Afghanischer Präsident bietet Taliban politische Anerkennung an | Aktuell Asien | DW | 28.02.2018
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Afghanistan

Afghanischer Präsident bietet Taliban politische Anerkennung an

Im Bemühen um einen Friedensprozess hat der afghanische Präsident Ghani den Taliban zahlreiche Zugeständnisse in Aussicht gestellt - darunter ihre Anerkennung als politische Gruppierung und eine Verfassungsänderung.

Die Konferenz um Präsident Ghani (M.) sucht nach Auswegen aus der jahrzehntelangen Gewalt (Getty Images/AFP/S. Marai)

Die Konferenz um Präsident Ghani (M.) sucht nach Auswegen aus der jahrzehntelangen Gewalt

Unter starken Sicherheitsvorkehrungen hat in der afghanischen Hauptstadt Kabul die zweite Friedenskonferenz des sogenannten Kabul-Prozesses begonnen. Zum Auftakt bot Präsident Aschraf Ghani den radikalislamischen Taliban eine Waffenruhe sowie weitreichende Zugeständnisse an. Falls die Taliban, die zu der Konferenz nicht eingeladen worden waren, sich auf einen Friedensprozess einließen, sollten sie auch als politische Gruppe anerkannt werden, sagte Ghani in Kabul. Bislang hatte Ghani die Taliban stets als Terroristen und Rebellen bezeichnet.

Im Rahmen eines Abkommens mit den Taliban für ein Ende des seit mehr als 16 Jahre dauernden Krieges sei er auch bereit, eine Überprüfung der Verfassung zu akzeptieren, so Ghani weiter. Er bot den Taliban zudem afghanische Pässe an, ein Büro in Kabul, die Entlassung von Gefangenen und die Streichung von Sanktionen. Der Präsident bestand aber darauf, dass Wahlen abgehalten werden. Er forderte die Taliban außerdem auf, die afghanische Regierung anzuerkennen. 

Präsident Ghani auf der Konferenz (Reuters/O. Sobhani)

Präsident Ghani auf der Konferenz

Bisher lehnen die Taliban direkte Verhandlungen mit der afghanischen Regierung ab, die sie ein "Marionetten-Regime" nennen. Wie sie erst am Montag in einer Stellungnahme wiederholten, wollen sie mit den USA verhandeln, dem größten Truppensteller im Konflikt. 

"Akzeptiert den Frieden"

In seiner Auftaktrede sagte Ghani: "Anführer der Taliban und alle Mitglieder, die Entscheidung ist in euren Händen. Akzeptiert den Frieden. Kommt an den Verhandlungstisch und lasst uns dieses Land gemeinsam aufbauen." Er bot auch Pakistan, dem Afghanistan und die USA vorwerfen, die Taliban zu unterstützen, einen Neustart in den Beziehungen an. 

Für die eintägige Konferenz sind Vertreter aus 26 Ländern, darunter Deutschland, sowie von drei internationalen Organisationen zusammengekommen. Sie wollten darüber beraten, wie die afghanische Regierung mit den radikalislamischen Taliban Frieden schließen könnte. Die Taliban kontrollieren oder beeinflussen nach offiziellen Angaben derzeit wieder mindestens 13 Prozent des Landes. Weitere 30 Prozent des Landes sind umkämpft.

stu/rb (dpa, rtr)
 

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