50 Kinder vor Pädophilen-Netzwerk im Darknet gerettet | Aktuell Welt | DW | 23.05.2019
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Kindesmissbrauch

50 Kinder vor Pädophilen-Netzwerk im Darknet gerettet

Nach Angaben der Polizeiorganisation Interpol gibt es den Verdacht, dass 100 weitere Kinder missbraucht wurden. Die Ermittlungen liefen weiter, um diese potenziellen Opfer zu identifizieren.

Auf Grundlagen der Ermittlungen von Interpol in fast 60 Ländern wurden neun Verdächtige in Thailand, Australien und den USA festgenommen. Organisiert hatten sich die Pädophilen über das sogenannte Darknet, den dunklen Bereich des Internets. Diesen nutzen Menschen, die verborgen im Internet unterwegs sein wollen. Dazu gehören Schwerkriminelle wie Drogendealer oder Waffenhändler, aber auch Whistleblower und Regimekritiker, die Zensur umgehen wollen.

Die Ermittlungen mit dem Codenamen "Blackwrist" liefen über zwei Jahre hinweg. In Thailand und Australien seien bereits Täter zu langen Haftstrafen verurteilt worden, berichtete Interpol in Lyon. In Thailand wurde der Hauptverwalter der Webseite bereits vor einem Jahr zu einer Haftstrafe von 146 Jahren verurteilt, berichtete Interpol. Er habe elf Jungen missbraucht, einer von ihnen war sein Neffe. Er lockte die Kinder mit Essen, Internetzugang und Fußballspielen in sein Haus, schrieb die Polizeiorganisation, die 194 Mitgliedsländer hat.

Jüngstes Opfer war 15 Monate alt

Ein Webseiten-Administrator aus Australien sei vor rund einer Woche in seinem Heimatland zu einer Haftstrafe von gut 40 Jahren verurteilt worden. Bei ihm waren Tausende in Thailand und Australien aufgenommene Bilder gefunden worden. Sein jüngstes Opfer war demnach erst 15 Monate alt.

Der deutsche Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock begrüßte den Schlag gegen das Netzwerk. "Wir sehen Sie, und Sie werden vor Gericht gebracht werden", sagte er an die Adresse von Internetkriminellen gerichtet. Die Webseite im Darknet hatte laut Interpol rund 63.000 Nutzer weltweit.

hf/uh (afp, dpa)

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