Aachener Karlspreis für Donald Tusk | Deutschland | DW | 13.05.2010
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Deutschland

Aachener Karlspreis für Donald Tusk

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk ist in Aachen mit dem diesjährigen internationalen Karlspreis der Stadt geehrt worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte Tusk in ihrer Laudatio als großen Europäer.

Donald Tusk mit seinem Karlspreis (Foto: picture alliance/dpa)

Preisträger Donald Tusk

Begonnen hatte die feierliche Verleihung des 60. Karlspreises am Donnerstag (13.04.20010) mit einem Gottesdienst im Aachener Dom. Unter den Gästen waren neben Bundeskanzlerin Angela Merkel auch der Präsident des Europaparlaments, Jerzy Buzek, sowie Luxemburgs Premier Jean Claude Juncker, Bundestagspräsident Norbert Lammert und Altbundespräsident Roman Herzog (beide CDU).

Donald Tusk und Angela Merkel nach der Preisverleihung in Aachen (Foto: dpa)

Tusk und Merkel


Würdigung für einen mutigen Europäer

Beim Festakt im Aachener Rathaus sagte Angela Merkel, die den Preis 2008 als vierte Frau erhalten hatte, Europa brauche überzeugte und überzeugende Europäer wie Donald Tusk. Merkel forderte als Konsequenz aus der gegenwärtigen Schuldenkrise ein engeres Zusammenrücken in Europa und rief zur Verteidigung des Euro auf. Scheitere der Euro, dann scheitere Europa und die Idee der europäischen Einigung, mahnte Merkel in Aachen.

Donald Tusk während seiner Dankesrede in Aachen (Foto: AP)

Donald Tusk während seiner Dankesrede

In seiner Dankesrede forderte Tusk angesichts der gegenwärtigen Euro-Krise eine neue Aufbruchstimmung in Europa. Vergleichbar mit dem Kampf der polnischen Gewerkschaftsbewegung "Solidarnosc" bedeute Europa Glaube und Hoffnung an eine gemeinsame große Sache, sagte Tusk, der 1980 in vorderer Reihe für die Gewerkschaft demonstriert hatte. Europas Stärke sei die Vielfalt. Der 52-Jährige ist nach dem früheren Außenminister Bronislaw Geremek (1998) und Papst Johannes Paul II (2004) der dritte Pole, der den renommierten Europa-Preis erhält.

Plakat mit Karlspreisträger Donald Tusk in Aachen (Foto: DW)

Plakat mit der Ankündigung des Karlspreises für Donald Tusk


Der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp hatte den polnischen Regierungschef zuvor als europäische Leitfigur gewürdigt. Er überzeuge viele seiner Landsleute vom europäischen Weg, so Philipp. Polen sei das Bindeglied zwischen der Europäischen Union im Westen und Osteuropa. Das Karlspreis-Direktorium würdigte Tusk als herausragenden Streiter für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Er habe sich dem kommunistischen Regime niemals gebeugt. Tusk stehe für ein weltoffenes Polen, fest verankert in der europäischen Völkerfamilie.

Traditionsreiche Auszeichnung

Der Karlspreis der Stadt Aachen wird seit 1950 verliehen und erinnert an Kaiser Karl den Großen (768-814), dessen Frankenreich einst Europa vom Ebro bis an die Elbe umspannte. Ein Aachener Geschäftsmann hatte 1949 die Idee, Völkerverständigung und europäisches Engagement mit einem Preis zu ehren.

Blick auf den Kaiserdom in Aachen (Foto: dpa)

Kaiserdom in Aachen

Der erste Karlspreis ging 1950 an den Begründer der Paneuropa-Idee, Richard Graf Coudenhove-Kalergi. 1954 war der damalige deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer mit dem Karlspreis geehrt worden, 1982 erhielt der Spanische König Juan Carlos die Auszeichnung. Auch die früheren französischen Präsidenten Francois Mitterand (1988) und Valery Giscard d'Estaing (2003), der damalige US-Präsident Bill Clinton (2000) und Luxemburgs Premier Jean Claude Juncker (2006) wurden mit dem Karlspreis geehrt.

Traditionell wird die Auszeichnung am Himmelfahrtstag verliehen. Bis 2007 war der Preis mit 5.000 Euro dotiert, inzwischen wird das Preisgeld dem neu geschaffenen Europäischen Karlspreis für die Jugend zugeschlagen, für den damit insgesamt 10.000 Euro zur Verfügung stehen.

Autor: Hartmut Lüning (dpa, epd)
Redaktion: Eleonore Uhlich

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