Angriff auf US-Stützpunkt im Irak | Aktuell Nahost | DW | 16.02.2021
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Nahost

Angriff auf US-Stützpunkt im Irak

Mehrere Raketen sind auf die nordirakische Stadt Erbil abgefeuert worden. Die Geschosse galten US-Soldaten. Getroffen wurden jedoch überwiegend Zivilisten.

Irak Raketenangriff in Erbil

Polizisten sichern die Gegend nach den Anschlägen in der Nähe des Flughafens

Mindestens drei Raketen wurden Richtung Flughafen der Kurdenstadt Erbil abgefeuert. Zwei der Geschosse schlugen nach Angaben irakischer und westlicher Sicherheitsmitarbeiter in Wohngebieten nahe dem Airport ein. Die dritte Rakete traf den militärischen Teil des Flughafens, wo sich auch ein US-Stützpunkt befindet. Ein ziviler Unternehmer wurde bei den Angriffen getötet, fünf weitere Zivilisten und ein US-Soldat wurden verletzt. Augenzeugen berichteten von mehreren Explosionen und einem Feuer in der Nähe des Airports.

Irak Raketenangriff in Erbil

Bei diesem Geschäft gingen etliche Fensterscheiben zu Bruch

Der irakische Präsident Barham Saleh sprach via Twitter von einem "kriminellen Terrorakt", der eine "gefährliche Eskalation" für die Sicherheit in der Region bedeute. Masrur Barsani, Ministerpräsident der kurdischen Autonomieregion im Nordirak, verurteilte die Attacke "auf das Entschiedenste". Auch US-Außenminister Antony Blinken reagierte empört und bezeichnete den Angriff als "rücksichtslosen Akt der Gewalt". Den Angehörigen der Opfer sprach er sein Mitgefühl aus. Zugleich sagte er den Behörden die Unterstützung der USA bei der Aufklärung des Angriffs zu.

Nach Angaben der Geheimdienste wurden die Raketen innerhalb des Autonomiegebietes abgefeuert. Laut einem US-Offizier wurden sie etwa acht Kilometer westlich von Erbil abgeschossen. Die bislang kaum bekannte Gruppe mit dem Namen "Aulijaa al-Dam" (Blutwächter) reklamierte im Internet die Angriffe für sich. 

Fast zwei Monate herrschte Ruhe

Es war das erste Mal seit fast zwei Monaten, dass Soldaten der Vereinigten Staaten im Irak wieder beschossen wurden. Zuvor waren seit Oktober 2019 zahlreiche Raketen- und Bombenangriffe auf ausländische Botschaften, Truppen und Einrichtungen verübt worden. Die Angreifer bezeichneten die Mitglieder der US-geführten Koalition gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) als "Besatzungsmächte".

USA verdächtigen pro-iranische Milizen 

Die USA machten wiederholt pro-iranische Milizen wie die schiitischen Hisbollah-Brigaden für die Anschläge verantwortlich. Im Januar 2020 wurde der iranische Spitzengeneral Ghassem Soleimani und einflussreiche Kommandeur der Al-Kuds-Brigaden bei einem gezielten US-Drohnenangriff im Irak getötet. Die Tat führte beide Länder an den Rand eines Krieges.

se/ack (afp, rtr, ap, dpa)

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