Albanien lehnt Vernichtung chemischer Waffen aus Syrien ab | Aktuell Welt | DW | 15.11.2013
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Aktuell Welt

Albanien lehnt Vernichtung chemischer Waffen aus Syrien ab

Das syrische Giftsgasarsenal ist außer Gefecht – nun müssen die Waffen noch zerstört werden. Allein: Keiner will es tun. Nach Norwegen zeigt nun auch Albanien den USA die kalte Schulter. Sie hatten um Hilfe gebeten.

Die Regierung in Washington hatte Albanien aufgefordert, die Zerstörung syrischer Chemiewaffen zu übernehmen. Heute nun die Absage: Sein Land könne "unmöglich an einer solche Operation teilnehmen", sagte Regierungschef Edi Rama in der Hauptstatd Tirana. Es fehlten ihm schlichtweg die Kapazitäten.

Auf dem Großen Platz im Zentrum Tiranas klatschten daraufhin tausende Demonstranten Beifall. Sie hatten sich dort aus Protest gegen das Vorhaben versammelt und Ramas Äußerungen während einer Pressekonferenz auf Videoleinwänden verfolgt.

Demonstrationen in Tirana (Foto: Andi Agaraj)

Klares Nein zur Chemiewaffenvernichtung: Demonstranten in Tirana

Mehr als 1000 Tonnen Giftgas

Die US-Regierung muss also weiter suchen. Neben Albanien soll sie auch Norwegen, Frankreich und Belgien gebeten haben, die syrischen Chemiewaffen zu zerstören. Norwegen hatte bereits Ende Oktober abgelehnt. Auch das skandinavische Land wollte die Verantwortung für die mehr als 1000 Tonnen Giftgas nicht übernehmen.

Die Zeit eilt: Geht es nach der Resolution, die der UN-Sicherheits im September verabschiedet hat, dann muss das Giftgasarsenal bis Ende Juni 2014 vernichtet sein.

Beratungen über den Zeitplan

Kürzlich hatte die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen erklärt, von den 23 syrischen Chemiewaffenstandorten seien fristgerecht alle bis auf einen überprüft und zerstört worden. Der Exekutivrat der Organisation (OPCW) berät zurzeit in Den Haag über den weiteren Zeitplan.

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