Ausnahmezustand in Ecuador wegen Vulkan verhängt | Aktuell Amerika | DW | 16.08.2015
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Aktuell Amerika

Ausnahmezustand in Ecuador wegen Vulkan verhängt

In Ecuador hat Präsident Rafael Correa den Ausnahmezustand ausgerufen. Als Grund nannte er den drohenden Ausbruch des Vulkans Cotopaxi, der nur 45 Kilometer von der Hauptstadt Quito entfernt ist.

Eine hohe Aschewolke über dem Vulkan Cotopaxi (Foto: AP)

Eine hohe Aschewolke über dem Vulkan Cotopaxi

Die Maßnahme ermögliche es, "alle Ressourcen für einen möglichen Notfall" zu mobilisieren und die Kräfte zu bündeln, sagte Correa in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache. Nach seinen Angaben wurden mehrere von einem Ausbruch des Cotopaxi bedrohte Dörfer vorsichtshalber geräumt. Davon betroffen seien rund 400 Menschen.

In Latacunga, der Hauptstadt der Provinz Cotopaxi, legten sich die Einwohner Vorräte an Wasserflaschen und den wichtigsten Lebensmitteln zu, um im Falle eines Ausbruchs rasch die Stadt verlassen oder sich zu Hause verbarrikadieren zu können.

Hohe Aschewolke

Aus dem 5897 Meter hohen Cotopaxi war am Freitag eine acht Kilometer hohe Aschewolke ausgetreten. Am Samstag stieß der Vulkan glühende Glas- und Gesteinsbrocken aus, wie das Geophysikalische Institut mitteilte. Bereits am Freitag hatten die Behörden die Alarmstufe "Gelb" ausgerufen und angekündigt, Atemmasken an die Einwohner von Quito zu verteilen.

In Lacatunga tragen Anwohner des Vulkans Atemschutzmasken (Foto: dpa)

In Latacunga tragen Anwohner des Vulkans vorsichtshalber Atemschutzmasken (Foto: dpa)

Cotopaxi ist einer von acht aktiven Vulkanen in Ecuador. Zuletzt brach er im Jahr 1877 aus. Wegen der großen Schneemassen auf seinem Gipfel und der vielen Anrainer zählt das Geophysikalische Institut den Cotopaxi zu den gefährlichsten Vulkanen der Welt. Schnee und Eis könnten im Falle eines Ausbruchs schmelzen und als gigantische Schlammlawinen ins Tal stürzen, befürchten sie.

Gespannte politische Lage

Nach der Verhängung des Ausnahmezustands können theoretisch auch Versammlungsfreiheit und Berichterstattung eingeschränkt werden. Correa betonte, Sicherheitskoordinator César Navas solle die Maßnahmen steuern. Es gelte, Ruhe zu bewahren. "In solchen Notfällen wird Panik erzeugt und das schafft mehr Probleme als Lösungen", betonte Correa.

Die Lage in dem lateinamerikanischen Land war zuletzt sehr angespannt. Bei Demonstrationen wurden am Donnerstag Dutzende Menschen verletzt. Gewerkschaften und indigene Organisationen waren in einen 24-stündigen Streik getreten. Der Protest richtet sich gegen eine Verfassungsreform, die eine unbegrenzte Wiederwahl des linksgerichteten Staatschefs Correa ermöglichen soll.

kle/sp (afp, dpa, rtre)