Afghanistan: Jedes Kind vom Krieg betroffen | Aktuell Asien | DW | 07.10.2019
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Militärischer Konflikt

Afghanistan: Jedes Kind vom Krieg betroffen

Vor 18 Jahren begannen die USA ihren Militäreinsatz in Afghanistan. Seitdem ist eine ganze Generation mit dem Krieg aufgewachsen. Laut einer Kinderschutzorganisation gibt es kein Kind mehr, das davon verschont blieb.

Geschätzte 20 Millionen Kinder in Afghanistan wachten jeden Tag mit Angst vor Schüssen, Bomben und dem Tod in Straßen, Schulen oder Wohnhäusern auf, teilte die nicht staatliche Organisation Save the Children am 18. Jahrestag der US-geführten Intervention in Afghanistan mit. "Stellen Sie sich vor, 18 zu werden und nichts außer Konflikten und Krieg in der Kindheit und Ausbildung kennengelernt zu haben", sagte der für Afghanistan zuständige Direktor der Organisation, Onno van Manen.

Zwischen 2015 und 2018 seien 12.500 Kinder entweder getötet oder verstümmelt worden. 3,7 Millionen Kinder - 60 Prozent von ihnen Mädchen - könnten keine Schule besuchen. Mindestens 700 Schulen seien geschlossen. 3,8 Millionen Kinder bräuchten humanitäre Hilfe, 600.000 von ihnen leideten unter Mangelernährung. Es sei besorgniserregend, wie sehr sich die Kinder an Gewalt gewöhnt hätten, sagte van Manen. "Aber kein Kind sollte das Geräusch von Explosionen oder Hubschrauber-Angriffen als Normalität empfinden."

Afghanistan Bundeswehr Soldaten (AFP/Getty Images/J. Eisele)

Soldaten auf dem Schulweg eines Jungen in der Provinz Kunduz (Archivbild)

Nach Angaben der UN-Mission in Afghanistan, Unama, tragen Frauen und Kinder die größte Bürde des Kriegs. Mehr als 46.000 Zivilisten starben demnach zwischen Januar 2009 und Juni 2019. Laut Save the Children mussten 280.000 Menschen im vergangenen Jahr aus ihren Häusern fliehen - mehr als die Hälfte davon sind Kinder. 

Am 7. Oktober 2001 hatten die USA ihren Militäreinsatz gegen die islamistischen Taliban als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September auf die Zwillingstürme in New York und das US-Verteidigungsministerium in Washington begonnen. Die Taliban hatten von 1996 bis dahin weite Teile des Landes unter ihrer Kontrolle. Sie und die Terrorgruppe "Islamischer Staat" sind die größten militanten Gruppen, die derzeit in dem Land gegen die afghanische Regierung kämpfen und Anschläge verüben. Verhandlungen der USA mit den Taliban hatte US-Präsident Donald Trump nach einem Anschlag in Afghanistan Anfang September ausgesetzt.

Video ansehen 02:30

USA: Kampf gegen die Taliban

lh/ww (dpa, save the children)

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