″Alan Kurdi″ nimmt Kurs auf Malta | Nachrichten & Analysen: der globale Blick auf Schlagzeilen | DW | 06.07.2019
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"Alan Kurdi" nimmt Kurs auf Malta

Das deutsche Rettungsschiff "Alan Kurdi" mit 65 Geretteten an Bord hat nach stundenlangem Warten vor der italienischen Insel Lampedusa nun Kurs auf Malta genommen. Italien hatte eine Anlegeerlaubnis verweigert.

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Rettungsschiff "Alex" legt im Hafen von Lampedusa an

"Wir können nicht abwarten, bis an Bord der Notstand ausbricht. Jetzt muss sich zeigen, ob andere europäische Regierungen die harte Haltung Italiens stützen oder den Menschen einen sicheren Hafen anbieten", sagte Sea-Eye-Einsatzleiter Gorden Isler der Deutschen Presse-Agentur. Ohne Hilfe von außen werde die Lage in zwei bis drei Tagen kritisch an Bord. In Malta werde die "Alan Kurdi" voraussichtlich am Sonntagmittag eintreffen.

Isler ergänzte: "Wenn die Staats- und Regierungschefs ihre Kritik am italienischen Innenminister ernst meinen, können sie uns auf Malta einlaufen lassen. Dort könnten sowohl die Geretteten als auch die Crew sicher anlanden." Außerdem könne Bundesinnenminister Horst Seehofer kurzfristig zusagen, die Geretteten aufzunehmen und auf einige der hilfsbereiten deutschen Kommunen zu verteilen, so der Einsatzleiter der "Alan Kurdi".

Entspannung auf der "Alex"

Unterdessen erhielten die Menschen an Bord des italienischen Rettungsschiffes "Alex" die Erlaubnis, in Lampedusa an Land zu gehen. Das bestätigte das italienische Innenministerium. Der relativ kleine Motorsegler mit 41 aus dem Mittelmeer geretteten Migranten war zuvor trotz eines von Innenminister Matteo Salvini erlassenen Verbots in den Hafen der italienischen Mittelmeerinsel eingelaufen.

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Todesfalle Flucht: Retten verboten? (4.7.19)

Salvini hatte zunächst verkündet, er selbst würde nicht erlauben, dass jemand von der "Alex" an Land gelassen werde. Die Entscheidung, die Menschen von Bord gehen zu lassen, habe nun aber die Finanzpolizei zu Ermittlungszwecken getroffen. Sie untersteht dem Wirtschaftsministerium und nicht Salvinis Innenministerium.

Der relativ kleine Motorsegler ist nur für 18 Menschen zugelassen. Es waren aber fast 60 Menschen an Bord. Entsprechend angespannt war die Lage dort.

haz/rb (dpa, afp)

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