Berliner demonstrieren gegen Antisemitismus | Aktuell Deutschland | DW | 13.10.2019
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Gegen rechten Terror

Berliner demonstrieren gegen Antisemitismus

Die Botschaft ist eindeutig: "Kein Fußbreit! Antisemitismus und Rassismus töten". Unter diesem Motto versammelten sich Tausende Menschen in Berlin - vier Tage nach dem rechtsterroristischen Anschlag in Halle/Saale.

Es soll ein deutliches Zeichen gegen Rechts sein. Nach einer Kundgebung am Berliner Bebelplatz und einer Schweigeminute sind Tausende Menschen in Richtung der Neuen Synagoge in Mitte gezogen. Viele Teilnehmer hielten Schilder und Banner hoch, auf denen stand: "Nein zu Rassismus", "Gutes Leben für alle" oder "Rassisten sind Arschlöcher - überall". 

Die Polizei sprach von mindestens 8000 Teilnehmern, die Veranstalter der Initiative "Unteilbar" gaben die Zahl der Demonstranten mit 13.000 an. DW-Reporterin Leonie Hammerstein ist ebenfalls vor Ort:

Auf ihrer Facebook-Seite machte "Unteilbar" deutlich: "Wir stehen in dieser schweren Stunde solidarisch und unteilbar zusammen! Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen."

Unter den Demonstranten sind die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli, Levi Salomon vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus sowie der Berliner Bischof Markus Dröge. Dieser forderte vorab härtere Maßnahmen gegen Rechtsextremismus. Es reiche nicht mehr, "nie wieder" zu rufen, unterstrich Dröge. Der Verfassungsschutz und die Sicherheitskräfte müssten wesentlich konsequenter gegen rechte Netzwerke und rechtspopulistische Funktionäre vorgehen, die erwiesenermaßen verfassungsfeindliche Thesen verbreiteten.

Ein schwer bewaffneter 27-jähriger Rechtsextremist hatte am Mittwoch versucht, gewaltsam in die Synagoge in Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt einzudringen, in der sich mehr als 50 Gläubige zum höchsten jüdischen Feiertag, dem Jom Kippur, versammelt hatten. Als das Vorhaben scheitert, erschoss der Deutsche eine Passantin und einen jungen Mann in einem Döner-Imbiss. Er sitzt in Untersuchungshaft und hat antisemitische und rechtsextremistische Motive bestätigt.

Nach Angriff in Halle/Saale - Gedenken (picture alliance/dpa/H. Schmidt)

Mit einem Schweigemarsch wird in Halle der Opfer gedacht

Auch in Halle versammelten sich etwa 2000 Menschen, um Solidarität zu demonstrieren und der Opfer zu gedenken. Diese Demo sei ein Zeichen an die Angehörigen der Opfer, die jüdische Gemeinde und alle Betroffenen, sagte Mitorganisator Valentin Hacken vom Bündnis "Halle gegen Rechts".

"Wir denken an Euch, wir lassen Euch nicht alleine." Die Teilnehmer marschierten schweigend zum
"Kiez-Döner", der von dem Attentäter beschossen worden war.

Nach Angriff in Halle/Saale - Gedenken (picture alliance/dpa/H. Schmidt)

Blumen und Kerzen vor dem Döner-Restaurant

"Halle gegen rechts" warf den Sicherheitsbehörden schwere Versäumnisse im Kampf gegen Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus vor. Die Forderungen von Betroffenen rassistischer und antisemitischer Gewalt seien lange ignoriert worden.

Bereits am Samstag waren in verschiedenen Städten Deutschlands Tausende Menschen gegen rechten Terror und Antisemitismus auf die Straße gegangen.

se/kle (dpa, epd)

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