerichteter Kräfte in Deutschland wahrgenommen werden".

Auch atmosphärisch wolle der neue US-Botschafter in Berlin dafür sorgen, "dass eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den deutschen Partnern möglich" werde, hieß es von deutscher Seite weiter.

Unterstützung für Sympathisanten Trumps

Ein Interview mit der rechten Plattform Breitbart war so verstanden worden, dass sich Grenell für Bewegungen einsetzt, die den Kurs von US-Präsident Donald Trump teilen und EU-kritisch sind. "Ich möchte unbedingt andere Konservative in ganz Europa stärken", wurde er zitiert.

Später hatte er auf Twitter versichert, dass er nicht zur Unterstützung bestimmter Parteien oder Personen aufrufe, aber: "Ich stehe zu meinen Kommentaren, dass wir ein Erwachen von der schweigenden Mehrheit erleben - die die Eliten und ihre Blase ablehnt. Geführt von Trump".

Kanzlerin Merkel schweigt

Die für einen Diplomaten höchst ungewöhnlichen Äußerungen sorgten für scharfe Kritik in Deutschland, mehrere Politiker warfen dem 51-Jährigen eine Einmischung in innere Angelegenheiten vor. Rückendeckung bekam der Vertraute Trumps dagegen vom US-Außenministerium. "Botschafter haben ein Recht, ihre Meinung zu äußern", sagte Außenamtssprecherin Heather Nauert in Washington. "Manchmal sind es Ansichten, die die Leute vielleicht mögen oder nicht mögen."

Grenell ist seit einem Monat Botschafter in Berlin. Kanzlerin Angela Merkel sagte bei einer Befragung im Bundestag, sie wolle die Causa Grenell nicht kommentieren. Aber sie werde Ende der Woche beim G7-Gipfel in Kanada mit Trump sprechen.

uh/qu (dpa, afp,rtr)

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