Angriff auf Frankreichs Botschaft in Burkina Faso | Aktuell Afrika | DW | 02.03.2018
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Afrika

Angriff auf Frankreichs Botschaft in Burkina Faso

Auch der Sitz des Generalstabs und das französische Kulturinstitut wurden beschossen. Es gab zahlreiche Tote. Die Regierung in Paris geht von einem terroristischen Anschlag aus.

Bewaffnete Angreifer haben in der Hauptstadt des westafrikanischen Staates unter anderem die französische Botschaft und das Kulturinstitut angegriffen. Augenzeugen berichteten, mehrere bewaffnete und vermummte Männer seien in einen Pick-Up-Truck vor die französische Botschaft gefahren und hätten "Allahu Akbar" gerufen. Anschließend hätten sie ihr Fahrzeug zur Explosion gebracht und auf Passanten geschossen.

Auch der Sitz des Generalstabs wurde angegriffen. Angehörige der französischen Botschaft berichteten via Facebook über die Vorgänge. Es handele sich eindeutig um eine Terrorattacke. Die Angreifer seien mit Maschinengewehren unterwegs gewesen.

Angreifer erschossen

Nach Angaben des Pariser Außenministeriums ist die Lage inzwischen unter Kontrolle. Die Regierung von Burkina Faso sprach von acht getöteten Angreifern. Unter Polizisten und Soldaten habe es ebenfalls acht Tote gegeben. In bislang unbestätigten Berichten ist sogar von bis zu 30 Toten die Rede. Zu den Überfällen bekannte sich zunächst niemand.

Burkina Faso Ouagadougou Attacken in Innenstadt (Getty Images/AFP/A. Ouoba)

Sicherheitskräfte vor dem französischen Kulturinstitut

Der Korrespondent der Deutschen Welle (DW), Richard Tiene, berichtete während der Ereignisse: "Das Hauptquartier, Camp Guillaume, ein Militärcamp, das im Stadtzentrum liegt, ist von Sicherheitskräften umstellt. Man hört derzeit keine Schüsse mehr. Aber man sieht den Rauch, eine große Rauchwolke, die aus dem Armee-Hauptquartier herausquillt. In der ganzen Gegend sind die Geschäfte und Agenturen geschlossen. Die Schüler gehen nach Hause. Und es gibt überall Umleitungen." 

An einer Schule brach Panik aus

An einem Gymnasium, das in der Nähe des Tatorts liegt, spielten sich nach den Schilderungen des Korrespondenten dramatische Szenen ab. Unter den Schülern brach Panik aus. Ein Lehrer
sagte der DW: " Wir haben die Schüler gebeten, in der Klasse zu bleiben, weil wir ja nicht wussten, woher die Schüsse kommen. Die Gendarmerie und das Militär standen vor dem Gymnasium. Die Schüler wollten mit dem Fahrrad oder dem Mofa nach Hause fahren, aber wir haben ihnen gesagt, dass das nicht geht. Manche Eltern sind gekommen, um ihre Kinder über die Mauer hinweg abzuholen. Und die, die gleich nebenan wohnen, konnten auch nach Hause gehen. Dafür haben wir ihnen grünes Licht gegeben."

Eine verzweifelte Mutter sagte: "Es war überall Panik! Wir haben uns einen Weg bahnen können. Aber jetzt haben wir keine Neuigkeiten von unseren Kindern; mein Sohn ist in der sechsten Klasse. Man sollte die Kinder wirklich mit Mobiltelefonen ausstatten. Dann wüsste man in einem Fall wie heute wenigstens, wo sie sind und wer beruhigt. Aber so weiß man nichts. Wie lang soll ich denn noch warten, um zu wissen, wo mein Kind ist?"  

UN-Sicherheitsrat reagiert mit scharfer Kritik

Der UN-Sicherheitsrat hat den Terroranschlag in der Hauptstadt von Burkina Faso scharf verurteilt. Jeder Terrorakt sei kriminell und nicht zu rechtfertigen, unabhängig von seiner Motivation, hieß es in einer Mitteilung Die Hintermänner dieser Taten müssten ihrer gerechten Strafe zugeführt werden.

Rückzugsgebiet für Al-Kaida-nahe Gruppen

Zuletzt waren in Burkina Faso bei einem Anschlag auf ein Restaurant in Ouagadougou im vergangenen August mindestens 18 Menschen getötet worden. Die frühere französische Kolonie Burkina Faso grenzt an die Sahelzone, die mit Al-Kaida verbundenen Terrorgruppen als Rückzugsgebiet dient.

Im Januar 2016 hatten islamistische Extremisten ebenfalls ein bei Ausländern beliebtes Restaurant angegriffen, 29 Menschen wurden bei dem Terroranschlag auf das Café Capuccino getötet. Zu der Tat bekannte sich die Gruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI).

uh/jj (rtr, dpa, afp)

 

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