″Arabische NATO″ sammelt sich für Manöver in Ägypten | Aktuell Nahost | DW | 01.11.2018
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Militär

"Arabische NATO" sammelt sich für Manöver in Ägypten

Am Wochenende beginnt eine Militärübung von sechs arabischen Staaten in dem Land am Nil. Wer - zumindest in den Köpfen der Beteiligten - der Gegner sein soll, ist klar. Dafür haben die USA schon die Vorarbeit geleistet.

Konvoi von ägyptischen Militärfahrzeugen (Archivbild: Reuters/Handout Ministry of Defence)

Konvoi von ägyptischen Militärfahrzeugen (Archivbild)

Die Streitkräfte mehrerer arabischer Staaten sind zu einem großangelegten Manöver in Ägypten eingetroffen. Es handele sich um Boden-, Luft- und Seestreitkräfte aus Ägypten, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait, Bahrain und Jordanien, teilte das ägyptische Militär mit. Das Manöver sei "das größte arabische Manöver", berichtete die regierungsnahe Zeitung Al-Ahram. Der Libanon und Marokko nähmen als Beobachter teil.

Das Manöver mit Namen "Arab Shield 1" ("Arabischer Schutzschild 1") findet vom 3. bis 16. November im Westen Ägyptens statt. Es sei Teil des Plans der Streitkräfte des Landes, die Beziehungen mit befreundeten Staaten weiter auszubauen, gemeinsame militärische Verbindungen zu schaffen und gemeinsamen Bedrohungen entgegenzusehen, hieß es in der Mitteilung weiter. Alle an dem Manöver beteiligten Nationen sind enge Partner der USA im Nahen Osten. Im vergangenen Jahr hatten sich mehrere arabische Staaten zusammengeschlossen, um eine Art "Arabischer NATO" zu gründen, wie die "Middle East Strategic Alliance" von einigen Beobachtern genannt wird.

USA UANI Gipfel 2018 Mike Pompeo (picture-alliance/Zumapress/M. Brochstein)

US-Außenminister Pompeo bei dem gegen den Iran gerichteten Treffen Ende September in New York

Tatsächlich erfolgte die Ankündigung des Manövers nur etwas mehr als einen Monat nach einem Treffen von US-Außenminister Mike Pompeo mit seinen Amtskollegen der sechs Nationen, die an der Übung teilnehmen, sowie aus Oman und Katar - um die Idee der Gründung einer sunnitischen Allianz voranzutreiben, die die Partner der USA im Nahen Osten gegen den schiitischen Iran vereint. Daraus machten die Beteiligten auch überhaupt keinen Hehl. Die Runde am 25. September in New York firmierte unter der Abkürzung UANI ("United against nuclear Iran"). 

sti/kle (ap, dpa, rtr)

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