Österreich versucht den Weg in die Normalität | Aktuell Europa | DW | 28.04.2020
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Corona-Pandemie

Österreich versucht den Weg in die Normalität

Angesichts der günstigen Entwicklungen in der Corona-Krise hebt Österreich nach fast sieben Wochen die Ausgangsbeschränkungen auf. Neu ist, dass ab Ende Mai dann auch sämtliche Hotels wieder aufmachen dürfen.

Österreich Coronavirus Hallstatt Tourismus

Hallstatt in Tirol, sonst ein beliebtes Touristenziel, in Zeiten von Corona verwaist

Urlaub in Österreich ist damit ab dem 29. Mai wieder möglich, zumindest für Österreicher. Ob auch ausländische Gäste im Sommer wieder ins Land dürfen, ist noch vollständig ungeklärt. Noch verhindern das die strikten Reisebeschränkungen in der Europäischen Union. Die Öffnung der Beherbergungsbetriebe ist ein weiterer Schritt bei der Exit-Strategie, mit der die Regierung in Wien die Einschränkungen für Bürger und Wirtschaft beenden will. Zum selben Termin wie Hotels sollen auch Schwimmbäder und Freizeitanlagen wieder ihren Betrieb aufnehmen dürfen.

Ende der Ausgangsbeschränkungen

Einfach raus, Freunde treffen, die Familie wiedersehen, Essen gehen, damit will Österreich schon vom 1. Mai einen großen Schritt in Richtung Normalität machen. Wie in kaum einem anderen Land Europas scheint die Corona-Krise in der Alpenrepublik im Griff. Einem Hochfahren der Wirtschaft auf immer breiterer Front steht laut Regierung zumindest aktuell nichts im Weg. Die Öffnung der Baumärkte und kleiner Geschäfte am 14. April habe den sehr guten Trend nicht ungünstig beeinflusst, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) vor der Presse in Wien.

Warnung vor Sorglosigkeit

Aus Sicht der Regierung ein klarer Hinweis, dass bei Beachten der weiter geltenden Hygieneregeln - Mindestabstand und ein Mund-Nasen-Schutz - Konsum und Gesundheit kein Widerspruch sein müssen. "Wir können die Ausgangsbeschränkungen auslaufen lassen, wir brauchen sie nicht fortzusetzen", meinte Anschober mit Blick auf den 1. Mai. Die Grundlage für die Weichenstellung sind die extrem niedrigen Infektionszahlen. Zugleich warnte Anschober, es sei verfrüht zu glauben, die Krise sei vorbei. "Wir können jederzeit Stopp sagen", wenn sich der Pandemieverlauf ändert.

Österreich Coronavirus PK Gesundheitsminister Rudolf Anschober

Gesundheitsminister Rudolf Anschober macht Hoffnung und warnt zugleich

Nach der Öffnung aller Geschäfte und den Angeboten vieler Dienstleister ab Montag sollen - wie schon länger kommuniziert - Restaurants und Lokale ab dem 15. Mai unter der Einhaltung von Regeln folgen. Pro Tisch dürfen vier Erwachsene sowie die dazu gehörigen Kinder sitzen, sagt Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. Die generelle Abstandsregel von einem Meter gilt nicht für Gäste, die an einem Tisch sitzen. Die Öffnungszeiten werden vorerst von 06.00 Uhr bis 23.00 Uhr begrenzt.

Die Hotels, die Ende März per Regierungserlass geschlossen worden waren, dürfen ihre Pforten am 29. Mai wieder öffnen. Wie genau die Regelungen dann aussehen werden, konnte die Tourismusministerin noch nicht sagen. Köstinger verwies aber darauf, dass die Regeln ähnlich denen in der Gastronomie sein werden.

Nur wenige Dutzend Menschen stecken sich derzeit pro Tag in Österreich mit dem Virus SARS-CoV-2 an. Nur 700 Erkrankte liegen im Krankenhaus. Tausende Betten, die eigens für COVID-19-Patienten freigehalten werden, stehen leer. Der Reproduktionsfaktor liegt nach den Worten von Anschober bei 0,59 und damit so niedrig wie noch nie seit Beginn der Kontrollen. Der Faktor gibt an, wie viele Personen ein Infizierter mit dem Virus ansteckt.

qu/uh (dpa, rtr, afp)

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