Blogger Badawi beendet Hungerstreik | Aktuell Welt | DW | 22.09.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Menschenrechte

Blogger Badawi beendet Hungerstreik

Der saudische Blogger Raif Badawi nimmt wieder Nahrung zu sich. Das bestätigte seine Ehefrau, die dabei ausdrücklich dem Präsidenten der saudi-arabischen Menschenrechtskommission, Awwad Alawwad, dankte.

Kanada | Saudischer Blogger Raif Badawi (Bild) und seine Frau Ensaf Haidar (picture-alliance/dpa/empics/Canadian Press/P. Chiasson)

Ensaf Haidar neben einem Plakat, das ihren Mann, Raif Badawi, zeigt (Archivbild)

Ihr Mann habe seinen Hungerstreik beendet, nachdem er von einem Vertreter der saudischen Menschenrechtskommission im Gefängnis besucht worden sei, erklärte die im kanadischen Exil lebende Ehefrau Badawis.

Ein Kämpfer für die Gleichbehandlung

Raif Badawi hatte die Nahrungsaufnahme erstmals vor knapp einer Woche verweigert. Er gehört zu den bekanntesten politischen Häftlingen in Saudi-Arabien. 2014 wurde er wegen angeblicher Beleidigung des Islams von der saudischen Justiz zu zehn Jahren Gefängnis und 1000 Stockhieben verurteilt. Badawi hatte sich in seinem Blog für Gleichbehandlung aller Menschen unabhängig von Religion und Weltanschauung eingesetzt.

Raif Badawis Ehefrau, Ensaf Haidar, lebt inzwischen mit den drei gemeinsamen Kindern im politischen Asyl in Kanada. Sie kämpft unermüdlich für die Freilassung ihres Mannes. 

Badawi wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit des EU-Parlaments. 2015 erhielt er den "Freedom of Speech Award" der Deutschen Welle.

Auch die USA und Kanada zeigen sich empört

In den Fall Badawi hatten sich zuletzt auch die Regierungen Kanadas und der USA eingeschaltet. In einer seltenen Rüge forderte US-Vizepräsident Mike Pence die saudi-arabische Regierung auf, Badawi aus der Haft zu entlassen. Badawi sei ein Verteidiger der Religionsfreiheit, betonte Pence. Kanadas Justizminister Irwin Cotler sagte, Badawi werde im Gefängnis "grausam unterdrückt". Man habe nun auch seine Bücher und wichtige Arzneimittel beschlagnahmt.

Darüber hatte sich Badawis Ehefrau vehement beklagt. Ihr Mann leide an Nierenschmerzen, so Ensaf Haidar. Der Direktor des Gefängnisses habe ihm dennoch den Zugang zu Medikamenten verwehrt. Genau deshalb habe ihr Mann die Nahrungsaufnahme verweigert, betonte Haidar in einem Interview mit dem Arabisch-Programm der Deutschen Welle. Das Gespräch mit der DW war noch vor Ende des Hungerstreiks geführt worden.

haz/jj (DW, twitter)

Die Redaktion empfiehlt