Archäologen finden bei Pompeji reich verzierten Prunkwagen | Aktuell Europa | DW | 27.02.2021
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Antike in Italien

Archäologen finden bei Pompeji reich verzierten Prunkwagen

In der Nähe der antiken Stadt Pompeji in Italien ist ein gut erhaltener Wagen für Paraden entdeckt worden. Das Gefährt ist mit erotischen Szenen dekoriert.

In der versunkenen Stadt Pompeji in Süditalien haben Altertumsforscher einen prächtigen Triumphwagen aus der Antike ausgegraben. Den Fund hätten die Experten in der Villa Civita Giuliana wenige hundert Meter nördlich der antiken Stadt gemacht, teilte der Archäologiepark mit.

Das vierrädrige Gefährt aus Eisen sei quasi intakt, so die Ausgrabungsstätte. Es handele sich um "einen großen zeremoniellen Wagen mit vier Rädern, schönen Bronze- und Zinn-Dekorationen sowie versteinertem Holz und Resten von organischen Elementen". Die Dekorationen zeigen unter anderem Männer und Frauen in erotischen Szenen.

Italien Pompei | Ausgrabungen | Festzugswagen

Eine erotische Szene auf dem Festzugswagen

Den Forschern zufolge ist dieser Fund einzigartig in Italien. Der Wagen wurde nach ersten Erkenntnissen von der römischen Elite für feierliche Anlässe verwendet. Auf ihm hatten demnach ein bis zwei Menschen Platz.

Drei Pferde im Ex-Stall

Der Fundort auf dem Areal der Villa hatte bereits 2018 für Aufsehen gesorgt, weil dort in einem ehemaligen Stall die Überreste dreier Pferde entdeckt wurden. Offenbar war nicht nur Archäologen die Bedeutung dieses Ortes bekannt, denn Räuber gruben sich in Tunneln bis in die Ausgrabungsstätte vor, um dort zu plündern, hieß es weiter. Dadurch seien auch Schäden entstanden. Die Staatsanwaltschaft führe Ermittlungen in diesem Fall.

"Pompeji versetzt uns weiterhin mit seinen Entdeckungen in Erstaunen", erklärte der italienische Kulturminister Dario Franceschini. Das werde auch so bleiben, denn weitere 20 Hektar müssten noch ausgegraben werden.

Der scheidende Direktor der Ausgrabungsstätte, Massimo Osanna, nannte den Fund "außergewöhnlich". Zwar seien in Pompeji bereits zuvor antike Wägen gefunden worden, aber "nichts mit dem Wagen von Civita Giuliana Vergleichbares". Das Gefährt sei nicht für den Alltagsgebrauch bestimmt gewesen, sondern für Festtage und Paraden, fügte der Experte hinzu. Erst kürzlich hatte Minister Franceschini den Deutsch-Italiener Gabriel Zuchtriegel zum Direktor des Archäologieparks ernannt.

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Römischer Imbiss entdeckt

Die antike Stadt Pompeji liegt am Fuße des Vulkans Vesuv. Bei Ausbrüchen im Jahr 79 nach Christus hatten Asche, Schlamm und Lava die Siedlungen unter sich begraben und die Stadt teils konserviert. Im 18. Jahrhundert wurde Pompeji wiederentdeckt. Die Ausgrabungsstätte sorgt immer wieder für sensationelle Funde. Im Dezember war dort ein komplett erhaltener antiker Straßenimbiss ausgegraben worden.

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Wie die meisten italienischen Kulturstätten blieb auch Pompeji in den vergangenen Monaten wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Die Stätte wurde erst am 18. Januar wieder geöffnet. Im Jahr 2019 kamen mehr als 3,9 Millionen Besucher nach Pompeji. Es ist damit nach dem Kolosseum in Rom und den Uffizien in Florenz die am dritthäufigsten besuchte Sehenswürdigkeit in Italien.

kle/gri (afp, dpa)