Özdemir gegen ″Ramschpreise″ für Lebensmittel | Aktuell Deutschland | DW | 26.12.2021
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Ernährung

Özdemir gegen "Ramschpreise" für Lebensmittel

Der neue Bundeslandwirtschaftsminister möchte, dass sich die Menschen in Deutschland gesünder ernähren. Dafür sollen sie nach Ansicht des Grünen-Politikers tiefer ins Portemonnaie greifen.

Lebensmittel liegen auf Kassenband beim Discounter

Esswaren auf einem Kassenband beim Discounter: zu günstig?

"Deutschland ernährt sich insgesamt zu ungesund" - davon ist Agrarminister Cem Özdemir überzeugt. Mehr als 50 Prozent der Erwachsenen seien übergewichtig. "Der Grund dafür sind zu viel Zucker, Fett und Salz, vor allem in Fertigprodukten", sagte der Grünen-Politiker der Zeitung "Bild am Sonntag".

"Die Politik hat zu lange versucht, die Industrie mit freiwilligen Selbstverpflichtungen zur Reduktion dieser Inhaltsstoffe zu bewegen. Damit ist jetzt Schluss. Mit mir wird es verbindliche Reduktionsziele geben", machte Özdemir deutlich. Aus seiner Sicht müssen zudem die Preise für Lebensmittel und Agrarprodukte steigen: "Es darf keine Ramschpreise für Lebensmittel mehr geben, sie treiben Bauernhöfe in den Ruin, verhindern mehr Tierwohl, befördern das Artensterben und belasten das Klima. Das will ich ändern."

"Ökologische Wahrheit"

Er wolle, dass die Menschen in Deutschland ihre Lebensmittel genauso wertschätzten wie ihre Autos, so Özdemir weiter. "Manchmal habe ich das Gefühl, ein gutes Motoröl ist uns wichtiger als ein gutes Salatöl", kritisierte der Minister. Lebensmittel dürften zwar kein Luxusgut werden. "Doch der Preis muss die ökologische Wahrheit stärker ausdrücken."

Deutschland Cem Özdemir

Politiker an neuer Wirkungsstätte: Cem Özdemir in seinem Ministerium

Die Anzahl der Nutztiere in Deutschland solle sich an der verfügbaren Fläche orientieren, betonte Özdemir. Die Investitionsförderung werde er künftig auf gute Haltungsbedingungen in den Ställen ausrichten. Dies sei ein "Win-Win für Mensch und Tier".

Der neue Chef des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft strebt zudem eine Ausweitung der Fläche ökologisch bestellter Felder bis 2030 von derzeit knapp zehn auf 30 Prozent an. Auch wolle er die "Nachfragemacht des Staates nutzen": So solle die Verpflegung in öffentlichen Einrichtungen auf mehr regionale und Bio-Produkte umgestellt werden. "Der Staat muss da Vorbild sein."

wa/fw (dpa, rtr)

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