Israel: Antikes Mosaik der Extraklasse entdeckt | Geschichte | DW | 09.02.2018
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Geschichte

Israel: Antikes Mosaik der Extraklasse entdeckt

Israelische Archäologen haben bei Grabungen das bisher qualitativ hochwertigste Mosaik entdeckt und freigelegt. Das Steinkunstwerk ist mindestens 1700 Jahre alt und hat eine Fläche von mehr als 28 Quadratmetern.

Das bunte Mosaik wurde in der nordisraelischen Küstenstadt Caesarea entdeckt und soll aus dem zweiten oder drittten Jahrhundert nach Christi Geburt stammen. Das seltene römische Steinkunstwerk mit einer Inschrift in antikem Griechisch sei mehr als 3,5 Meter mal 8 Meter groß, bestätigte eine Sprecherin der israelischen Altertumsbehörde. Bei der Vorstellung des Mosaiks sagte Uzi Ad von der israelischen Antikenverwaltung (IAA), in Israel sei nie zuvor ein Mosaik von ähnlicher Qualität gefunden worden.

Mehr als 336.000 Steine

Die Motive seien künstlerisch sehr anspruchsvoll gestaltet worden - mit rund 12.000 Steinen pro Quadratmeter, hieß es. Es zeichne sich durch drei Figuren aus, mehrfarbige geometrische Muster und eine lange Inschrift in Griechisch. Die männlichen Figuren trügen Togas und hätten offenbar zur gehobenen Gesellschaft gehört.

Das Mosaik - 1700 Jahre altes buntes Mosaik in Israel entdeckt (Assaf Peretz/Israelische Altertumsbehörde/dpa)

Das Kunstwerk: alt, bunt, römisch. Da ist noch viel Arbeit zu erledigen

Während der Ausgrabung hätten die Wissenschaftler zunächst Teile eines rund 1500 Jahre alten opulenten Gebäudes entdeckt. Die Experten gehen nach Angaben der Altertumsbehörde davon aus, dass es sich dabei um eine antike Version eines Einkaufszentrums handelt. Unter dem Gebäude hätten die Archäologen das Mosaik gefunden. Die griechische Inschrift sei durch das byzantinische Gebäude darauf beschädigt wurden.

Antike Metropole

Grundmauern und Mosaik - Israel römisches Mosaik (Getty Images/AFP/J. Guez)

Grabungsareal des antiken Einkufszentrums

Caesarea ist eine der wichtigsten historischen Stätten Israels. Sie liegt auf halbem Weg zwischen Tel Aviv und Haifa. Herodes, der die damalige römische Provinz Judäa regierte, errichtete dort vor etwa 2030 Jahren einen der größten Seehäfen des römischen Reichs. Die Metropole Caesarea - benannt zu Ehren der römischen Kaiser – war damals ein international bedeutendes Handelszentrum. Die Ruinen der Hafenstadt sind heute eine beliebte Touristenattraktion. Unweit des antiken Ortes befindet sich das moderne Caesarea oder Keisarija.

kk/pg  (dpa/afp)