Bericht: Nordkorea setzt drei Top-Militärs ab | Aktuell Asien | DW | 04.06.2018
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Nordkorea

Bericht: Nordkorea setzt drei Top-Militärs ab

Nordkorea hat übereinstimmenden Berichten zufolge seine drei obersten Militärs von ihren Posten entfernt. Vermutet wird, dass die Personalentscheidungen im Zusammenhang mit dem geplanten Gipfel mit den USA stehen.

Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter, der nicht namentlich zitiert werden wollte, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters den Vorgang und bezog sich dabei auf eine Meldung der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap. Diese Agentur hatte berichtet, die drei entlassenen Personen seien Verteidigungsminister Pak Yong Sik, Generalstabschef Ri Myong Su sowie Kim Jong Gak, der Direktor des allgemeinen politischen Büros der Armee. US-Regierungsvertreter gehen davon aus, dass es in der nordkoreanischen Armee zu Meinungsverschiedenheiten über den Kurs von Staatschef Kim Jong Un in Bezug auf Südkorea und die USA gekommen ist.

Die japanische Zeitung "Asahi" berichtet ebenfalls von der Ablösung des Verteidigungsministers. Das Blatt, das eine anonyme Quelle in der Nähe des nordkoreanischen Regimes zitiert, schreibt, Pak Yong Sik sei mit Blick auf das Gipfeltreffen mit den USA durch den gemäßigteren No Kwang Chol, den ehemaligen stellvertretenden Stabschef, ersetzt worden. Der Führungswechsel sei als Geste guten Willens gegenüber den USA gedacht. Pak Yong Sik war im Mai 2015 zum Verteidigungsminister ernannt worden und hatte Kim Jong Un zu dem Gipfeltreffen mit dem Präsidenten Südkoreas Moon Jae In am 27. April begleitet.

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Kim und US-Präsident Donald Trump wollen am 12. Juni in Singapur zu einem Treffen zusammenkommen. Der zwischenzeitlich von ihm abgesagte Gipfel werde nun doch stattfinden, hatte Trump am Freitag überraschend verkündet.

Mattis zeigt Kante

Sein Verteidigungsminister Jim Mattis sagte allerdings zuletzt, der Weg zu dem Gipfeltreffen werde holprig. Die Strafmaßnahmen gegen Nordkorea blieben solange in Kraft, bis Pjöngjang "nachprüfbare und unumkehrbare Schritte zur atomaren Abrüstung unternimmt", betonte er am Sonntag auf einer Sicherheitskonferenz in Singapur. Bei dem Treffen mit seinen Kollegen aus Südkorea und Japan, dem sogenannten Shangri-La-Dialog, fügte Mattis hinzu, es sei lebenswichtig, dass die internationale Gemeinschaft die vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Sanktionen gegen die Demokratische Volksrepublik Nordkorea aufrechterhalte.

Auf dem nordkoreanisch-amerikanischen Gipfel soll es um die atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel gehen. Die USA hoffen, Nordkorea dazu bewegen zu können, sein Atomprogramm komplett, unumkehrbar und überprüfbar abzubauen - und das möglichst rasch. Umfang und Tempo der Abrüstung sind zwischen beiden Seiten strittig. Im Gegenzug will Nordkorea aus der internationalen Isolation heraus, um über Außenhandel und Investitionen Wohlstand zu generieren. Dafür muss es die von den USA durchgesetzten Wirtschaftssanktionen abschütteln.

kle/bru (rtr, afp, dpa, efe)

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