Angriff mit Messer in Polizeiwache in Spanien | Aktuell Europa | DW | 20.08.2018
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Spanien

Angriff mit Messer in Polizeiwache in Spanien

Katalonien gedachte gerade erst der Opfer des Terroranschlages vom 17. August 2017. Drei Tage später attackierte bei Barcelona ein Angreifer eine Polizeiwache. Ein Polizist griff zur Waffe und erschoss den Angreifer.

Spanien - Nach einer Messerattacke in Cornella in der Nähe von Barcelona (Getty Images/AFP/L. Gene)

Regionalpolizisten bewachen bei Barcelona ein Gebäude, in dem der Angreifer gewohnt haben soll

Der bewaffnete Mann habe "Allahu Akbar" (Allah ist groß) gerufen und sei mit einem Messer von beträchtlichen Ausmaßen bewaffnet gewesen, sagte ein Sprecher der katalanischen Polizei Mossos d'Esquadra. Der 29-Jährige habe die "klare Absicht" gehabt, Polizisten zu töten. Der Zwischenfall am frühen Morgen in Cornellà de Llobregat unweit der katalanischen Hauptstadt Barcelona werde nach den vorliegenden Erkenntnissen vorerst als Terroranschlag betrachtet.

Der Kommissar Rafael Comas bestätigte auf der Pressekonferenz, dass der aus Algerien stammende Angreifer nicht vorbestraft gewesen und auch sonst nach den bisherigen Erkenntnissen polizeilich nie aufgefallen sei. Medien berichteten unter Berufung auf die Polizei, der Mann habe einen spanischen Personalausweis gehabt und schon seit seiner Kindheit in Cornellà gewohnt.

Spanien l Barcelona ein Jahr nach dem Terroranschlag - Gedenktag (picture alliance/dpa/M. Oesterle)

Ein Jahr nach dem Terroranschlag von Barcelona legen Spanier Blumen für die Opfer ab

"Auf der Stelle tot"

Der Zwischenfall ereignete sich den amtlichen Angaben zufolge am Morgen, als der Angreifer an der Wache klingelte und sagte, er habe eine Frage. Als ein Beamter die Tür der Wache geöffnet habe, sei der Mann mit dem Messer in der Hand hineingestürmt und habe neben "Allahu Akbar" weitere Parolen gerufen, die nicht zu verstehen gewesen seien. Der an der Rezeption der Wache diensthabende Beamte habe daraufhin auf den Mann geschossen. Dieser sei "auf der Stelle tot" gewesen.

Eine Untersuchung sei bereits aufgenommen worden. Diese werde vom Nationalen Staatsgerichtshof in Madrid koordiniert und von den Mossos d'Esquadra unter Teilnahme der spanischen Nationalpolizei und der paramilitärischen Polizeieinheit Guardia Civil geleitet, sagte Comas. Nach Medienberichten wurde die Wohnung des Erschossenen, der offenbar keine Komplizen hatte, durchsucht. Dabei hätten Beamte die Lebensgefährtin des Mannes befragt, schrieb unter anderem die katalanische Zeitung "La Vanguardia".

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Spanien: Noch größerer Anschlag war geplant

Gedenken an Anschläge in Katalonien

Erst am Freitag war in Barcelona an die Opfer der Terroranschläge vom 17. August 2017 erinnert worden. Vor einem Jahr waren bei islamistischen Anschlägen in Katalonien 16 Menschen getötet worden. Ein 22-jähriger gebürtiger Marokkaner war damals mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge auf Barcelonas Flaniermeile Las Ramblas gerast.

Stunden danach hatten Angreifer in dem nahegelegenen Badeort Cambrils ein Auto in eine Gruppe von Passanten gesteuert und dort auf mehrere Menschen eingestochen. Mehr als 130 Menschen wurden verletzt. Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte die Taten für sich. Kommissar Comas bestritt Berichte einiger Medien, wonach der Angreifer von Cornellà Kontakte zu den Attentätern von 2017 gehabt habe

kle/stu (dpa, afp)

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