113 Millionen hungern wegen Krisen | Aktuell Welt | DW | 02.04.2019
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Welthunger

113 Millionen hungern wegen Krisen

Lebensmittelknappheit bleibt ein globales Problem, heißt es im aktuellen Welt-Bericht für Nahrungsmittelkrisen. Betroffen sind vor allem der Jemen, die Demokratische Republik Kongo und Afghanistan.

Für den "Globalen Bericht über Nahrungsmittelkrisen" wurden 53 Länder untersucht. Laut Dominique Bourgeon von der Welternährungsorganisation (FAO) seien vor allem "afrikanische Länder unproportional häufig" betroffen. 72 Millionen Menschen auf dem Kontinent leiden Hunger.

Konflikte und Unsicherheit blieben im vergangenen Jahr die Hauptursache für Nahrungsmittelkrisen, erläutern die Autoren des Berichts. Zwei Drittel der Menschen, die hungern, leben demnach in unsicheren und von Konflikten erschütterten Gebieten.

Leichte Verbesserung gegenüber 2017

Das Klima und Naturkatastrophen rangierten bei den Ursachen an zweiter Stelle, auch dabei sind vor allem Menschen in Afrika betroffen. Darüber hinaus verursachten laut dem Bericht auch wirtschaftliche Probleme bei über zehn Millionen Menschen akute Nahrungsmittelunsicherheit.

Gerade in den Ländern, die viele Flüchtlinge aufgenommen haben, sei die Situation angespannt, heißt es in dem Bericht. Als Beispiel werden die Nachbarländer von Syrien oder Bangladesch genannt.

Gegenüber 2017 hat sich die Zahl von 124 Millionen um elf Millionen verringert. Besorgniserregend bleiben dem Bericht zufolge aber weiterhin die hohen Zahlen unterernährter Kinder.

Hunger im Jemen (Reuters/K. Abdullah)

Unterernährung von Kindern bleibt ein globales Problem. Ursachen sind unter anderem Konflikte und das Klima

Ursachen der Krisen bekämpfen

Die Hilfsorganisation Oxfam fordert mehr politisches Engagement zur weltweiten Bekämpfung des Hungers. "Förderprogramme und Politik vernachlässigen ausgerechnet die Menschen, die am stärksten von Nahrungsmittelkrisen betroffen und chronisch unterernährt sind: Kleinbauern in armen Ländern", erklärte die Oxfam-Agrarexpertin Marita Wiggerthale.

Um Nahrungsmittelkrisen zu verhindern, sei es nötig, die politischen Ursachen zu bekämpfen sowie eine soziale und ökologische Neuausrichtung der Landwirtschaft voranzutreiben.

Die Organisation rief die Bundesregierung zum Handeln auf: Sie müsse "konsequent die menschenrechtlichen Risiken ihrer Handels- und Klimapolitik sowie ihrer Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft in der Entwicklungspolitik prüfen".

ach/fab (epd, kna, afpe)