Bayer hat ein neues Problem mit Monsanto | Aktuell Amerika | DW | 31.05.2019
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Umweltgift PCB

Bayer hat ein neues Problem mit Monsanto

Die juristischen Auseinandersetzungen in den USA um den Unkrautvernichter Glyphosat sind ein Fass ohne Boden für den Leverkusener Chemieriesen. Jetzt droht neuer Ärger wegen alter Sünden: Es geht um die Chemikalie PCB.

Der Landkreis Los Angeles zieht gegen die Bayer-Tochter Monsanto zu Felde. Er klagt vor dem zuständigen kalifornischen Bundesbezirksgericht wegen Umweltschäden, die möglicherweise schon vor Jahrzehnten durch Polychlorbiphenyl (PCB) verursacht wurden. Die Industriechemikalie ist seit 2004 weltweit verboten - aber überall auf der Welt in der Atmosphäre, im Boden und in Gewässern nachweisbar. Der US-Konzern Monsanto soll von 1935 bis 1977 der einzige PCB-Hersteller in den USA gewesen sein. 1979 wurde die Chemikalie dort verboten.

Die Kläger werfen der heutigen Bayer-Tochter nun vor, jahrzehntelang die verheerenden Folgen der toxischen Schadstoffe für Natur und Lebewesen verschwiegen zu haben. Deshalb müsse sich Monsanto an den Kosten für die Säuberung von Dutzenden mit PCB-Chemikalien verseuchten Gewässern beteiligen und Strafschadenersatz zahlen. Bayer gab auf Nachfrage bekannt, die Klage noch zu prüfen. Man gehe aber davon aus, dass die Vorwürfe haltlos seien.

Bayer führt schon viele Monsanto-Prozesse

Der Bayer-Konzern will sich energisch verteidigen. Monsanto habe die PCB-Produktion vor mehr als 40 Jahren freiwillig gestoppt. Davor sei es an diverse Abnehmer aus der Industrie und dem verarbeitenden Gewerbe verkauft worden, die es für verschiedene Zwecke verwendet hätten. Unter den damaligen Kunden sei auch die US-Regierung gewesen.

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Milliardenstrafe für Bayer wegen Glyphosat

Gegen den Agrar-Chemieriesen Monsanto, den der Bayer-Konzern vergangenes Jahr für rund 63 Milliarden Dollar gekauft hatte, laufen bereits zahlreiche US-Klagen. Meist geht es um die Frage, ob Krebsgefahren von dem Unkrautvernichter Glyphosat ausgehen. Im dritten Glyphosat-Prozess in den USA wurde Bayer in erster Instanz zu zwei Milliarden Dollar Strafe verurteilt.

rb/ehl (afp, dpa, rtr)

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