Al-Kaida bekennt sich zum Mord an Journalisten | Aktuell Afrika | DW | 06.11.2013
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Aktuell Afrika

Al-Kaida bekennt sich zum Mord an Journalisten

Die Terrororganisation Al-Kaida im islamischen Maghreb hat sich zur Ermordung zweier Mitarbeiter des französischen Radiosenders RFI bekannt. Es sei eine Antwort auf den Kreuzzug Frankreichs in Mali.

Es habe sich um einen Racheakt für die "Verbrechen Frankreichs gegen die Malier und den Einsatz der afrikanischen und internationalen Truppen" gegen die Muslime im Norden Malis gehandelt, heißt es in einer von der mauretanischen Webseite Sahara Media verbreiteten Erklärung der Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQMI).

Die Ermordung der beiden Journalisten sei die "kleinste Rechnung", die Frankreich und sein Präsident François Hollande für seinen "Kreuzzug" in Mali zahlen müsse.

Hollande: Verbrechen bleiben nicht ungestraft

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Brutales Ende eines Reportereinsatzes

Die RFI-Korrespondentin Ghislaine Dupont (57) und ihr Techniker Claude Verlon (55) waren am Samstag nach einem Interview mit einem Anführer der Tuareg-Rebellen in der Stadt Kidal von vier bewaffneten Männern in einem Geländewagen verschleppt worden. Kurz darauf wurden sie erschossen aufgefunden.

Nach Angaben der malischen Sicherheitsbehörden wurden inzwischen mehr als 30 Verdächtige festgenommen. Hollande sagte Nachrichtenagentur AFP, Frankreich unterstütze die malischen Behörden und nutze "alle eigenen Mittel, damit die Verbrechen nicht ungestraft bleiben, wer auch immer die Täter sind."

Nach einem Bericht der französischen Tageszeitung "Le Monde" sind drei der vier Entführer inzwischen vom französischen Geheimdienst und der Armee identifiziert worden. Es soll sich um Islamisten aus einem Stamm der Tuaregs handeln, schreibt das Blatt. Das gehe aus einem Dokument hervor, das in einem am Tatort zurückgelassenen Fahrzeug entdeckt worden sei.

Frankreich als Ordnungsmacht

Kidal 1500 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako an der algerischen Grenze ist eine Hochburg der Tuareg-Rebellen. Anfang vergangenen Jahres starteten die Tuareg einen Aufstand, weil sie sich von der Regierung im Süden an den Rand gedrängt sahen. Nach ersten Erfolgen wurden sie von Islamisten verdrängt, mit denen sie zunächst verbündet gewesen waren.

Die französische Armee hatte Anfang dieses Jahres eine Offensive gegen islamistische Milizen gestartet, die bis dahin fast den gesamten Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht hatten und in Richtung Süden vorrückten. Nachdem die Aufständischen erfolgreich zurückgedrängt worden waren, wurden Ende Juli Präsidentschaftswahlen abgehalten.

Derzeit sind noch knapp 3000 französische Soldaten in dem westafrikanischen Land stationiert, um die Parlamentswahl mit dem ersten Wahlgang am 24. November abzusichern. Anfang 2014 soll die Truppenstärke nach Angaben der Regierung in Paris auf rund tausend Mann verringert werden. Die Kontrolle soll dann an eine UN-Mission abgegeben werden, die insgesamt 12.600 Soldaten umfassen soll.

gmf/mak (afp, dpa, rtr)

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