Alberto Manguel: Gutenberg-Preis für den ″Liebhaber des Lesens″ | Bücher | DW | 23.06.2018
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Auszeichnung

Alberto Manguel: Gutenberg-Preis für den "Liebhaber des Lesens"

Der Autor und Übersetzer Alberto Manguel hat in Mainz den Gutenberg-Preis verliehen bekommen. Ausgezeichnet wurde er für sein langjähriges Engagement, das mit seiner "Geschichte des Lesens" international bekannt wurde.

Alberto Manguel gilt als Weltbürger. Er ist lesender Schreiber und auch ein Bücherbewahrer: Für ihn sei der Gutenberg-Preis "die allergrößte Ehrung überhaupt", sagte der Direktor der argentinischen Nationalbibliothek im Gespräch mit dem Deutschlandfunk, zumal "für jemanden, der sein Leben zwischen Büchern verbracht hat, und der eine tiefe Lust an Büchern empfindet und der sie wirklich liebt."

Wie kein Zweiter habe Manguel die Beziehung von gedrucktem Buch, der Leserschaft und dem Lesen zum zentralen Punkt seines Wirkens gemacht", begründete die Jury ihre Entscheidung.

Alberto Manguel, geboren 1948 in Buenos Aires/Argentinien, wuchs als Sohn eines argentinischen Diplomaten in Israel und Großbritannien auf. Bereits mit vier Jahren lernte er lesen. Als Asthmatiker war er oft wochenlang ans Bett gefesselt und verbrachte deshalb den Großteil seiner Kindheit allein mit seinen Büchern. 

Seit 1988 ist er kanadischer Staatsbürger. In mehreren Sprachen zuhause, lebte und arbeitete er unter anderem in Buenos Aires, Paris, Mailand, London und Toronto als Verlagslektor, Literaturdozent und Übersetzer. Mit dem Schreiben eigener Bücher begann der versierte Übersetzer erst spät: 1991 veröffentlichte er seinen Debüt-Roman "Im Siebten Kreis". Seinen weltweiten Durchbruch feierte Alberto Manguel als Autor mit seiner "Geschichte des Lesens" (1996).

Seit 2016 ist er Direktor der argentinischen Nationalbibliothek und damit der Nachfolger des legendären Jorge L. Borges, des blinden Bibliothekars der Argentinischen Bibliothek. Der junge Alberto Manguel stand Borges von 1964-1968 als Vorleser zur Seite und tauchte so nochmal in eine andere Literaturwelt ein..

Schulwandbild Blick in eine mittelalterliche Buchdrucker-Werkstatt. (picture-alliance/akg-images)

Blick in eine mittelalterliche Buchdrucker-Werkstatt. Ein Schulwandbild von 1960 zeigt die Anfänge der Buchdruckerkunst.

Liebeserklärung an das Lesen

Bekannt wurde Manguel mit seiner "Geschichte des Lesens", einer millionenfach verkauften Liebeserklärung an das Lesen als Lebensform. "Der Astronom liest am Himmel in Sternen", heißt es darin etwa, oder auch: "Eltern lesen im Gesicht ihres Babys, um nach Anzeichen der Freude, der Angst oder des Staunens zu suchen….Liebende lesen den Körper der Geliebten nachts im Dunklen unter der Decke… der Bauer liest am Himmel, welches Wetter zu erwarten ist, und alle teilen sie mit den Lesern von Büchern die Fähigkeit, Zeichen zu erkennen und mit Bedeutung zu füllen."

Zeichnung: Johannes Gutenberg, Erfinder des Buchdrucks. (Getty Images)

Erfinder des Buchdrucks: Johannes Gutenberg.

Zu Manguels 70. Geburtstag ist eine Hymne auf seine eigene, 40.000 Bücher umfassende Sammlung erschienen. Ihr Titel: "Die verborgene Bibliothek. Eine Elegie und zehn Abschweifungen" (Packing My Library: An Elegy and Ten Digressions, New Haven: Yale University Press).

Der Umfang seiner privaten Bibliothek hat ihn bei seinen Umzügen jedes Mal vor ungeahnte Herausforderungen gestellt, wie er im Mai 2018 bei einer Lesung in der Stadtbibliothek Köln erzählte.

Die Gutenberg-Gesellschaft und die Stadt Mainz vergeben den mit 10.000 Euro dotierten Preis im jährlichen Wechsel mit der Stadt Leipzig für hervorragende künstlerische, technische oder wissenschaftliche  Leistungen auf dem Gebiet der Druckkunst.

Zu den bisherigen Preisträgern zählte auch der italienische Schriftsteller und Philosoph Umberto Eco.

sd/ka (dpa/dlf/Gutenberg-Gesellschaft)

 

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