Antiker Markttisch in Jerusalem entdeckt | Aktuell Nahost | DW | 07.01.2020
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Archäologie

Antiker Markttisch in Jerusalem entdeckt

Israelische Archäologen haben einen Tisch gefunden, der einst zur Abmessung von Flüssigkeiten diente. Die Forscher kommen damit der Frage näher, wie das Leben im antiken Jerusalem vor 2000 Jahren aussah.

Der aus Stein gefertigte Tisch belege, dass an seiner Fundstelle in der Nähe des Tempelbergs vor rund 2000 Jahren Märkte abgehalten worden seien, sagte Ausgrabungsleiter Ari Levy bei der Vorstellung des neuen Fundstücks. Es wurde bei Ausgrabungen der Israelischen Antikenbehörde (Israel Antiquities Authority) im Nationalpark Davidstadt entdeckt.

Seltener Fund

In zwei Hohlräume des Steintisches wurden laut Levi einst Flüssigkeiten wie Wein oder Olivenöl gefüllt. In beiden habe sich ein Abfluss am Boden befunden. Dieser sei vor der Befüllung verschlossen und nach der Messung wieder geöffnet worden, damit die Flüssigkeiten in Behälter abgelassen werden konnten. Es sei davon auszugehen, dass der Tisch dem Marktmeister gehört habe, der mit seiner Hilfe sicherstellen konnte, dass Flüssigkeiten nach einem einheitlichen Maßstab abgemessen und gehandelt werden.

Die beteiligten Archäologen sprechen von einem seltenen Fund. Neben dem Messtisch wurden in der gleichen Umgebung auch zahlreiche Steingewichte entdeckt.

Israel, Jerusalem: 2000 Jahre alter Messtisch für Flüssigkeiten gefunden (Getty Images/AFP/M. Kahana)

Ausgrabungsleiter Ari Levy präsentiert das Fundstück

Umstrittene Ausgrabung

Erst seit kurzem sei überhaupt bekannt, dass an dieser Stelle in der Antike Märkte stattgefunden hatten, so Ausgrabungsleiter Levy. Die neue Entdeckung trage dazu bei, "die jüdische und römische Geschichte Jerusalems zu rekonstruieren".

Die Ausgrabungen sind allerdings umstritten, da sich ihr Gebiet von der Festungsmauer der Altstadt bis in ein palästinensisches Viertel im israelisch besetzten Ost-Jerusalem erstreckt. Zudem wird das Gelände von der nationalistischen israelischen Organisation Elad verwaltet. Sie setzt sich für eine stärkere jüdische Präsenz in den palästinensischen Vierteln in Ost-Jerusalem ein.

cw/wa (afp, jewishpress.org)

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