Bolivien stoppt Lithium-Projekt mit deutscher Firma | Aktuell Welt | DW | 04.11.2019
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Lithium-Abbau

Bolivien stoppt Lithium-Projekt mit deutscher Firma

In Bolivien lagern große Mengen Lithium, das unter anderem für Batterien von Elektroautos gebraucht wird. Ein Joint Venture zur Lithium-Gewinnung mit einer deutschen Firma annullierte die Regierung nun überraschend.

Bolivien Lithium-Produktion in Uyuni (Getty Images/AFP/P. Cozzaglio)

Lithium-Gewinnung am Salzsee Uyuni im Südosten Boliviens

Der Gouverneur des Departements Potosí erklärte, die Regierung von Präsident Evo Morales habe das Projekt per Dekret gestoppt. Er bedauere, dass es zu dieser Situation gekommen sei, so Juan Carlos Cejas, aber "die Zeit wird zeigen, wer wirklich bei seinem Handeln an Potosi gedacht hat".

Das deutsch-bolivianische Gemeinschaftsprojekt war erst vor einem Jahr in Berlin ins Leben gerufen worden. Das Joint Venture des Staatsunternehmens YLB und der baden-württembergischen Firma ACI Systems zielte darauf ab, Lithium aus dem Salzsee Uyuni zu gewinnen - dort werden die weltweit größten Vorkommen des Rohstoffs vermutet. Lithium wird unter anderem zur Produktion von
Batterien für Elektroautos und Smartphones benötigt. 

Dem Abkommen zufolge sollte YLB 51 Prozent der Anteile am Joint Venture halten. Geplant war von 2022 an eine Förderung von 30.000 bis 40.000 Tonnen Lithiumhydroxid im Jahr, mit Investitionen von 300 bis 400 Millionen Euro. Damit ließen sich Hunderttausende E-Autos mit Lithium-Batterien ausstatten.

Lokale Bevölkerung stellt sich quer

Eine Begründung für den Rückzieher der Regierung wurde nicht bekanntgegeben. In Potosí, wo der Salzsee liegt, war es allerdings vor rund einem Monat zu Protesten gegen das Projekt gekommen. Bolivien liefere seine Bodenschätze internationalen Firmen aus, argumentierten die Demonstranten, der lokalen Bevölkerung komme der Lithium-Abbau nicht ausreichend zugute. Auch das chinesische Unternehmen Xinjian TBEA ist in Bolivien wegen des Lithium-Abbaus in der Kritik.

Staatschef Morales steht derzeit auch anderweitig unter Druck. Nach seiner Wiederwahl im Oktober halten die Proteste gegen seine vierte Amtszeit an. Die Opposition spricht von Wahlbetrug und will das Ergebnis nicht anerkennen.

ie/kle (dpa,efe,kna)

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