Bangladesch: Rahman-Mörder hingerichtet | Aktuell Asien | DW | 12.04.2020
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Todesstrafe

Bangladesch: Rahman-Mörder hingerichtet

Vor fast 25 Jahren wurde Bangladeschs Staatsgründer Sheikh Mujibur Rahman bei einem Anschlag ermordet. Einer der verurteilten Täter wurde in der Nacht zum Sonntag hingerichtet.

Bangladesch Oberstes Gericht in Dhaka (picture-alliance/AP Photo/A.M. Ahad)

Oberstes Gericht in Dhaka: Zwölf Todesurteile bestätigt

Vor weniger als einer Woche die Festnahme, ein Gnadengesuch wurde abgelehnt, in der Nacht zum Sonntag kam er an den Galgen: Bangladesch hat einen früheren Militäroffizier hingerichtet - wegen Beteiligung an der Ermordung von Staatsgründer Sheikh Mujibur Rahman im Jahr 1975.

Nach Angaben des Gefängnisfunktionärs Mahbub Alam wurde Abdul Majed am Sonntag kurz nach Mitternacht (Ortszeit) in einem Gefängnis in der Hauptstadt Dhaka gehängt. Die Polizei hatte den 69-Jährigen am Dienstag gefasst. Er war flüchtig, seit ein Gericht ihn in Abwesenheit sowie 14 weitere Männer 1998 zum Tode verurteilt hatte.

Keine Gnade

Bangladeschs Oberstes Gericht hatte die Todesstrafe für zwölf von ihnen 2009 bestätigt und die Übrigen freigesprochen. Ein Gnadengesuch Majeds hatte Präsident Abdul Hamid am Donnerstag abgelehnt. Der frühere Offizier hatte sich nach Angaben eines Vertreters der Staatsanwaltschaft mindestens die vergangenen 21 Jahre in Kalkutta in Indien versteckt und war Ende des vergangenen Monats zurückgekehrt.

Bangladesch Mujibur Rahman 1972 (picture-alliance/AP Photo)

Staatsgründer Rahman (1972): Ermordet von Offizieren

Sheikh Mujibur Rahman war der erste Premierminister des Landes nach der Unabhängigkeit von Pakistan 1971. Doch nach einem Putsch wurde er 1975 umgebracht. Offiziere ermordeten ihn und einen Großteil seiner Familie. Nur zwei Töchter entgingen dem Massaker, weil sie sich gerade in Westdeutschland aufhielten. Eine von ihnen: die spätere Premierministerin Sheikh Hasina.

Späte Strafverfolgung

Nach Rahmans Tod herrschte das Militär 15 Jahre lang in dem verarmten südasiatischen Land. Eine Strafverfolgung begann erst, nachdem Rahmans Tochter Sheikh Hasina 1996 Regierungschefin wurde.

Fünf Verurteilte wurden 2010 hingerichtet, nachdem Hasina zum zweiten Mal das Amt der Regierungschefin übernommen hatte. Sieben weitere tauchten in verschiedenen Ländern unter, einer von ihnen starb nach Angaben des Außenministeriums von Bangladesch 2002 in Simbabwe. Sheikh Hasina ist inzwischen in ihrer insgesamt vierten Amtszeit als Premierministerin von Bangladesch.

AR/bru (dpa, afp)

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